AMS zieht Bilanz: In allen Bezirken Kärntens weniger Arbeitslose 2017

2018 will das AMS Kärnten vor allem die Qualifizierung von Jobsuchenden weiter forcieren
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KÄRNTEN. Im Arbeitsmarktservice (AMS) blickte man heute auf das Jahr 2017 zurück. Fazit: Es gab eine größere Nachfrage nach Arbeitskräften, 210.353 Personen in Beschäftigung sei ein "Rekordwert". Auch die Zahl der beim AMS gemeldeten Stellen nahm stark zu, im Jahresschnitt um 44,5 Prozent (plus 965 Stellen). Grund dafür sei die "gute Konjunktur", die Arbeitslosigkeit hat so in allen Bezirken abgenommen. 
Im Jahresdurchschnitt waren in Kärnten 23.854 Personen ohne Job (-6,3 %). Die Arbeitslosenquote lag bei 10,2 Prozent, 2016 waren es noch 10,9 Prozent.

Ausbildungspflicht und -garantie

Von der Konjunktur profitieren naturgemäß eher Arbeitssuchende bis 45 Jahre, zumindest konnte man den Anstieg der Arbeitslosen ab 50 Jahren aber eindämmen (plus ein Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit (bis 25 Jahre) ging mit einem Minus von 15,2 Prozent stark zurück.
AMS-Landesgeschäftsführer Franz Zewell: "Hier greifen die Maßnahmen, die wir in Kärnten seit Jahren schwerpunktmäßig für diese Gruppe setzen und die 2017 um die gesetzliche ,Ausbildungspflicht bis 18' und die ,Ausbildungsgarantie bis 25' erweitert wurden."

Um 7.600 Arbeitslose mehr als 2008

Doch die Krisenjahre (2008/09) sind noch spürbar, so Zewell: "Jene, die von der Krise besonders betroffen waren, haben noch immer Aufholbedarf - z. B. die Bereiche Herstellung von Waren, Bau und Verkehr." Im Vergleich zu 2008 gibt es heute nach wie vor um die 7.600 Arbeitslose mehr. Die Personen in Schulungen miteingerechnet, sind es ca. 8.640 Personen mehr. Die Arbeitslosen über 50 haben sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt (2017: 7.489). Langzeit-Beschäftigungslosigkeit ist oft die Folge.
Das zeigen diese Zahlen deutlich: Von 2008 auf 2017 hat sich die Zahl aller Langzeit-Beschäftigungslosen fast verdreifacht (auf 8.393), mehr als ein Drittel davon sind über 50 Jahre alt.

"Aktion 20.000" gestoppt

Ein Instrument, um dem entgegenzusteuern, war 2017 die österreichweite "Aktion 20.000" Das Ziel war, in Kärnten 1.188 zusätzliche Jobs für ältere, langzeitbeschäftigungslose Personen im gemeinnützigen Bereich zu schaffen. Die neue Bundesregierung hat diese allerdings mit 31. Dezember 2017 ausgesetzt. Bis dahin fanden 293 ältere Langzeitarbeitslose in Kärnten über die Aktion einen Job.

Qualifizierung zentral

Zewell rechnet für 2018 mit einem weiteren Anstieg bei Beschäftigung und einer sinkenden Arbeitslosenzahl. Der Fokus liege nun auf der Qualifizierung der Jobsuchenden. Ziel sei zumindest der Lehrabschluss, denn der senke das Risiko (erneut) den Job zu verlieren um das Dreifache. 
Weitere Schwerpunkte: Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt und die Digitalisierung.

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