08.10.2017, 10:43 Uhr

Tiroler Bündnis gegen Depression: Welttag im Zeichen der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz

Depressionen gehören auch in Tirol zu den häufigsten psychischen Störungen. Mehr als 30.000 Tirolerinnen und Tiroler leiden an Depressionen. „Die Arbeitsfähigkeit der von Depressionen betroffenen Menschen wird durch diese Krankheit enorm eingeschränkt. Depressionen verringern die kognitiven Fähigkeiten, die Konzentrationsfähigkeit so wie das Erinnerungsvermögen. Man schätzt dass rund zehn Prozent der arbeitenden Menschen wegen Depressionen eine Auszeit von der Arbeit nehmen müssen, im Schnitt 36 Arbeitstage im Jahr, das sind dreimal mehr als bei anderen Krankheiten. Auch die Zahl der Frühpensionierungen wegen psychischer Erkrankungen ist stark angestiegen“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber, Sprecher des Tiroler Bündnisses gegen Depression, anlässlich des Welttages für psychische Gesundheit am 10. Oktober. Der Welttag für psychische Gesundheit steht heuer Zeichen der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz.


„Depression ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern und wird deshalb nicht immer als solche erkannt. Man schätzt, dass fast die Hälfte der von Depressionen Betroffenen nicht behandelt werden. Neben den typischen Symptomen einer Depression wie Freud- und Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit, dem Gefühl anhaltender innerer Leere und Schlaflosigkeit versteckt sich nicht selten eine Depression hinter anderen Symptomen wie Schmerzen, Essstörungen, Suchterkrankungen und Angststörungen“, so Univ.-Prof. Dr. Hartmann Hinterhuber.

„Betroffene, aber auch deren Familien, Freunde und Kollegen, sollten unbedingt Hilfe suchen und diese auch erhalten. Die Tiroler Öffentlichkeit muss zum einen besser über die Erkrankung, über die Ursachen und Konsequenzen, einschließlich des Suizidrisikos, informiert werden. Zum anderen sollen die Möglichkeiten der Prävention und Behandlung aufgezeigt werden“, so Hartmann Hinterhuber.

„Ganz wichtig ist, dass Menschen in Krisen- und Schwächesituationen in Tirol die Möglichkeit haben, rasch und unkompliziert Hilfe und Ansprechpartner zu finden. Die Einrichtungen, die sich im Tiroler Bündnis gegen Depression engagieren, leisten dafür einen unschätzbar wertvollen Beitrag“, so Hartmann Hinterhuber.

Info-Veranstaltungen von Tiroler Bündnis gegen Depression

Am Freitag, den 13. Oktober von 9 bis 20 Uhr, und am Samstag, den 14. Oktober von 9 bis 18 Uhr, informiert das Tiroler Bündnis gegen Depression unter dem Motto „SCHLECHT DRAUF? WOHIN?“ im Innsbrucker Einkaufszentrum DEZ über die Krankheit Depression.



Am Mittwoch, den 11. Oktober, findet um 20 Uhr im Innsbrucker Treibhaus ein Poetry-Slam: „CRAZY!“, ein Dichterwettkampf um die Gunst des Publikums anlässlich des Welttages für psychische Gesundheit, statt. (Mehr Infos dazu: www.gestaltwandlerslam.net; www.buendnis-depression.at)
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