19.11.2016, 14:32 Uhr

20. November - internationaler Tag der Kinderrechte

Auch in Österreich werden die Kinderrechte nicht immer geschützt. - 20. November ist internationaler Tag der Kinderrechte. (Foto: pixabay / Jeyeonwon)

Die Kinderrechte besagen, dass alle Kinder, die – aus welchen Gründen auch immer – unter benachteiligenden Bedingungen aufwachsen, das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung des Staates und der Gesellschaft haben.

Weltweit - auch in Österreich - kommt es tagtäglich zur Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention.

UN-Kinderrechtskonvention

Am 20. November 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes. Durch die UN-Kinderrechtskonvention bekommen alle Kinder auf der Welt das Recht auf Überleben, auf Entwicklung, auf Schutz und auf Beteiligung. Dabei handelt es sich um weltweit gültige Grundwerte im Umgang mit Kindern - unabhängig von sozialen, kulturellen, ethnischen oder religiösen Unterschieden.

Die Staaten - wie Österreich- , die die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, verpflichten sich, dass alle Kinder, die unter benachteiligenden Bedingungen aufwachsen, das Recht auf besondere Fürsorge und Förderungen des Staates und der Gesellschaft haben. Dies gilt für alle Kinder - unabhängig von den Gründen der benachteiligenden Bedingungen.

Österreich und Kinderrechte

Allerdings sieht die Realität anders aus - auch in Österreich.
  • Knapp ein Viertel aller Kinder in Österreich ist von Armut betroffen, immer mehr Kinder und Jugendliche erleben, dass sie von zentralen Lebensbereichen, Freizeitangeboten etc. ausgeschlossen sind.
  • Ebenso viele Kinder erleben häusliche Gewalt.
  • Nach wie vor gelingt es unserem Schulsystem nicht, soziale Ungleichheit auszugleichen, ganz im Gegenteil.
  • 30 Millionen Kinder sind weltweit auf der Flucht, so viele wie nie zu vor. In Österreich sind rund 11.000 unbegleitete minderjährige geflüchtete Jugendliche in vielen Belangen wesentlich schlechter gestellt als andere Kinder.
  • EU-weit kann fast jeder zehnte Jugendliche die täglichen Grundbedürfnisse nicht decken, weil viele sich weder in einer beruflichen Ausbildung befinden, noch Aussicht auf eine bezahlte Beschäftigung haben.

Missachtung der Kinderrechte hat weitreichende Folgen

Werden die Kinderrechte missachtet, hat das auf die Kinder schwere Auswirkungen. Kinder leiden in Folge unter der Ungleichbehandlung, Ausgrenzung und Perspektivenlosigkeit. Auch in Österreich haben diese Kinder kaum eine Aussicht auf eine Berufsausbildung, einen Arbeitsplatz, leistbaren Wohnraum oder Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen. Sie haben kaum Teil am kulturellen Leben oder am sozialen Fortschritt. Diese Folgen betrifft sie selbst und später die eigenen Kinder.

Missachtung der Kinderrechte gefährdet die Gesellschaft

Neben den Folgen für die Betroffenen gefährdet die Missachtung der Kinderrechte auch unsere Gesellschaft: Es entstehen große wirtschaftliche Folgekosten und in Folge kommt es zur Gefahr für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
Anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte weist die Tiroler Kinder´- und Jugendanwältin darauf hin, dass es Menschen in Politik und Gesellschaft braucht, die sich für die Einhaltung der Kinderrechte stark machen.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.