Ordination geschlossen
Keine medizinische Versorgung in Poggersdorf

Poggersdorfs Hausarzt Gerhard Kubelka musste seine Ordination schließen, weil ein Patient behandelt wurde, der sich im Nachhinein als Corona-Patient entpuppte.
  • Poggersdorfs Hausarzt Gerhard Kubelka musste seine Ordination schließen, weil ein Patient behandelt wurde, der sich im Nachhinein als Corona-Patient entpuppte.
  • Foto: Pixabay
  • hochgeladen von Vanessa Pichler

Poggersdorfer Hausarzt Gerhard Kubelka hat infizierten Patienten behandelt. Dies stellte sich im Nachhinein heraus. Der Arzt befindet sich in Heimquarantäne, seine Ordination ist geschlossen. Kubelkas Rachen-Abstrich ist jedoch negativ. Bürgermeister Arnold Marbek verknüpft fehlende medizinische Versorgung an erneute Forderung nach weiterer Kassenstelle.

POGGERSDORF. Poggersdorfs Bürgermeister Arnold Marbek informiert nun, dass es derzeit keine medizinische Versorgung in der Gemeinde gibt. Denn die Ordination von Kassenarzt Gerhard Kubelka wurde geschlossen. Kubelka wurde im Zuge des "contact tracing" informiert, dass ein Patient (diese Formulierung lässt keinen Rückschluss aufs Geschlecht des Patienten zu) positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. "Dann musste ich sofort zusperren und mich in Heimquarantäne begeben, meine zwei Ordinationsassistentinnen auch."

Arzt bleibt in Heimquarantäne

Kubelka konnte erwirken, dass bei ihm ein Rachen-Abstrich gemacht wurde, der negativ ausfiel. Trotzdem muss er laut Amtsarzt für zwei Wochen in Heimquarantäne bleiben. Für ihn ist die Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt zuständig, da der Hausarzt seinen Wohnsitz dort hat.
Frühestens darf Kubelka also am 30. März wieder aufsperren. 

"Patienten brauchen Ansprache!"

Bei seinen Ordinationsassistentinnen wurde gar kein Abstrich vorgenommen, da sie keine Symptome aufweisen. Auch sie befinden sich zwei Wochen lang in Heimquarantäne. 
Kubelka weist darauf hin, dass in seiner Ordination wichtige Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden sind. Man habe sogar mit Mundschutz gearbeitet, "auffällige" Patienten beim Warten abgesondert, auch Desinfektion gesetzt.
Er würde sich wünschen, dass nun auch seine Ordinationsassistentinnen getestet werden. Für die Poggersdorfer bedauert er die geschlossene Ordination: "Ich würde so gerne wieder aufsperren. Die Patienten sind vielfach verunsichert und brauchen Ansprache."

Forderung nach zweitem Kassenarzt

Marbek sieht sich nun mit besorgten Bürgern und laufend Anfragen konfrontiert. "Deshalb muss ich auf die Problematik aufmerksam machen!" 
Seit dem Jahr 2016 bemühe sich die Marktgemeinde Poggersdorf um einen zweiten praktischen Arzt mit Kassenvertrag. Bisher ohne Erfolg. "Durch die uneinsichtige und realitätsferne Haltung der Ärztekammer und Gebietskrankenkasse (heute ÖGK) wurden diese mehrfach vorgebrachten Anträge immer abgelehnt", fordert Marbek eine gesetzliche Änderung des Planstellen-Systems.
Er wolle sich dafür einsetzen, eine "zukunftsorientierte medizinische Versorgung sicherzustellen". 

Wie geht der Amtsarzt vor?

Die WOCHE hat sich beim Land Kärnten nochmal erkundigt, nach welchen Kriterien die Amtsärzte Rachen-Abstriche anordnen. Es gebe momentan keine neue Strategie des Ministeriums, diese Vorgehensweise zu ändern. Die Kriterien: Kontakt mit einem Infizierten, Auslandsreise in eines der Krisengebiete und Symptome. 
Es heißt, was offenbar auch für Kubelka gilt: Der Abstrich ohne Symptome bringe nur bedingt etwas, denn wer heute negativ ist, wiegt sich in Sicherheit, kann aber innerhalb der 14-tägigen Inkubationszeit noch positiv sein.

Autor:

Vanessa Pichler aus Klagenfurt

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