31.10.2017, 13:48 Uhr

Startschuss für palliative Betreuung in Kitzbühel und Kufstein

Rudolf Puecher (BKH-Obmann des KH Kufstein), Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, TGKK-Obmann Werner Salzburger und Paul Sieberer (Verbandsobmann des BKH St. Johann) gaben den Startschuss für die palliative Betreuung in Kufstein und Kitzbühel (v. li.).
BEZIRK KITZBÜHEL/KUFSTEIN (jos). Der 31. Oktober ist wohl ein denkwürdiger Tag für die Bezirkskrankenhäuser St. Johann und Kufstein. Mit der Ausweitung der palliativen Betreuung in den beiden Bezirken ist nun ein flächendeckendes Angebot nahezu in ganz Tirol verfügbar.
Das Palliativteam ist beratend und unterstützend in den jeweiligen Krankenhäusern, Zuhause und in Pflegeheimen tätig und wird dabei von 19 ehrenamtlichen Mitarbeitern in Kitzbühel und von 16 in Kufstein unterstützt. Die Kosten belaufen sich in Kitzbühel auf rund 245.000 Euro und in Kufstein auf 163.000 Euro pro Jahr.

Ausdehnung auf das ganze Land im Fokus

"Wir starteten im Jahr 2009 mit 40 Palliativbetten in Tirol. Der Stützpunkt dieser Initiative befindet sich im Hospizhaus in Hall", so Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg. "Zuerst startete man in Reutte, Osttirol und Innsbruck Land, inzwischen sind alle Bezirke außer Schwaz und Landeck im Projekt integriert. Auch hier streben wir noch eine Ausdehnung im Jahr 2018 an", so Tilg weiter. Das Ziel, so Werner Salzburger (TGKK-Obmann), sei es, die Lebensqualität der Betroffenen in der gewohnten Umgebung zu verbessern. Für den  Verbandsobmann des BKH St. Johann Paul Sieberer ist es großes Anliegen, das Krankenhaus St. Johann mit Betten für die Palliativbetreuung auszustatten, da aktuell noch keine vorhanden sind. In Kufstein gibt es bereits vier Betten, eine Aufstockung auf acht wird geplant.

Grundbasis ist Vertrauen

"Mitfühlen statt Mitleiden" ist der Leitfaden von Initiatorin Ines Paratscher. Sie betreute in den letzten drei Wochen einen jungen Mann, der kürzlich verstoben ist. Mitreißend erzählte sie, wie es ihr mit dem Patienten ergangen ist.
"Wichtig ist, dass es eine Grundbasis im Vertrauen gibt, dass eine gute Zusammenarbeit funktionieren kann", erklärt Paratscher. Sie und ihre Kollegin Sabine Zanger aus Kufstein nutzten den Sommer, um sich um die infrastruktuellen Rahmenbedingungen zu kümmern.

Fakten

"46 Prozent der Bevölkerung verstirbt im Krankenhaus, 23 Prozent im Eigenheim, 21 Prozent in Altenwohn- oder Pflegeheimen und der Rest im Ausland oder bei Unfällen. Hier sieht man genau, dass eine Palliativ- und Hospizeinrichtung in den Spitälern dringend von Nöten ist", fasst LR Bernhard Tilg zusammen.
Es gibt aktuell 89 Pflegeheime im Land, 16 davon sind bereits mit solch einem System ausgestattet. Tirol ist das einzige Bundesland, das über ein gemeinsames Konzept verfügt.
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