Wohin mit dem Auto?
Beschwerde über Kufsteiner Parkzonen, Kaufleute sehen auch Vorteile
- Das Parken in den Kurzparkzonen Kufsteins ist teurer geworden. Das stößt bei manchen Besuchern auf Unverständnis.
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Leserin wendet sich mit Beschwerde an MEINBEZIRK: Parken in Kufsteiner Innenstadt ist nun teuer, Einkauf in Kufstein sei so kaum mehr möglich. Kufsteiner Kaufleute: Plätze stehen nun mehreren Kunden zur Verfügung.
KUFSTEIN. Wer in Kufstein in einer der Kurzparkzonen in der Innenstadt parkt, zahlt von Minute 1 an. Das Parken in Kufstein ist und bleibt ein brandheißes Thema, nachdem die Stadt mit 1. April 2026 eine neue Kurzparkzonenverordnung eingeführt hat. Davor gab es noch Kurzparkzonen in der Innenstadt, in denen man mit Parkscheibe 120 Minuten gebührenfrei parken konnte. Das ist nun aber vorbei. Wer parken will, zahlt von der ersten Minute an, wobei an vielen Stellen nur ein Parken über maximal 60 Minuten möglich ist.
Parken in Innenstadt: Kritik von Leserin
Genau das kritisiert auch eine MEINBEZIRK-Leserin aus Ebbs, die sich in einem Leserbrief an die Redaktion wandte. "Ich wohne in Ebbs und bin sehr gerne in Kufstein unterwegs – Einkäufe erledigen, einfach nur bummeln oder mit Freunden etwas trinken oder essen gehen. Jedoch stelle ich mir immer öfter die Frage: wohin mit meinem Auto?", erklärt die Leserin. Da eine Anfahrt mit dem Fahrrad von Ebbs zu weit sei, müsse sie das Auto nehmen. "Nun ist aber fast ganz Kufstein flächendeckend mit Kurzparkzonen organisiert, d.h. ich kann maximal 60 Minuten stehen bleiben – da geht sich nicht viel aus: der unbedingt nötige Einkauf oder der kurze Arztbesuch oder schnell mal ein Kaffee", erklärt die Frau. Ihr Argument: Hätte sie mehr Zeit, könnte sie sich auch mehr Zeit zum Einkaufen nehmen und würde in der Folge mehr kaufen.
Tiefgaragen kosten auch
Wer nun als Alternative die Fahrt in die Tiefgarage vorschlägt, der irrt. Denn auch hier ist in Kufstein nur die erste Stunde gratis. Die Ebbserin fragt sich in ihrem Leserbrief, warum sie bei einem Besuch in Kufstein, bei dem sie ohnehin Geld in Kufstein ausgebe, auch noch für das Parken so viel Geld zahlen müsse. Dies sei vor allem ein Thema, wenn man gerne mehrmals in der Woche nach Kufstein fahren möchte.
- Die neue Regelung wurde im Frühjahr eingeführt.
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Kaufleute: Können häufiger wechseln
Die Kufsteiner Kaufmannschaft betont, dass man Verständnis dafür habe, dass die Umstellung der Kurzparkzonen auf Kritik stößt. Je einfacher und günstiger das Parken ist, desto besser sei es natürlich für die Kundinnen und Kunden und damit auch für den Handel. "Ich finde allerdings, dass man hier schon unterscheiden muss: Kurzparkzonen sind in erster Linie für kurze Besorgungen gedacht. Zum Beispiel für Kundinnen und Kunden, die in den Geschäften schnell etwas abholen oder umtauschen möchten. Durch die zeitliche Begrenzung können die Parkplätze häufiger wechseln und stehen somit im besten Fall mehreren Kundinnen und Kunden zur Verfügung", betont Hanna Pipp, Obfrau der Kufsteiner Kaufmannschaft.
Tiefgarage für längeren Einkauf
Für einen längeren Aufenthalt in der Stadt würden die zentral gelegenen Tiefgaragen zur Verfügung stehen, betont die Kaufmannschaft. Die Parktarife seien hier im Vergleich zu anderen Städten nicht ungewöhnlich.
"Für uns als Kaufmannschaft ist wichtig, dass beide Möglichkeiten gegeben sind. Unkompliziertes und möglichst günstiges Parken für schnelle Erledigungen und genügend Parkplätze in den städtischen Tiefgaragen für einen entspannten Einkaufsbummel", sagt Pipp. Ob die neue Kurzparkzonenregelung zu einer spürbaren Verschlechterung führe, lasse sich aktuell noch nicht beurteilen. Die Kaufmannschaft werde aber hierfür noch die Rückmeldungen ihrer Mitgliedsbetriebe einholen.
Stadt rechnete mit mehr Geld
Dabei hat die Stadt Kufstein, was Einnahmen aus den Kurzparkzonen betrifft, 2026 mit mehr gerechnet, als tatsächlich eingenommen wurde. Das zeigt der aktuelle Finanzbericht, den Bürgermeister Martin Krumschnabel auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung verlas. Im Voranschlag für das heurige Budget war man von Einnahmen durch Parkgebühren in der Höhe von 250.000 Euro ausgegangen. Tatsächlich sind bislang nur 146.045 Euro eingegangen. Man hat hier also, anders gesagt, bis Ende September nur 58 Prozent der erwarteten jährlichen Einnahmen erreicht.
- "Auch das mir zugegangene Echo seitens der Bevölkerung ist sehr positiv, weil man jetzt leichter einen Parkplatz findet", sagt Bürgermeister Martin Krumschnabel.
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Krumschnabel: Platz für Anwohner
Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel betont, dass die Intention hinter der neuen Kurzparkzonenregelung jene war, dass die vorhandenen Plätze bedarfsgerecht genutzt werden. Deshalb habe man auch neue Kategorien eingeführt. "Jetzt haben Anwohner bessere Chancen in ihrem Wohngebiet tatsächlich zu parken, Arbeitnehmer in gewissen Sektoren ebenfalls und auch Handwerker können diese neuen Möglichkeiten nutzen", sagt Krumschnabel. Laut Rückmeldungen seitens der Stadtpolizei würde das System sehr gut funktionieren. "Auch das mir zugegangene Echo seitens der Bevölkerung ist sehr positiv, weil man jetzt leichter einen Parkplatz findet. Wer einen längeren Einkauf durchführen möchte, den verweise ich auf die zahlreich vorhandenen Kufsteiner Parkplätze in Tiefgaragen, hier ist das Angebot in der Stadt Kufstein wohl besser als in jeder anderen Stadt", sagt der Stadtchef abschließend. Bezüglich der geringeren Einnahmen bei Parkgebühren äußerte sich Krumschnabel gegenüber MEINBEZIRK trotz Anfrage nicht.
Den ganzen Leserbrief der MEINBEZIRK-Leserin zum Thema Parken in Kufstein findest du hier.
Weitere Beiträge aus und rund um den Bezirk Kufstein findest du hier.
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