18.05.2018, 14:31 Uhr

Erste Schritte in Richtung leistbares Wohnen sind getan

Rund 16 Euro zahlt man in Tirol für einen Quadratmeter Wohnraum. Mit zahlreichen Maßnahmen soll Wohnen in Tirol wieder leistbar werden. (Foto: Agnes Czingulszki - Symbolbild)

Der Startschuss für den Maßnahmenkatalog Wohnen ist gefallen. Mit zahlreichen Maßnahmen soll in Tirol das Wohnen wieder leistbar gemacht werden.

TIROL. Mit gleich mehreren Maßnahmen soll das Wohnen in Tirol wieder leistbar gemacht werden. Zu den Maßnahmen zählen Leerstandserhebung, Zweckbindung des Wohnbauförderungsbeitrags, Erhebung eines Mietpreisspiegels und ein Mietunterstützungsmodell.

Hohe Mietkosten in Tirol

In Tirol sind die Mietkosten in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Aktuell liegt der Durchschnittsmietpreis für einen Quadratmeter Wohnfläche bei rund 16 Euro, so Liste Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste Fritz-Landtagsabgeordneter Markus Sint. Mit verschiedenen Maßnahmen soll in Tirol das Wohnen wieder leistbar gemacht werden.

Leerstandserhebung

Im Zentralraum Innsbruck soll nun der Leerstand im Zentralraum Innsbruck erhoben werden. Mit der Leerstandserhebung soll untersucht werden, wie viel Wohnraum in Tirol leer steht. "Nur so können wir im Anschluss weitere Maßnahmen setzen.“, so der Grüne Wohnsprecher Michael Mingler. Anschließend soll ein Konzept zur Mobilisierung erarbeitet werden. Mit der Erhebung des Leerstandes sollen aber auch die Mechanismen des Wohnungsmarktes sichtbar werden. Denn daraus könne man sehen, was man ändern muss und was falsch läuft, so Mingler: „Sind sie primär leer, weil Wohnungen als Spekulationsgut zweckentfremdet werden, oder weil Menschen das Risiko oder der Aufwand sie zu vermieten zu groß ist? Oder sind es ganz andere Gründe?"

Entlastung von Vermietern

Um leerstehende Wohnungen wieder dem Wohnungsmarkt zuzuführen braucht es maßgeschneiderte Modelle, so Andrea Haselwanter-Schneider und Markus Sint. Sie könnten sich vorstellen dass die Neue Heimat Tirol (NHT) die Wohnungen vermitteln könnten. In diesem Fall würden die Mieter 80 Prozent der Mieteinnahmen bekommen und die NHT 20 Prozent. Durch dieses Modell würden die Vermieter von den typischen Risiken einer Vermietung befreit werden.

Zweckbindung des Wohnbauförderungsbeitrags

Im Juni-Landtag soll ein Antrag der schwarz-grünen Koalition zur Zweckbindung des Wohnbauförderungsbeitrages beschlossen werden. Der Wohnbauförderungsbeitrag beträgt rund 90 Millionen Euro jährlich. Das Geld soll künftig für die Schaffung von Wohnraum verwendet werden. "Dafür brauchen wir jeden Cent und jeder Euro ist hier gut investiertes Geld “, so Michael Mingler. 



Mietpreisspiegel und Mietunterstützungsmodell

Weitere Maßnahmen um das Wohnen in Tirol wieder erschwinglich zu machen, sind die Erstellung eines Mietpreisspiegels und ein landesweites Mietunterstützungsmodell. Der Mietpreisspiegel soll über die wahren Wohnkosten Auskunft geben. Das Landesweite Mietunterstützungsmodell soll vom Land mit jährlich 6 Millionen Euro finanziert werden.

Maßnahmenkatalog Wohnen

Auch die Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader wird sich dem Maßnahmenkatalog Wohnen annehmen. Gleich nach der Konstituierung der neuen Innsbrucker Stadtregierung möchte sie mit dieser entsprechende Gespräche aufnehmen. VP Wohnsprecher Dominik Mainusch weist in diesem Zusammenhang auch auf den Datenschutz hin. Dieser wird selbstverständlich ohne Einschränkungen eingehalten werden. Auch Eigentumsrechte werden nicht angetastet werden. „Wir wollen ein attraktives Angebot erarbeiten, um es Eigentümern schmackhaft zu machen, ihre Wohnung trotz der bisherigen Vorbehalte nun doch zu vermieten.“, so Dominik Mainusch.

Mehr zum Thema

Hauser: Den hohen Wohnkosten in Tirol muss Einhalt geboten werden

1
Einem Mitglied gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.