29.11.2016, 14:17 Uhr

Beliebtes Almgasthaus wechselt den Besitzer

Gottfried Berchtold verkaufte den Rauschbrunnen an Josef Nocker (r.): Letzterer ist auch Besitzer des Kranebitterhofes.

Seit 22 Jahren ist die Familie Berchtold im Besitz des Rauschbrunnens. Jetzt wird es ihnen zu viel.

INNSBRUCK (acz). In Innsbrucks näherer Umgebung ist der Rauschbrunnen oberhalb von Hötting auf 1.060 Höhenmetern die einzige privat bewirtschaftete Alm. Gottfried Berchtold und seine Familie betreibt sie seit 22 Jahren, aber kürzlich ist der Geduldsfaden gerissen.


Mit Kritik an Stadt wird nicht gespart

In vielen Punkten führt er seine Kritik gegenüber der Stadt auf. Von Wasserleitungskosten über die Schneeräumung, der Parkplatzsituation bis zur Verbreiterung der Planötzenhofstraße zieht er die Stadt zur Verantwortung. "Egal was man macht, man wird von der Stadt sekkiert", ärgert er sich. Außerdem werde man als Privatalm im Vergleich zu den umliegenden städtischen Almen – Umbrüggler, Arzler und Höttinger Alm – in jeder Hinsicht benachteiligt und gestraft. Lange muss er das aber nicht mehr über sich ergehen lassen. Die Alm hat er verkauft.


Neuer Besitzer

Der neue Besitzer heißt Josef Nocker und ist auch Eigentümer u. a. vom Kranebitterhof. Er übernimmt die Alm – samt den Tieren und angeführten Problemen – mit höchster Gelassenheit. "Die Probleme werden sich schon lösen", hofft er auf eine gute Gesprächsbasis mit der Stadtregierung.

"Nicht verständlich"

Der für Almwesen verantwortliche Stadtrat Franz X. Gruber (ÖVP) weist hindessen jegliche Kritik des ehemaligen Besitzers zurück. Seiner Ansicht nach wurde dem Privatunternehmer nicht nur vollste Aufmerksamkeit geschenkt, auch hatte man ihm finanzielle Hilfe – eine Teilerlassung der anstehenden Wasserleitungskosten – angeboten. "Schließlich hat der Rauschbrunnen in Innsbruck ein gewisses öffentliches Interesse", meint Gruber. Weiters: "Ich bin sehr verwundert über die Wahrnehmung des Herrn Berchtold. Es kann nicht jeder Wunsch, der an die Stadt herangetragen wird, erfüllt werden. Wir sind Herrn Berchtold aber – so weit wir konnten – entgegengekommen." Außerdem stellt er klar, dass die Regeln für städtische Almen genauso gelten und auch hier wird gestraft, wenn die Regeln gebrochen werden.


Kaufvertrag unterschrieben

Der Kaufvertrag ist unterschrieben: 2017 wird der Rauschbrunnen schon unter der Leitung Josef Nockers eröffnen. Für die Gäste soll sich nicht viel ändern. "Wir werden der jetzigen Linie treu bleiben", versichert Nocker für die Zukunft des Almgasthauses.
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