Stromerzeugung beim Holzgroßbetrieb
Meilenstein mit Kraftwerk im Egger-Werk
- Werksleitung St. Johann vor der neuen Turbine: Mario Sevignani, Michael Happ, Johannes Salvenmoser, Martin Reinberger.
- Foto: Egger
- hochgeladen von Klaus Kogler
Neues Kraftwerk im Egger-Stammwerk St. Johann erzeugt erstmals Strom – ein Meilenstein für das Unternehmen.
ST. JOHANN. Seit dem Baustart im Frühjahr 2024 investiert der Holzwerkstoffhersteller Egger rund 80 Millionen € in die nächste Ausbaustufe des Energie- und Umweltprojekts im Stammwerk in St. Johann. Das Herzstück ist ein neues Kraftwerk mit Dampfkessel und Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis biogener Brennstoffe, das künftig sowohl Wärme als auch erstmals Strom für die eigenen Produktionsprozesse liefert.
Zur Stromerzeugung wurde eine 14,5-MW-Turbine installiert, die pro Jahr ca. 100.000 MWh elektrische Energie erzeugt. Mit der ersten Stromproduktion im Mai wird das Kraftwerk nun stufenweise hochgefahren. Der Projektabschluss sowie der Übergang in den Vollbetrieb sind für den Spätsommer geplant.
Im Normalbetrieb soll das Werk dadurch erdgasfrei arbeiten; eine Eigenstromversorgung von mindestens 70 % des Standortbedarfs ist vorgesehen. So wird der Einsatz fossiler Brennstoffe am Standort gegen null reduziert. Zusätzlich können die umliegenden Gemeinden mit noch mehr nachhaltiger Fernwärme versorgt werden.
Damit ist ein wichtiger technischer Meilenstein erreicht:
„Die erste Stromproduktion markiert einen bedeutenden Abschnitt in der technischen Umsetzung des Projekts“,
sagt Projektleiter Hans Feiersinger.
„Der Fokus liegt nun auf dem stabilen Hochfahren und der weiteren Integration der Anlage in den laufenden Betrieb.“
Johannes Salvenmoser, Werksleitung Produktion & Technik, ergänzt:
„Wir machen uns unabhängiger von volatilen Energiemärkten und sichern die Produktionsprozesse langfristig ab“.
Ein weiterer Vorteil, der auf die Klimastrategie von Egger einzahlt: „Im Normalbetrieb produzieren wir künftig erdgasfrei.“
Klare Klimastrategie
Egger verfolgt eine klar definierte Klimastrategie mit dem Ziel, seine klimawirksamen Treibhausgas-Emissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu senken. Das Unternehmen bekennt sich zum Net Zero Ziel bis 2050 und setzt dabei auf Emissionsreduktion innerhalb der eigenen Prozesse und Standorte und der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette – nicht auf Kompensation außerhalb der Wertschöpfungskette.
Die Entwicklung standortspezifischer Energieprojekte, wie das neue Kraftwerk in St. Johann, ordnet sich in diesen langfristigen Ansatz ein.
Das Werk St. Johann verfügt bereits seit 2008 über eine Kesselanlage, die durch die Verbrennung von Biomasse und biogenen Produktionsrückständen Wärmeenergie für die Produktionsanlagen sowie die Fernwärmeversorgung der Gemeinden St. Johann und Oberndorf erzeugt.
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