08.02.2018, 12:46 Uhr

Arbeitsmarktdaten so gut wie schon lange nicht mehr

Unter anderem konnte das Bau- und Baunebengewerbe im Vorjahr stark zulegen.

Das Jahr 2017 war für den Arbeitsmarkt des Bezirkes Kitzbühel ein außergewöhnliches. Das AMS Kitzbühel zieht eine positive Bilanz.

BEZIRK KITZBÜHEL (niko). „Durch das kräftige Wirtschaftswachstum waren bzw. sind die Arbeitsmarktdaten so gut, wie schon lange nicht mehr“, berichtet Manfred Dag, Leiter des AMS Kitzbühel. Es gab 2017 weniger Arbeitslose, mehr Beschäftigte und mehr Jobangebote.

Es gibt aber auch Probleme und Herausforderungen. Ältere Arbeitslose und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen tun sich weiterhin sehr schwer, eine passende Arbeit zu erlangen. Die vorhandenen Qualifikationen passen oft nicht mehr mit den Anforderungen seitens der Wirtschaft zusammen. Die Mitarbeitersuche für die Betriebe ist deutlich schwerer geworden.

Die Arbeitslosigkeit ist 2017 um 9,3 % zurückgegangen. Es waren im Jahresdurchschnitt 1.498 Personen arbeitslos (–154). Nach Innsbruck verzeichnete der Bezirk Kitzbühel den größten Rückgang in Tirol.

„Die Arbeitslosigkeit im Bezirk ist zu einem großen Teil saisonal bedingt. Dadurch gehört Kitzbühel während der Hochsaison zu den Regionen mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit und einem großen Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften, während in der Zwischensaison die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist“, so Dag.

Kontinuierlich mehr Beschäftigte

„Wie in den Vorjahren ist auch 2017 die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Vor allem Bau bzw. Baunebengewerbe, Industrie, Handel und Tourismus konnten im Bezirk stark zulegen. Im Jahresschnitt gab es 26.253 Beschäftigte im Bezirk, um 1,8 % mehr als 2016", so Dag.

Wie bereits seit mehreren Jahren ist der Anstieg der Beschäftigten auf zusätzliche ArbeitnehmerInnen aus dem Ausland - vorwiegend aus anderen EU - Ländern zurückzuführen.

Niedrig wie lange nicht

Der Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Kombination mit steigenden Beschäftigtenzahlen hat dazu geführt, dass die Arbeitslosenquote im Bezirk so niedrig war, wie schon lange nicht mehr. Sie betrug 5,4 %, das war der niedrigste Wert seit mindestens 1995. Im Jahr 2014 betrug die Arbeitslosenquote bedingt durch die Wirtschaftskrise noch 7 %.

Dauer der Arbeitslosigkeit

Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit betrug im Bezirk 58 Tage. Damit konnte diese 2017 um vier Tage verkürzt werden. Österreichweit verzeichnet nur der Bezirk Reutte eine kürzere Dauer.

„Die Zahl der älteren Beschäftigten steigt zwar, jedoch finden jene, die arbeitslos werden, schwerer eine neue Arbeit“. Vor allem bei den über 55-Jährigen verzeichnet das AMS Kitzbühel weiterhin einen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Schwierige Suche

Die gute Auftragslage führte dazu, dass 2017 dem AMS Kitzbühel so viele Jobangebote gemeldet worden sind, wie noch nie zuvor – insgesamt 5.837.
Die meisten Stellenmeldungen kamen aus dem Tourismus (3.149), gefolgt vom Handel (646).

Schwerpunkte 2018

Die Prognosen gehen auch für 2018 von einem kräftigen Wirtschaftswachstum aus. „Schwerpunkte unserer Tätigkeit 2018 sind, Betriebe bei der Suche nach Arbeitskräften zu unterstützen, ältere Arbeitslose bzw. jene mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen und Hilfskräften eine Berufsausbildung in jenen Berufen anbieten zu können, in denen besonders viele Fachkräfte gesucht werden", so der AMS-Chef.

Aufwärtstrend im Jänner

„Zum Jahresbeginn 2018 setzte sich der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt fort“. Die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich gegenüber dem Jänner des Vorjahres um 9 %. Es waren 1.393 Personen arbeitslos gemeldet, um 137 weniger als im Vorjahrsmonat.
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