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Neubaustrecke Schaftenau-Radfeld rollt in die nächste Phase

Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist durch das Ministerium nun grundsätzlich bestätigt. In Langkampfen planen die ÖBB die Errichtung einer neuen Haltestelle.
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  • Die Umweltverträglichkeitsprüfung ist durch das Ministerium nun grundsätzlich bestätigt. In Langkampfen planen die ÖBB die Errichtung einer neuen Haltestelle.
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Das Ministerium hat die Umweltverträglichkeitsprüfung für die Eisenbahn-Neubaustrecke Schaftenau – Radfeld bestätigt, womit der Bescheid nun rechtskräftig ist. Nun soll laut den ÖBB die nächste Phase des Großprojektes starten.

BEZIRK KUFSTEIN. Die Weichen im Tiroler Unterland stehen und zeigen in Richtung Bahnausbau. Bereits im Juli dieses Jahres bestätigte das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) per Bescheid die Umweltverträglichkeit für den Ausbau zwischen Schaftenau und Radfeld.
Seitens der ÖBB spricht man nun von einem weiteren Meilenstein in der jahrelangen Vorbereitung für den Bau einer Eisenbahn-Neubaustrecke, denn die rechtskräftige UVP-Grundsatzgenehmigung ebnet den Weg für die nächste Phase. Über 200 Seiten lang ist der nun vorliegende rechtskräftige Bescheid des Ministeriums.

Grünes Licht vom Ministerium

Die Verhandlungsschrift wurde im Frühjahr 2021 in den betroffenen Gemeinden der Projektregion aufgelegt, Bürger und Bürgerinnen konnten Einsicht nehmen. Dabei gab es erneut Stellungnahmen von Interessierten. Nachdem Fachexpterten dies noch einmal eingehend prüften, gab nun das BMK mit der positiven UVP-Grundsatzgenehmigung grünes Licht für die Fortsetzung der Planungen an dem 20,5 Kilometer langen Vorhaben. Damit fällt nun auch der Startschuss für die nächste Phase des Großprojektes.

Einreichung der Detailplanung 2022 geplant

Nun geht es in die Detailplanung, denn deren Einreichung ist für 2022 geplant. Die Planungsexperten müssen dabei, wie der Name suggeriert, ins Detail gehen und eine umfassende und detaillierte Beschreibung des Eisenbahnprojektes erstellen. Sollte hier alles nach Zeitplan laufen, könnte die Einreichung der Unterlagen zur Genehmigung beim Ministerium laut ÖBB schon 2022 stattfinden. Die Vorarbeiten für einen Rohbaustollen werden indes bereits voraussichtlich zum Jahreswechsel 2021/22 anlaufen. Für das Jahr 2023 erwartet man den Stollenbau selbst.

Nicht ganz eng beieinander lagen die Ansichten rund um die Planung der ÖBB. Die BI Langkampfen brachte im Rahmen der mündlichen Verhandlung Alternativvorschläge ein.
  • Nicht ganz eng beieinander lagen die Ansichten rund um die Planung der ÖBB. Die BI Langkampfen brachte im Rahmen der mündlichen Verhandlung Alternativvorschläge ein.
  • Foto: Barbara Fluckinger/BB Archiv
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Abstimmung mit Anrainern und Gemeinden

Die ÖBB wollen dabei weiter mit Anrainern und Gemeinden der Projektregion "eng" und "partnerschaftlich" zusammenarbeiten. „Frühzeitig und transparent die Planungen kommunizieren, zuhören sowie gemeinsam an Lösungen arbeiten hat sich auch während der Umweltverträglichkeitsprüfung bewährt“, sagt ÖBB-Projektleiter Peter Kölbach. Für die Abstimmung mit Gemeinden und Interessensvertretern soll das bewährte „Regionalforum“ fortgeführt werden. Auch Planausstellungen sowie die Abstimmung mit Grundstückseigentümern und unmittelbaren Nachbarn des Projektes werden fortgesetzt.
Dabei mussten die ÖBB in den vergangenen Jahren und Monaten immer wieder Kritik von Anrainern und Bürgerinitiativen einstecken. Die BI Langkampfen kritisierte mitunter den Ablauf der mündlichen Verhandlung im UVP-Verfahren und fühlte sich "nicht gehört". Auch die Bürgerinitiative Schöfftal wehrte sich im Zuge der Verhandlungen gegen Pläne für eine Deponie für Tunnelausbruch-Material bei Angerberg.

Projekt des Europäischen Kernnetzkorridors

Der zweite Ausbauschritt der neuen Unterinntalbahn umfasst rund 20,5 Kilometer Neubaustrecke. Davon verlaufen über 14 Kilometer in Tunnels. Auch der Inn wird am Gebiet der Gemeinden Breitenbach am Inn und Kundl unterquert. In Langkampfen errichten die ÖBB im Zuge der Projektumsetzung eine neue barrierefreie Haltestelle. Die Neubaustrecke soll den stark beanspruchten Eisenbahnknoten Wörgl entlasten und ist Teil des europäischen Skandinavien-Mittelmeer Kernnetzkorridors.

In Wörgl wurde ein eigener "Bahnsteig" zum Thema Brenner Basistunnel und zum Nordzulauf eingerichtet. Wegen des Lockdowns ist dieser aktuell geschlossen.
  • In Wörgl wurde ein eigener "Bahnsteig" zum Thema Brenner Basistunnel und zum Nordzulauf eingerichtet. Wegen des Lockdowns ist dieser aktuell geschlossen.
  • Foto: ÖBB/Berger
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„Erlebnisbahnsteig“ derzeit geschlossen

Um Anrainer und Interessierte bestmöglich über das Projekt Schaftenau – Radfeld zu informieren, bieten die ÖBB am Hauptbahnhof Wörgl eine interaktive Projektausstellung. Aufgrund der aktuellen Gesundheitssituation ist der Ausstellungsbetrieb aktuell jedoch nicht möglich. Im Regelbetrieb wäre die Ausstellung bei freiem Eintritt täglich zwischen 7 und 19:00 Uhr geöffnet. (bfl)

UVP-Bescheid für Abschnitt Radfeld-Schaftenau liegt vor
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