"Der Hitler ist eine Geißel für ganz Europa!"

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Die Mötzer Trinitarierin Sr. Angela Autsch ist Teil einer Ausstellung zum allmählich zuende gehenden "Jahr der Orden" im Innsbrucker Haus der Begegnung. Am 25. November gab es Informationen und Führungen dazu.

"Mit Hitler war Sr. Angela nie einverstanden. Sie wird verraten, als sie Informationen von einem Feindsender weitergibt und selbst Aussagen tätigt wie: "Der Hitler ist eine Geißel für ganz Europa!"". Das steht auf der Ausstellungs-Tafel 05 über die Mötzer Trinitarierin Sr. Angela Autsch. Am 12. August 1949 wurde sie daraufhin prompt wegen "Beleidigung des Führers" und "Aufwiegelung der Bevölkerung" verhaftet. Sie kam nach Ravensbrück und später nach Auschwitz, wo sie in der Krankenabteilung arbeitete und als "Engel von Auschwitz" berühmt wurde. Die Herzkranke erlag am 23. Dezember 1944 bei einem Luftangriff auf das KZ einem Herzinfarkt. Sie ist eines von insgesamt 34 Beispielen für österreichische Ordensleute oder Priester, die wegen Kritik am oder Widerstand gegen das NS-Regieme inhaftiert, gefoltert und ums Leben gebracht wurden.

Jahr der Orden und Gedenkjahr 1945-2015

Das heurige Gedenkjahr 1945-2015 war auch für die Kirche ein Anlass, ihre Rolle in der NS-Zeit zu reflektieren - sie war ja "Opfer und Komplize" zugleich. Pater Roberto, Karmeliten-Provinzial, führte in seinem Impulsreferat in die Entstehungsgeschichte der Ausstellung ein, die zeigen will, dass es innerhalb der Kirche viele Einzelpersonen mit Zivilcourage gab, die in irgendeiner Form Widerstand leisteten, auch wenn sie von der Amtskirche dazu weder ermuntert noch aufgefordert worden waren. Zur Ausstellung gibt es auch eine App mit dem Titel "Gott allein genügt". Das ist ein Zitat der großen Kirchenlehrerin Teresia von Avila, deren 500. Geburtstag der Orden heuer begeht. Von ihr stammt auch das Zitat, das Titel der Ausstellung gewählt wurde: "Die Welt steht in Flammen".

Broschüren und Führungen

DDr. Helmut Wagner beschrieb die Konzeption der Schautafeln über "Spiritualität und Widerspruch in der NS-Zeit" und Bischof Manfred Scheuer referierte über die sieben Personen aus Tirol, die dem NS-Kirchenkampf erlagen. Unter ihnen war eben auch die Mötzer Trinitarierin Sr. Angela Autsch.
Anschließend an diese Impulse hatten die Besucher die Möglichkeit sich von Pater Roberto, DDr. Wagner oder Bischof Manfred durch die Ausstellung führen zu lassen.

Die ca. 34 Schautafeln bleiben bis 22. Dezember im Haus der Begegnung Innsbruck, das bereits der 3. Ort ist, an dem sie gezeigt werden. Weitere Anfragen gibt es bereits seitens verschiedenster Schulen. Eine große Chance gerade für die gegenwärtige Zeit, wo bereits wieder an verschiedenen Brennpunkten die Flammen auflodern....

Wo: Haus der Begegnung, Rennweg 12, 6020 Innsbruck auf Karte anzeigen
Autor:

Mag. Monika Himsl aus Innsbruck

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