Interview
Wenn das Lebensende naht …

Michael Kranebitter, ärztlicher Leiter des mobilen Palliativteams.
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  • Michael Kranebitter, ärztlicher Leiter des mobilen Palliativteams.
  • Foto: BKH St. Johann
  • hochgeladen von Johanna Schweinester

BEZIRK KITZBÜHEL (red). Seit Ende 2019 gibt es eine flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol. Im Bezirk Kitzbühel gibt es das Mobile Palliativteam bestehend aus Ärzten und Pflegepersonen seit 2017. Die BEZIRKSBLÄTTER sprachen mit der DGKP Ines Paratscher sowie dem ärztlichen Leiter Michael Kranebitter über die Palliativversorgung und Herausforderungen in Zeiten der Krise.

BEZIRKSBLÄTTER: Wann melden sich Menschen bei euch?
Michael Kranebitter:
"Die Hausärzte, Pflegedienste, die Angehörigen oder auch die Betroffenen selbst melden sich, wenn eine schwere, unheilbare Erkrankung vorliegt und dadurch bedingte Symptome die Lebensqualität stark einschränken und belastend werden. Sehr häufig besteht aber der Wunsch, trotz der schweren Erkrankung in der vertrauten Umgebung, z.B. zu Hause oder im Altenwohnheim, zu verbleiben. Wir versuchen dann, in Ergänzung zu den Gesundheitsdiensten diesem Wunsch nachzukommen."

Was sind eure Aufgaben?
"Wir beraten und begleiten Betroffene und ihre Angehörigen in medizinischer, pflegerischer, sozialrechtlicher, psychologischer und spiritueller Hinsicht. Wir versuchen, Schmerzen und andere belastende Symptome zu lindern und den Verbleib in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Eine vorausschauende Planung für Krisen und Notfälle ist dafür die Voraussetzung.
Außerdem beraten wir bei ethischen Fragestellungen wie z.B. Ernährung am Lebensende."

Wie erlebt ihr die Zeit rund um Covid-19?

"Unsere chronisch kranken oder auch alten Mitmenschen leiden sehr unter der Covid-19 Pandemie und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen, vor allem in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Der Spagat zwischen Nähe und Distanz ist eine Herausforderung, wir versuchen tagtäglich individuelle Lösungen zu finden. Es zeigt sich hier, wie wichtig eine vorausschauende Planung für Krisen und Notfälle ist."

Welche Gedanken könnt ihr den Menschen zum Sterben und dem Tod mit auf den Weg geben?

Ines Paratscher: "Leben und Tod sind untrennbar miteinander verbunden. Dennoch wird der Gedanke an Sterben und Tod noch immer gerne verdrängt. Wenn das Sterben naht, ist die gemeinsame Auseinandersetzung mit der Endlichkeit aber von großer Wichtigkeit. Die Zeit bekommt eine ganz neue Bedeutung, wird meist wesentlich bewusster und intensiver erlebt und beide, Kranke und Angehörige benötigen in dieser Zeit besonders viel an Zuwendung, menschliche Wärme und Aufmerksamkeit. Wir bauen ein Netzwerk auf, damit wir die Familien in schwierigen Zeiten gut begleiten und Sicherheit vermitteln können."

Die Hospiz- und Palliativversorgung ist eine Initiative des Landes Tirol, unter Federführung von LR Bernhard Tilg und der Sozialversicherungsträger.
Weitere Informationen unter: www.palliativ-triol.at

Michael Kranebitter, ärztlicher Leiter des mobilen Palliativteams.
Ines Paratscher, DGKP.
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