"Höll" sorgt bei Radlern für rote Köpfe

Gregor Mühlberger und Patrick Konrad auf Testfahrt für die UCI Straßenrad-WM.
  • Gregor Mühlberger und Patrick Konrad auf Testfahrt für die UCI Straßenrad-WM.
  • Foto: EXPA/JFK
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INNSBRUCK (tk). Der Countdown läuft: Noch 149 Tage bis zur UCI Straßenrad-WM 2018 in Innsbruck-Tirol. In den letzten Tagen standen für die ÖRV-Profis im Zuge des ersten WM-Trainingscamps eine WM-Präsentation und gestern die Besichtigung des WM-Kurses an. Das Straßenrennen Herren Elite führt am 30. September 2018 über 252,9 Kilometer und 4.670 Höhenmeter von Kufstein nach Innsbruck. Soweit, so anspruchsvoll.

Rennradler fordern freie Fahrt

Am Ende des Kurses wartet die Schlüsselstelle, die so genannte "Höll" von Hötting zum Gramartboden. Und sie sorgt schon jetzt für rote Köpfe. Nicht nur in sportlicher Hinsicht. Das Befahren des steilen Streckenabschnitts ist mit dem Rad nämlich eigentlich verboten. Ein Umstand, der Profis wie Stefan Denifl und andere Größen und Aushängeschilder der heimischen Radsportszene dazu veranlasste, folgenden offenen Brief zu verfassen:

Offener Brief

Liebe Sportstadt Innsbruck!
Vier olympische Spiele hast Du willkommen geheißen, zahlreichen Welt- und Europameisterschaften Deine Gastfreundschaft geschenkt. Der Sport, so scheint es, hat bei Dir ein schönes zu Hause gefunden.
Im Herbst begrüßt Du nun die UCI-Straßen-Radweltmeisterschaften 2018, die größte Sommersportveranstaltung aller Zeiten zwischen dem Patscherkofel und der Frau Hitt. Eine halbe Million Besucher werden erwartet und die Fernsehbilder ein weltweites Publikum begeistern. Der Erfolg ist gewiss.
Die Schlussrunden auf Deinen Straßen sind angelegt im Stile eines großen Klassikers, sehr schwer und sehr spektakulär, und nötigen den Profis bereits jetzt den höchsten Respekt ab.
Und dann der ultimative Höhepunkt, der finale Anstieg durch die Höttinger Höll, dem „Highway to Höll“, hinauf zum Gramartboden. Schon jetzt ist eine Ikone geboren, die mit ihren 28 Steigungsprozenten die großen Anstiege der belgischen und niederländischen Frühjahrsklassiker, wie den Koppenberg, die Muur de Huy oder die Muur von Geraardsbergen, in den Schatten der Nordkette stellt. Viele Profis und Favoriten für die WM begeben sich deshalb bereits auf Lokalaugenschein, denn so etwas hat es bei Weltmeisterschaften noch nicht gegeben.
Radfahrer aus der ganzen Welt, inspiriert und motiviert von den tollen TV-Bildern über unsere Stadt, werden kommen und werden sie fahren und spüren wollen, die „Höll“. Denn neben den bekannten großen Gebirgspässen zählen auch diese kurzen giftigen und ikonenhaften „City-Climbs“ zu begehrenswerten Trophäen der Radcommunity.
Das ist so, glaube uns. Du kennst das ja vom Winter. Da schauen sich die Menschen das Abfahrtsrennen in Kitzbühel an und dann der dringliche Wunsch: Einmal im Leben die Streif hinunterfahren, die Steilheit der Mausefalle sehen, die Steilhangausfahrt, die Hausbergkante. Und diese „Höll“ wird die Streif des Radsports werden. Glaube uns.
Doch was müssen wir vernehmen: Am derzeit absoluten Fahrverbot, das auch für Fahrräder gilt, willst Du festhalten? Jetzt und über die WM hinaus? Das kann wohl nicht Dein Ernst sein? Willst Du dich selbst zur Stadt Schilda der Radfahrer degradieren? Nein, das willst Du mit Sicherheit nicht. Handle deshalb mit Herz und Hirn und hebe das Fahrverbot für Radfahrer auf, am besten jetzt und gleich.
Wir bauen auf Deine sportliche Klugheit.
Herzlichst grüßen Dich die Radfreunde
Stefan Denifl, Walter Falch, Christoph Kluge, Othmar Peer, Thomas Pupp, Thomas Rohregger, Wolfgang Steinmayr, Georg Totschnig, Helmut Wechselberger, Oliver Walde und viele andere ...

Spannung schon vor der WM

Rückendeckung kam postwendend vom Innsbrucker TVB-Obmann Karl Gostner. Wörtlich schrieb er "...ich habe immer gemeint in die Höll geht es abwärts, das Fahrverbot sollte daher durch ein Einbahnschild ersetzt werden. Dann können endlich alle in die Höll fahren!" Hintergrund: Nur eine Einbahn könnte die Verkehrssituation in der engen Passage entschärfen. Mit Gegenverkehr ist das Gefahrenpotenzial schlicht zu hoch.

Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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