11.12.2017, 23:32 Uhr

Laufendes Update: Föhnsturm im Rosental - Bilder der Verwüstung

Ferlach war besonders stark betroffen, natürlich auch Zell (Foto: Ingo Appé)

Unpassierbare Straßen im Rosental, in Grafenstein wurde Sportplatz verwüstet. Stadtgemeinde Ferlach war mit dem Fahrzeug nicht erreichbar. In allen Feuerwehr-Abschnitten gab es viel zu tun.

KLAGENFURT LAND. Auch den ganzen Dienstag über herrschte Ausnahmezustand im Bezirk Klagenfurt Land (siehe laufende Berichterstattung unten). Die Situation jetzt, Dienstag, um etwa 19 Uhr: Es sind wieder alle Ortschaften im Bezirk erreichbar. Trotzdem bleibt die Schule in Zell-Pfarre morgen noch geschlossen - es fehlt noch die Stromversorgung. Zahlreiche Haushalte sind noch ohne Strom, doch die Mitarbeiter von Kärnten Netz arbeiten an der Versorgung. Morgen werden außerdem die Bundesheer-Pioniere ins Rosental ausrücken. In der Nacht könnte es schneien - fünf bis zehn Zentimeter. Die Klärnalge in Ferlach funktioniert, in Feistritz muss weiterhin das Wasser wegen Trübung abgekocht werden. Die Alarmbereitschaft des Krisenstabes bleibt über Nacht bestehen.

Das geschah heute in den Feuerwehr-Abschnitten

Blickt man zurück, so waren heute alle 24 Feuerwehren des Abschnittes Rosental mit Aufräumarbeiten beschäftigt, es gab auch Erkundungsflüge durch Hubschrauber des Innenministeriums. 
Im Abschnitt Grafenstein waren ebenfalls viele Einsätze zu vermelden - die Ortschaft Kossiach war sogar von der Außenwelt abgeschnitten. Bis zum frühen Nachmittag konnten die Einsätze abgearbeitet werden. Im Einsatz standen die Feuerwehren Radsberg, Ebenthal, Zell-Gurnitz, Mieger, Grafenstein, St. Thomas am Zeiselberg, St. Peter-Stegendorf, Maria Saal und Pischeldorf. 
Mit Unwettereinsätzen hatte es auch der Abschnitt Wörthersee zu tun. In ihren Ortsbereichen betraf das die Wehren Krumpendorf, Keutschach, Schiefling und Techelweg. Ein Verkehrsunfall auf der B83 Kärntner Straße mit zwei leicht verletzten Personen beschäftigte am Nachmittag die Kameraden aus Töschling, Techelsberg und Pörtschach.


Update: Dienstag, ab 6 Uhr

Die Stadtgemeinde Ferlach war mit dem Fahrzeug von allen Richtungen nicht erreichbar. Für die Aufräum-Helfer herrscht Lebensgefahr, weshalb die Aufräumarbeiten noch dauern werden. In Klagenfurt Land gibt es zahlreiche Stromausfälle. Auch auf den Serpentinen bei Wellersdorf liegen Bäume. 
Es tagte der Landeskoordinationsausschuss in der Landesalarm- und Warnzentrale. Laut Bgm. Appé sind auch die Schulen geschlossen, Betreuung ist allerdings gewährleistet. Die Schule und der Kindergarten in Maria Rain sind ebenfalls zu, dasselbe gilt für Zell und Ludmannsdorf. 

  • 7.45 Uhr: Die B 91 Hollenburger Wald ist wieder frei. Über Ferlach Unterloibl bzw. Unterbergen kommt man wieder in Richtung Klagenfurt, in Görtschach ist die Straßensperre noch aufrecht.
  • 8 Uhr: Sperre zwischen Lambichl und Kirschentheuer auf der Loiblpass Straße wurde aufgehoben.
  • 8.27 Uhr - nach der Sitzung des Landeskoordinationsausschusses: In Kärnten gab es bis dato 420 Feuerwehreinsätze von 80 Feuerwehren, rund 1.400 Feuerwehrleute stehen seit der Nacht im Einsatz. Auch das Bundesheer ist nun einsatzbereit. Etwa 6.500 Haushalte sind derzeit ohne Strom.
  • 8.32 Uhr: Das Gemeindeamt Ludmannsdorf ist aufgrund eines Stromausfalles telefonisch nicht erreichbar.
  • 9.20 Uhr: Straßenbaureferent LR Gerhard Köfer reagiert via Aussendung: "Wir werden zur Bewältigung der Katastrophe externe Gerätschaften herbeiholen müssen. Ebenso wird es notwendig sein, Holzfrächter mit dem Abtransport von Schadholz zu beauftragen." Durch Kontrollflüge verschaffe man sich einen besseren Überblick über das Ausmaß der Katastrophe. Köfer bietet den betroffenen Gemeinden unbürokratische Sofort-Hilfe an.
  • 9.47 Uhr: In Feistritz wird vermutet, dass die massiven Regenfälle die Quellfassung von Sinach verunreinigt haben. Das Wasser muss abgekocht werden - mindestens drei Minuten. Diese Warnung der Gemeinde gilt für die Bewohner von Feistritz im Rosental, Sala, Polana, Matschach und Unterfeistritz. Bei Fragen: 04228/20 35
  • 10.28 Uhr: Der Loiblpass ist wieder befahrbar.
  • 10.49 Uhr: Forstreferent LR Christian Benger hat zu einem Runden Tisch geladen. "Um die Schritte für eine Bestandsaufnahme zu klären, ebenso für die Schadenserhebung und auch, ob unsere Experten der Agrarbauhöfe für das ländliche Wegenetz vonnöten sind bei Aufräumarbeiten und Instandsetzungen." Es herrscht höchste Gefahrenstufe in den Wäldern. Auch die Forst-Drohne steht bereit.
  • 11:27 Uhr: Die Verbindung Ferlach Kirschentheuer über Görtschach ist wieder frei. Im Tal besteht keine Gefahr mehr. 
  • 13.02 Uhr: Ein Bundesheer-Trupp versucht noch nach Zell zu gelangen. Der Ort ist völlig abgeschnitten. Ob morgen in Zell-Pfarre ein Schulbesuch möglich ist, ist noch fraglich.
  • 13.03 Uhr: Schiefling Bgm. Valentin Happe meldet eine Überschwemmung der Keutschacher Straße durch den Albersdorferbach.
  • 13.45 Uhr: Zell-Pfarre ist über Waidisch wieder erreichbar.
  • 15.15 Uhr: Der Grenzübergang/Loibltunnel ist wieder geöffnet.
  • 15.30 Uhr: Die Gemeinde Ludmannsdorf informiert, dass das Stromnetz in Zedras und Großkleinberg wahrscheinlich erst morgen, Mittwoch, verfügbar sein wird.
  • 16 Uhr: Die FF Köttmannsdorf meldet, dass alle Straßen in Köttmannsdorf wieder vorsichtig befahrbar sind.

Zu den Sturm-Einsätzen in Völkermarkt!

WOCHE-Redakteurin Kristina Orasche berichtet aus ihrem Heimatort Vellach

Schlimmer Föhnsturm in Kärnten


Video von einer Fahrt von Ferlach nach Klagenfurt


Montag, 22 Uhr:

BEZIRK KLAGENFURT LAND. Dachabdeckungen, Baumentwurzelungen, Stromleitungsschäden: Ferlachs Bgm. Ingo Appé brachte die Probleme des Abends auf den Punkt. "Zahlreiche Ortsteile sind derzeit nicht erreichbar", schrieb er auf Facebook. "Die Häuser bitte nur wenn unbedingt notwendig verlassen!"


Zell teilweise erschwert passierbar

Der Feuerwehr-Abschnitt Rosental war heute aufgrund des Föhnsturms besonders gefordert: Alle Feuerwehren standen im Einsatz. Hauptverbindungen waren gesperrt - etwa die B91 Loiblpass Straße zwischen Maria Rain und Ferlach. Hier waren Bäume umgestürzt und eine Stromleitung gerissen - so wurden Fahrzeuge eingeschlossen. Ein LKW- sowie ein PKW-Fahrer wurden sogar von Bäumen getroffen, Gott sei Dank blieben die Fahrer unverletzt. Besonders schlimm war es in den Gemeinden Köttmannsdorf, Ludmannsdorf, Maria Rain, Feistritz, St. Margareten, Zell (nur erschwert erreichbar) und Ferlach. Sturm mit Böen über 100 km/h führte dazu, dass die Rosental Straße (B85) oder die Waidischer Landesstraße (L103) mehrmals gesperrt werden mussten - ebenso Gemeindestraßen.    

Straßen gesperrt

Zwischen Unterloibl und dem Loibltunnel musste die B91 sogar gesperrt werden, dauernd stürzten Bäume um. Erst in der Früh kann man die Lage neu beurteilen. Auch Teile der Ferlacher Wasserversorgung sind ausgefallen. Im Hollenburger Wald wurden viele Fahrzeuge von Bäumen getroffen, der Verkehr kam zum Erliegen. Eine ca. 30 Meter hohe Fichte fiel auf einen Polizeiwagen und das Auto eines 59-jährigen Mannes aus Spittal. Ein Polizeibeamter wurde dadurch unbestimmten Grades verletzt, weitere Personen nicht. Der Beamte und eine weitere durch das Ereignis verletzte Person wurden von der Rettung ins UKH bzw. ins Klinikum Klagenfurt gebracht.

Grafensteiner Sportplatz verwüstet

Auch in Grafenstein wurden Bäume entwurzelt. Die FF Grafenstein musste sogar zeitweise die Arbeiten aufgrund des anhaltenden Sturmes einstellen. Personen wurden hier keine verletzt. Aber der Sportplatz wurde teilweise verwüstet. 
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Kerstin Wutti aus Land Österreich | 12.12.2017 | 11:47   Melden
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Isabel k. aus Wolfsberg | 12.12.2017 | 12:48   Melden
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Alfons Lepej aus St. Veit | 12.12.2017 | 12:57   Melden
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Herta Goldschmied aus St. Veit | 12.12.2017 | 17:53   Melden
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