Für Schwarzes Kreuz aus Holz geschnitzt
Kramsacher "Leopoldskreuz" für Asinara

Hermann Hotter, Hans Guggenberger und Dieter Allesch (2. - 4.v.li.) mit den Kuratoren des Tiroler Landesverbandes.
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  • Hermann Hotter, Hans Guggenberger und Dieter Allesch (2. - 4.v.li.) mit den Kuratoren des Tiroler Landesverbandes.
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Das Schwarze Kreuz in Österreich hat die gesetzliche Verpflichtung, die Soldatenfriedhöfe zu pflegen und so den Gefallenen der beiden Weltkriege ein ehrendes Andenken zu bewahren. Einer dieser Friedhöfe liegt auf der Mittelmeerinsel Asinara bei Sardinien. Hermann Hotter, Geschäftsführer des Schwarzen Kreuzes Tirol, hat nun die Aufgabe übernommen, auf der Insel ein Denkmal zu errichten. Vor wenigen Tagen wurde dieses in der Sagzahnschmiede in Kramsach präsentiert.

TIROL/KRAMSACH (be/nos). Über 7.000 Kriegsgefangene wurden im Ersten Weltkrieg nach Asinara gebracht, darunter etwa 1.300 Tiroler. „Das Schwarze Kreuz wurde bereits 1997 auf Asinara aufmerksam gemacht“, erklärt Hermann Hotter, „auf höherer Ebene“ habe sich die Kriegsgräberfürsorge darum kümmern wollen – was jedoch nie geschah. Nun arbeiten das Schwarze Kreuz und der Tiroler Schützenbund zusammen, Obmann Fritz Tiefenthaler hat sich dazu verpflichtet, die Renovierung der Kapelle zu übernehmen, die von den österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen errichtet wurde.

Ein "Leopoldskreuz" für Asinara

Hans Guggenberger von der Sagzahnschmiede in Kramsach hat ein "teutonisches Kreuz", auch "Leopoldskreuz" genannt, als Denkmal vorgeschlagen und im Kleinformat aus Holz geschnitzt. Nach der endgültigen Zusage ging es an die Ausfertigung durch die Mitarbeiter der Sagzahnschmiede. Guggenberger hat bereits viele Altäre, Kreuze und andere kirchliche und kulturelle Symbole restauriert und angefertigt.

Hotter bat auch die Landesgeschäftsstelle des Schwarzen Kreuz Steiermark um Unterstützung, denn im Grundgedanken sollten die jeweiligen Länder, aus denen die Gefallenen stammten, für die Renovierung aufkommen. Nicht alle zeigen dafür Interesse, Dieter Allesch, Geschäftsführer des steirischen Vereins, hat eine Beteiligung zugesagt.

Asinara, Gefängnisinsel bei Sardinien

Asinara war von 1885 bis 1999 eine Gefängnisinsel, zuletzt vor allem für verurteilte Mafiosi. Auf der siebtgrößten Insel Italiens (52 Quadratkilometer groß) lebt heute nur noch Verwaltungspersonal, das ansonsten unbewohnt Eiland ist ein Naturschutzgebiet und beliebt bei Ausflüglern, die die bekannten und streng geschützten weißen Esel sehen wollen.

Auf Asinara wurden während des Ersten Weltkriegs österreichisch-ungarische Soldaten gefangen gehalten, überwiegend von der serbischen Armee gemachte Kriegsgefangene, die im Spätherbst 1915 auf ihrem Rückzug durch Montenegro und Albanien mitgeführt worden waren.
In den von den Italienern kontrollierten Häfen von Durazzo und Valona wurden die Gefangenen nach Asinara verschifft, von den 50.000 mitgeführten Gefangenen erreichten etwa 24.000 die Insel, so historische Quellen. Unter den auf den Märschen stark abgemagerten Gefangenen grassierte eine Choleraepidemie, die so auf Asinara eingeführt wurde. Allein während der Überfahrten etwa 1.500 Gefangene, im überfüllten Kriegsgefangenenlager  weitere 7.000 Gefangene innerhalb der ersten drei Monate. 
Nach Ende des Ersten Weltkrieges nahm das Lager nochmals etwa 300 aus dem Trentino stammende österreichische-ungarische Kriegsgefangene aus Russland auf. Nach ihrer Freilassung befürchteten die Italiener, diese könnten bolschewistische Propaganda verbreiten. (Quellen auf italienisch: Hier und hier).

Die österreichisch-ungarischen Kriegsgefangenen errichteten eine Kapelle auf Asinara. Für das kommende Jahr ist eine Einweihungszeremonie für die restaurierte Kapelle und das Denkmal auf der Insel geplant.

Einen informativen Artikel zu Asinara finden Sie auch auf wikipedia.
Alle Beiträge zum Thema Schwarzes Kreuz finden Sie hier.
Alle Beiträge zum Thema Soldatenfriedhof finden Sie hier.
Alle Beiträge zum Thema Kameradschaftsbund finden Sie hier.

Hermann Hotter, Hans Guggenberger und Dieter Allesch (2. - 4.v.li.) mit den Kuratoren des Tiroler Landesverbandes.
Hermann Hotter, Landesgeschäftsführer Schwarzes Kreuz Tirol, Sagzahnschmied Hans Guggenberger mit dem Holzmodell und Dieter Allesch, Landesgeschäftsführer im Schwarzen Kreuz Steiermark (v.l.).
Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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