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Erls Passion 2019 biegt in die Zielgerade

Die Passionsspiele losten aus, welches Ensemble den Auftakt macht: Markus Plattner, "Premieren-Maria" Barbara Maier, Projektleiter Peter Esterl und "Derniere-Maria" Renate Maier (v.l.).
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  • Die Passionsspiele losten aus, welches Ensemble den Auftakt macht: Markus Plattner, "Premieren-Maria" Barbara Maier, Projektleiter Peter Esterl und "Derniere-Maria" Renate Maier (v.l.).
  • hochgeladen von Sebastian Noggler

Am 26. Mai feiern die Passionsspiele Erl den Auftakt zum Spieljahr 2019 mit 32 geplanten Aufführungen. Den Text von Felix Mitterer für die Passion 2013 nimmt Regisseur Markus Plattner dabei mit dem großteils etablierten Ensemble als Ausgangspunkt für eine neue, tiefere Lesart mit weiterentwickelten Charaktären.

ERL (nos). Ein gewaltiger Erfolg war die Jubiläumspassion 2013 in Erl, nicht zuletzt aufgrund des komplett modernisierten Spiels, für das Felix Mitterer einen neuen Text verfasste und das vom Team rund um Regisseur Markus Plattner in bewegenden Bildern auf die Bühne gebracht wurde. Über 50.000 Zuschauer zählten die Erler, erstmals kam die Hälfte davon aus Österreich, während zuvor der süddeutsche Raum dominierte. Nun steht sechs Jahre später eine "Wiederaufnahme" an, die keine sein will. Die kommende Passion soll tiefer gehen, für Mitwirkende wie Zuschauer.

Passionsspiele 2019: "Keine Wiederaufnahme, eine Weiterentwicklung"

Peter Esterl, Projektleiter der Passionsspiele 2019, erklärt: "Es ist keine Wiederaufnahme, denn wir spielen sicher nicht die gleiche Passion wie 2013." Für die heurige Spielsaison wolle man "in die Tiefe gehen, Charaktäre neu und tiefer erarbeiten und weiter entwickeln", so Esterl. "Es ist uns größtenteils gelungen, wieder mit den selben Künstlern zusammen zu arbeiten, wie 2013. Markus (Anm. Plattner) hat in den letzten fünf Jahren wieder viele neue Inszenierungen und Erfahrungen gemacht, jetzt gilt es diese Begeisterung wieder ins Ensemble zu bringen. Es ist sehr gut für uns, dass sich unser Regisseur und unser Autor Felix Mitterer so gut verstehen."
Die "sehr anspruchsvolle Musik für Sänger und Musiker" kommt, wie 2008 und im Zwischenspiel "Totentanz", aus der Feder von Komponist Wolfram Wagner. Darum wird schon seit Oktober in Orchester und Chor geübt und geprobt. Die musikalische Leitung hat dafür Drummond Walker über, der für Bernhard Sieberer übernahm. Der Brite Walker ist mittlerweile selbst Erler, was Vorteile bringe, so Esterl: "Er weiß mit wem er es zu tun hat und was er von den Sängern erwarten kann."
Seit 2008, und so auch wieder heuer, kommt das Bühnenbild von Annelie Büchner, die Kostüme gestaltet Lenka Radecky. Für das Lichtdesign zeichnet wie schon 2013 Ralf Wapler verantwortlich, nicht zuletzt, weil im Passionsspielhaus in den vergangenen Jahren einiges an der Haustechnik erneuert wurde, so auch Ton und Licht. Dafür brauche es "professionelle Hilfe", so Esterl. Die in Erl traditionell großen Bilder werden heuer erstmals zusätzlich auch übersetzt: Englischsprachige Übertitel sollen den Text auch nicht-deutschsprachigen Passionsspielzuschauern näher bringen.

Zwei Kern-Ensembles wechseln sich ab

Auch in der Rollenverteilung gehen die Erler heuer neue Wege. Nachdem die Erfahrungen mit dem ständigen Wechsel der beiden Jesus-Darsteller 2013 so positiv ausgefallen seien, habe man sich entschlossen heuer neun Rollen – das Kern-Ensemble Jesus, Judas, Maria, Maria-Magdalena, Kaiphas, Pontius Pilatus etc – jeweils doppelt zu besetzen und abwechselnd spielen zu lassen. "Wir nehmen jetzt neun Schlüsselrollen her, die sich abwechseln werden. Da gibts es also zwei Ensembles, die sich Samstag/Sonntag abwechseln werden", erklären Esterl und Plattner. Rund 80 bis 100 Proben sind für die Laiendarsteller veranschlagt, "da pflügen wir uns mit viel Strategie durch", meint Regisseur Plattner.
Welches der beiden Neuner-Ensembles den Auftakt am 26. Mai macht, wurde am Donnerstag, den 17. Jänner im Passionsspielhaus ausgelost: Barbara und Renate Maier, die beiden Maria-Darstellerinnen, zogen dafür Lose. Nun spielt also Barbara Maier mit der Gruppe um Jesus-Darsteller Erwin Kronthaler die Premiere in ihrer sechsten Passionssaison. Renate Maier, mit Jesus Florian Harlander, übernimmt die Derniere.

Passion "an der Wurzel vertiefen"

"Es kann nicht das selbe Spiel bleiben wie 2013, das wäre ja irrsinnig. Es hat sich alles entwickelt, viel ist passiert. 2019 wird kerniger, schärfer, tiefer – in alle Richtungen. Das Spiel soll hinunter in die Tiefe, um neue Früchte zu finden", erklärt Markus Plattner. Der Plan sei, die Erler Passion "an der Wurzel zu vertiefen". Die Aufgaben für den Regisseur, der "einen Riesenbereich zu coachen" hat, sind vielfältig. Es gehe um die Erwartungshaltung des Publikums ebenso wie die aufrecht zu haltende Spannung für die erfahrenen Spieler, ein "an-entertainen gegen die Kälte" im unbeheizten Passionsspielhaus und einen Kampf gegen Gewohnheiten. Das Erarbeitete aus der 2013-er Passion werde dafür der Ausgangspunkt sein.

"Das ist wie Filmmusik"

"Nicht das schlechteste als Brite zur Zeit", so Drummond Walker froh, ist es, Erler zu sein. Der Chorleiter übernimmt die musikalische Leitung der Passionsspiele: "Mein Job ist, die Spannung und das Gefühl zu unterstützen. Das ist wie Filmmusik, sie bringt das Gefühl hinein, das Markus haben will." Walker schätzt schon jetzt die enorme Begeisterung der Erler Laien: "Ich habe Leute im Chor, die haben vorher noch nie gesungen!"
Was den passionierten Musiker besonders freut, sind die Anfragen zahlreicher Chöre aus der Region, die sich in Erl gemeldet haben, um eine der Heiligen Messen, die sonntags vor der Aufführung zelebriert werden, musikalisch zu umrahmen.

"Passion ist kein Selbstläufer"

Rund 300.000 Euro aus Landesförderung, Sponsorengeldern und Vereinsvermögen sehen den Erlern in dieser Spielsaison zur Verfügung, "bis ma udafånga", wie Obmann Johann Dresch erklärte. Dann fließen durch Eintrittsgelder wieder neue Mittel in die Kassen. Von den 45.000 bis 50.000 Besuchern, die man im 1.500 Gäste fassenden Passionsspielhaus bis Oktober in Erl erwarte, haben sich bereits 25.000 ein Ticket gesichert. "Wir wissen genau, dass das kein Selbstläufer wird. Die Zahlen von 2013 zu erreichen ist nicht einfach", so Esterl und Dresch. "Es braucht mehr als ein volles Haus, um einen Sommer lang zu spielen. Da braucht es auch Lust!", fügt Plattner hinzu.

Mehr Beiträge zu den Passionsspielen Erl finden Sie hier.

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