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Drogentode könnten verhindert werden

15 - 24 Drogentote gibt es in Tirol pro Jahr (Symbolfoto)
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Das Bündnis „Drogentod ist kein Schicksal“ gab Anfang Oktober vor ihrer Kundgebung eine Pressekonferenz zur Verbesserung der Maßnahmen in der Drogenprävention Tirol.

In Tirol sterben 15 - 24 Menschen jährlich an einer Überdosis, in den meisten Fällen sind es Opiate. Diese Tode, so das Bündnis, vertreten durch Sozialarbeiterin Daniela Weissbacher, den stationsführenden Arzt für Suchtmedizin in Hall, Ekkehard Madlung-Kratzer und Gehard Jäger, Drogenberater im Z6, welche für eine moderneren, fortschrittlicheren Umgang mit Drogensüchtigen appelliert, könnte man verhindern.

Ekkehard Madlung-Kratzer (sationsführender Arzt für Suchtmedizin in Hall), Daniela Weissbacher (Sozialarbeiterin) und Gerhard Jäger (Drogenberater im Z6)
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Unter den Rädern

Drogensüchtigen eilt kein besonders guter Ruf voraus, nach wie vor ist diese Krankheit stigmatisiert, wie kaum eine andere. Das möchte Sozialarbeiterin Daniela Weissbacher ändern und im Kampf gegen diese Stigmatisierung ist ihre Waffe der Wahl Verständnis: Wenn ein Mensch süchtig wird, liegt das oft an schmerzhaften, unverarbeiteten Erlebnissen in der Vergangenheit, erzählt sie beispielhaft die Begegnung mit einem Drogensüchtigen, die sie nachhaltig prägte. Sie wünscht sich eine fortschrittliche Drogenpolitik, denn gesellschaftliche, juristische und politische Repression würden niemanden helfen. Ihr geht es darum, Menschen, die oft einen steinigen Lebensweg hinter sich haben und süchtig geworden sind, zu helfen, und sie nicht aus der Gesellschaft auszuschließen und zu kriminalisieren. So sei es z. B. schwer für drogensüchtige Jugendliche einen Platz für betreutes Wohnen zu bekommen, denn in diesen Einrichtungen sind Drogen streng untersagt – ohne Betreuung und Hilfe wird es jedoch kaum möglich sein, eine Drogensucht zu bekämpfen und ohne eine sichere Unterkunft locken die Drogen oft um so mehr. Ein Teufelskreis.

Forderung: Angebote ausbauen

Ekkehard Madlung-Kratzer sind die Situation ähnlich, wenn er sagt: „Die hohe Sterblichkeit bei Drogenkonsument*innen aber liegt nicht an der Hilflosigkeit der Medizin, wie das bei vielen anderen schweren Erkrankungen der Fall ist.“, so der Psychiater. Die hohe Sterblichkeit liege vor allem daran, dass wirksame Maßnahmen gegen den Drogentod an politisch-moralischen Vorstellungen scheitern. Dem kann sich Gerhard Jäger nur anschließen, der dafür steht, dass die Angebote der selektiven Prävention dringend ausgebaut werden. Dass Drogensucht eine Krankheit ist, wissen zwar die meisten, trotzdem ist gesellschaftlich oft weniger Verständnis für den Heilungsprozess als z.B. bei einer Depression: „Keiner würde einem Menschen mit Depressionen sagen, dass er nie wieder eine depressive Phase haben darf“, so Madlung-Kratzer, während ein Rückfall bei einem Süchtigen oft anders bewertet wird, ja teilweise sogar sanktioniert wird. Dem Bündnis geht es vor allem darum, dass politisch bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, ob Drogensucht vorzubeugen und Süchtigen besser helfen zu können. „Hilfe statt Strafen“, lautet hier das Motto.

Zur Sache:

Die häufigste Droge, die durch eine Überdosierung zum Tod führt, sind Opiate. Die am häufigsten konsumierte Droge ist Cannabis, rund ein Drittel der Tirolerinnen und Tiroler hat die Droge schon einmal ausprobiert. Bei Cannabis (solange es nicht synthetisch ist) ist ein Tod durch Überdosierung ausgeschlossen. Dem Vorurteil, dass Cannabis eine Einstiegsdroge sei, können Expertinnen und Experten nichts abgewinnen, die meisten der Cannabis-Konsumentinnen und Konsumenten nehmen keine anderen Drogen.

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