Innsbruck
Aufregung um Quarzsand bei den IVB

3Bilder

INNSBRUCK. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe verwenden Quarzsand, das Gerechte Innsbruck kritisiert die Verwendung scharf.

Bremsmittel

Lokstreusand (Quarzsand) kommt bei Schienenfahrzeugen wie Eisenbahn, S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn in ganz Europa zum Einsatz. Lok Sand dient der Verbesserung der Bremswirkung bei Schienenfahrzeugen. Dabei wird der Sand per Druckluft oder Sandfallrohre unter die Räder beziehungsweise vor die Räder befördert, um derart die Reibung zwischen Rad und Schiene zu erhöhen. Derartige Streueinrichtungen werden von der Eisenbahnbehörde vorgeschrieben. Aktiviert wird diese Besandungsanlage nur dann wenn die Räder der Straßenbahn zu rutschen beginnen. Dies wird durch ein Anti-Blockier-System (ABS) ähnlich wie bei einem PKW erkannt welches dann die Sandungsanlage aktiviert.

Kritik vom Gerechten Innsbruck

Das Gerechte Innsbruck fordert hingegen ein sofortiges Verbot des "krebserregenden" Quarzsandes als Bremssand für die Tram. Gerald Depaoli: “Solange von der IVB der krebserregende Quarzsand als Bremssand verwendet wird, ist die neue Tram eine gesundheitsgefährdende Feinstaubschleuder," uns führt weiter aus: „Es ist schon erstaunlich, dass die politisch Verantwortlichen der Stadt, als auch die Verantwortlichen der IVB ein Studie ignorieren, in welcher bereits 2007 festgestellt wurde, dass Quarzsand, welcher sogar als krebserregend eingestuft wird, fast gleichviel Feinstaub produziert wie der Wiener Autoverkehr, nämlich 500 Tonnen“, wundert sich Depaoli.

Nicht als gefährlich eingestuft

Der Quarzsand kommt in Innsbruck seit ca. 40 Jahren zum Einsatz. Durch den Einsatz von modernster Technik konnte der Sandverbrauch zwischenzeitlich halbiert werden. Der Jahresverbrauch liegt aktuell bei ca. 30 Tonnen pro Jahr. Der in Innsbruck zum Einsatz kommende Quarzsand enthält weniger als 1 % Quarz (Feinfraktion). Nach der Definition der Chemikalien-Verordnung EG 1272/2008 fällt dieses Produkt nicht unter die Einstufung als gefährlicher Stoff.

Depaoli ortet Feinstaubbelastung

„Dass der Quarzsand von der Tram zermahlen wird, sich in den Schienen festlegt, und dann ein eigener Reinigungstrupp der IVB diesen zermahlenen Sand mittels Laubbläser seit Jahren direkt den Menschen auf der Straße ins Gesicht, und den Anwohnern in die Wohnungen bläst, ist unfassbar! Man stellt sich die berechtigte Frage, ob die Innsbrucker Stadtregierung, als auch IVB- Geschäftsführung bewusst die tatsächliche massive Feinstaubbelastung der Tram verschweigen, und eine Gesundheitsgefährdung der Menschen somit in Kauf nehmen!“, so Depaoli. „Das Gerechte Innsbruck fordert daher ein sofortiges Verbot von Quarzsand als Bremssand für die Tram, und wird auch eine dementsprechende brisante Anfrage an Bürgermeister Georg Willi einbringen!“, so Depaoli weiter.

IVB weist Aussage zurück

Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe halten in einer Stellungnahmen dazu fest: "Mit Hilfe spezieller Saugeinrichtungen wird der, in den Schienen liegen gebliebene Bremssand aus den Rillen gesaugt und fachgerecht entsorgt. Die Aussage, dass der Sand mittels Blasgeräten verblasen wird entspricht nicht den Tatsachen. Hier handelt es sich um Blasgeräte, mit welchen nur die Weichenkästen von Laub und diversem Abfall befreit werden."

Gemeinderatsthema

Mit der Anfrage an Bürgermeister Georg Willi wird das Thema "IVB, Quarzsand und Feisntaubbelastung" auch im Gemeinderat behandelt.

Weitere Informationen aus Innsbruck finden Sie hier

Autor:

Georg Herrmann aus Innsbruck

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

16 folgen diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Wirtschaft

Corona-Krise gemeinsam meistern
Hilfe vor Ort mit dem österreichweiten Netzwerk #schautaufeinander

In Ausnahmesituationen wie diesen stehen die Menschen zusammen und helfen sich gegenseitig. Die Regionalmedien unterstützen dies in allen Bundesländern und Bezirken Österreichs mit dem Netzwerk #schautaufeinander. Hier könnt Ihr Dienste suchen oder anbieten, die uns gemeinsam durch diese Krisenzeiten helfen. Du suchst jemanden, der/die notwendige Lebensmittel nach Hause liefert? Du willst dich in deiner Nachbarschaft nützlich machen, oder gibst online Nachhilfe? Dann poste doch deinen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen