Zukunft der Spitäler in Kärnten ist digital

Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel: "Die Medizintechnik wird zunehmend digital - der Anteil liegt bereits bei rund der Hälfte."
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  • hochgeladen von Gerd Leitner

KÄRNTEN. Zur Kritik an Teilschließung der psychiatrischen Abteilung stellt Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel klar: "Es gibt keinen Versorgungsengpass; von der Teilschließung sind keine Akutfälle betroffen." Vielmehr gehe es um planbare Leistungen - wie die Vorbereitung von Patienten auf die Reha. "Solche Teilschließungen gibt in den Abteilungen jedes Jahr, um Urlaub von Mitarbeitern abzubauen", sagt Gabriel. "In den Notbereichen ist stets der volle Betrieb gewährleistet."
Insgesamt versuche man in der Kabeg effizienter zu werden, was nicht nur die Verwaltung betrifft. "Da liegen wir im Vergleich sehr gut", meint Gabriel. "Der Anteil der Mitarbeiter in der Kernverwaltung beträgt sechs Prozent."

Zukunft der Kärntner Spitäler ist Digital

Für weitere Effizienzsteigerung setzt man in der Kabeg auf Digitalisierung. "Viele Bereiche werden sich enorm verändern", ist Gabriel überzeugt. Neben der Verwaltung sei das auch für die Medizin ein Riesenschritt. Bei den Landesspitälern arbeitet man derzeit an der Vorbereitung für Digitalisierung und dem Abschätzen der Folgen.
Um reines Einsparen geht es Gabriel nicht. "Wir fragen stets nach dem Nutzen für den Partienten und analysieren diesen in Zusammenhang mit den Kosten", erklärt er. Jedes Jahr fließen etwa zehn Prozent der Gesamtinvestitionen - sie betragen 43 bis 45 Millionen Euro - in die IT.
Neben der Verwaltung wirken sich digitale Erneuerung vor allem auf die Diagnostik aus. "In der Radiologie übernimmt der Computer die Diagnose eines Bildes", sagt Gabriel. Dieser greife auf eine Riesenmenge an Daten zurück. "Laut Studien ist die Diagnose genauer."

Vernetzung der Krankenhäuser in Kärnten

Eine große Chance sieht Gabriel in der digitalen Vernetzung mit den anderen Kabeg-Häusern. "Wir können telemedizinisch Leistungen und Analysen zur Verfügung stellen", kündigt er an.
Besondere Herausforderung ist die Sicherheit der Daten und des Systems. In der Kabeg holt man sich Expertenwissen von außen. "Wir wollen uns laufend verbessern", so Gabriel. Bis zum Inkrafttreten der Datenschutzverordnung im Mai soll das Projekt abgeschlossen sein. Aber: "Sicherheit betrifft jeden Mitarbeiter", sagt Gabriel. So dürfen keine USB-Sticks mit Daten herumliegen oder Passwörter sichtbar neben Computern notiert sein. "Wir setzen da restriktive Maßstäbe."

Zur Sache - Kärntner Spitäler in Zahlen

  • Im Regierungsprogramm sind für 2018 261 Millionen Euro für den Nettogebarungsabgang vorgesehen.
  • Laut Budget will man in der Kabeg um sieben Millionen Euro unter dieser Summe bleiben.
  • Vorstand Arnold Gabriel begründet die Unterschreitung mit konsequenten Sparmaßnehmen im "patientenfernen Bereich".
  • Rund 43 Millionen Euro investiert die Kabeg jährlich in die Standorte und die Weiterentwicklung.
  • Im heurigen Jahr fließt diese Summe in den Neubau der Psychatrie in Klagenfurt, der 2021 fertig sein soll.
  • Weiters auf dem Plan: die Baustufe 1 in Villach (Pathologie und Tiefgarage), Ersatz von CT-Geräten in Klagenfurt und Villach, Baustufe 3 in Wolfsberg (Intensivstation, Aufwach- und OP-Bereich), Intensivbereich und Sonderklasse-Zimmer in Laas.

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