Von Fleischkassemmel bis Finanzausschuß-einen Tag auf den Fersen von ÖVP Spitzenkandidat Jakob Wolf

Beim traditionellen Weißwurstessen in Imst
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  • hochgeladen von Petra Schöpf

UMHAUSEN. Wer politische Ambitionen hat, darf lange Tage nicht scheuen. Dies bekam ich zu spüren, als ich Jakob Wolf einen Tag lang im Wahlkampf begleitete.
Um acht Uhr begann mein Arbeitstag als Wolfs Schatten mit einer Kurzbesprechung im Gemeindeamt. Gemeindeskretär Thomas Wieser, Gemeindekassier Roland Schöpf und Wassermeister Edmund Schöpf brachten ettliche Punkte vor, die im Ruckzuck-Tempo besprochen und vorbereitete Papiere unterzeichnet wurden. Kaum war das letzte Wort gesprochen, huschte Jakob Wolf aus dem Haus und besprach mit Markus Stigger, seinem Chaffeur, die nächsten Termine. 8:45 Uhr - Halt beim Postamt in Oetz um detailierte Infos einzuholen bezüglich der Wahlaussendungen, soviel gleich vorweg, vor dem Wahlternin wird einiges an Post ins Haus flattern. 8:55 Uhr - Besprechung mit Sandra Friedl, Leiterin des Gesundheit- und Sozialsprengel mit Sitz in Sautens. Nach einem Rundgang und Besichtigung der neuen Räumlichkeiten wurde fachgesimpelt und Feinabstimmungen für die geplante Umänderung von einem Verein zur Ges.m.b.H. besprochen. Mit dem Gefühl, Jakob Wolf wird ihre Anliegen umsetzen lassen wir eine entlastete Sprengelchefin zurück.

Offenes Ohr für jeden
"Jetzt besuchen wir den Leiter des Altersheimes in Haiming, Karlheinz Koch, der heute Geburtstag hat. Es ist mir ein Aliegen, ihm zu danken, weil meine Mutter hier in besten Händen ist." Wolf schnappte sich ein Präsent und flugs waren wir in Karlheinz Kochs Büro, der sich sichtlich über den Überraschungsgast freute (es ist 9:30). Eine Viertelstunde später befinden wir uns in Anfahrt eines Lebensmittelgeschäfts, um Fleischkassemmel für die Arbeiter, die für den Spitzenkandidaten der ÖVP die Plakate in Imst aufstellen, zu kaufen. "Wenn wir schon in der Nähe sind, bringen wir den Burschen was zum Essen vorbei, mit vollem Bauch arbeitet sichs leichter," scherzt Wolf während wir mit zwei Taschen bepackt aus dem Supermarkt gehen. Wieder im Auto klinget das Handy, eine Gemeindebürgerin braucht dringend einen Altersheimplatz für ihren Vater, sie sei an ihre Grenzen gestoßen. Nach tröstenden Worten wird telefoniert und Nachrichten geschrieben. Um 10:00 Uhr wird "gejausnet", die Arbeiter hätten wohl nicht damit gerechnet und ließen sich die Semmel schmecken. Nach dem amüsanten Smalltalk mit den Arbeitern führt uns der nächte Termin um 10:30 in die Imster Oberstadt. Ein Wahlplakat mit Unterstützungsunterschriften aller schwarzen Bürgermeister im Bezirk für Günther Platter wird präsentiert. Flotte Handshakes und Freundlichkeiten werden ausgestauscht, es herrscht lockere Stimmung unter den Amtskollegen. Nachdem die Presse das Foto im Kasten hatte, statteten alle Bürgermeister Hannes Staggl im Gasthof Hirschen einen Kurzbesuch ab. In der unkomplizierten Atmosphäre konnte das eine oder andere Thema kurz angerissen werden.

Weißwurst und Senioren
Beinahe geschlossen macht man sich auf zur Weißwurstparty in der Firma Goidinger. Zahlreiche Unternehmer, Politiker und Societies nutzen das traditionelle Weißwurstvertilgen zum Netzwerken, und in Wahlzeiten, entsprechende Reden zu halten. Günther Platter ließ seine Zuhörer wissen, dass man sich nicht zurücklehnen solle, nur ein tatsächlich abgegebenes Kreuzchen zählt am Schluß. Weiters wurden Franz Hörl, Hannes Staggl und Stefan Weirather ans Rendnerpult gebeten. Plötzlich Abreise. Nächster Termin 13:30 - Trofana, Seniorenbund wird auf Günther Platter und Spitzenkandidat Jakob Wolf eingeschworen. 180 Senioren spenden tosenden Applaus für ihren Oberländer Landeshauptmann. Für die Senioren wurde großzügig Zeit eingerechnet. Abreise 16:15 Uhr Richtung Innsbruck, Landhaus. Die thematischen Gedankensaltos, die sich binnen weniger Minuten abspielen, können hier nicht wiedergegeben werden. Von SMS-Lesen und Termine verschieben, unzählige Anrufe und Rückrufe, aus allen Lebensbereichen und beinahe allen Behörden kam während der Fahrt nach Innsbruck etwas zur Sprache.

Gernot, der Mann fürs Grobe
Im Büro des Landtagsabgeordneten, Klubobmann und Landesparteichef-Stellvertreters Wolf arbeiten zwei Damen und der Mann fürs Grobe, Gernot Reister. Er ist Klubdirektor und kümmert sich um die täglichen Geschäfte mit Unterstützung von Christine Volgger und Madlen Mayr. Nach einer ausführlichen Rechtsdiskussion, einer Telefonkonferenz über den anstehenden Finanzausgleich und einer Besichtigung des imposanten Sitzungssaales mit Landtagsdirektor Dr. Thomas Hofbauer traten wir die Heimreise an. Zwischenstop im Föhrenhof, Haiming. Projektleiter der Neuen Heimat Tirol, Elmar Draxl hatte einiges zu kommenden Bauten mit dem Aufsichtsratsvorsitzender der NHT zu besprechen. Mittlerweile haben wir eine halbe Stunde Verspätung und treffen um 19:00 beim befreundeten Ehepaar in Tumpen ein. Es galt den noch ausstehenden Pachtvertrag der Jagd zu unterzeichnen, also ein privater Termin. Dennoch informiert sich Wolf über das Wohlergehen der Tumpener Bevölkerung, sie liegen ihm am Herzen, ist er doch hier aufgewachsen. Nach einer üppigen Jausen und einem Gläschen Wein werde ich mit einem Koffer voller Eindrücke nach Hause gebracht. Eine zurechtgerückte Perspektive auf das mit schlechtem Image ausgestattete Politikerleben war die Nebenwirkung dieses stressigen Tages. Ein herzliches Dankeschön an Jakob Wolf und seinen täglichen Begleiter Markus Stigger.

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