Positive Prognosen aus Langkampfen
Stihl Tirol ist weiterhin auf Kurs

Thilo Foersch ist seit 2015 als kaufmännischer Leiter bei Stihl Tirol am Standort Langkampfen tätig. | Foto: Christoph Klausner
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LANGKAMPFEN. Im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN gibt Thilo Foersch, kaufmännischer Leiter von Stihl Tirol, einen Ausblick auf die anstehenden Herausforderungen.

Die Welt scheint derzeit kaum zur Ruhe zu kommen. Fangen wir mit Corona an. Wie ist Stihl Tirol durch die Pandemie gekommen?
THILO FOERSCH: "Eigentlich gut! Wir haben uns immer an die öffentlichen Regeln gehalten und vieles umgesetzt. Im eigenen Haus kam es kaum zu Ansteckungen. Letzten Herbst hatten wir dann das erste Mal mehrere coronabedingte Ausfälle. Aus wirtschaftlicher Sicht hat sich der positive Trend fortgesetzt. Durch die Pandemie waren die Menschen mehr zu Hause und haben auch in Gartengeräte investiert. Genaue Zahlen zu 2021 werden wir aber erst im Mai bekanntgeben."

Und wie beeinflusst der Ukraine-Krieg Ihr Unternehmen?
"Seitens der Lieferketten sind wir wenig betroffen. Transportwege, wie zum Beispiel die Zugverbindung nach China, sind nun nicht mehr verfügbar, daher weichen wir auf Schiff- und Flugverbindungen aus. Aber die Auswirkungen im Geschäftsbetrieb sind nichts im Vergleich zu den Auswirkungen, die die Menschen vor Ort aufgrund des Krieges erleben müssen."

Welche weiteren Herausforderungen bzw. Projekte stehen in nächster Zeit an?
"Wir gehen weiterhin von einem gesunden Wachstum am Standort aus. Dazu wird auch die neue Kunststofffertigung beitragen, welche als neue Technologie Einzug in unser Unternehmen hält. Dieser Erweiterungsbau schreitet gut voran und geht im September in Betrieb. Dadurch können wir künftig zahlreiche Kunststoffteile selber fertigen, wodurch wir uns einerseits jährlich sehr viele LKW-Fahrten sparen und andererseits viel Lagerplatz zurückgewinnen, welchen wir anderweitig nützen können. Dafür benötigen wir aber noch einige Fachkräfte, die beispielsweise Spritzgussmaschinen einstellen und bedienen können.
Auch in anderen Bereichen stocken wir gerade unser Team auf. Zurzeit sind zahlreiche freie Stellen in der Produktion, aber auch im Verwaltungsbereich ausgeschrieben. Bei Letzterem liegt ein Fokus auf dem Einkauf. Dieser beschäftigt sich derzeit intensiv mit unseren Lieferketten und der Materialbeschaffung, um hier weiterhin gut unterwegs zu sein."

Mit welchen Maßnahmen versuchen Sie dem Arbeitskräftemangel zu begegnen?
"Zum einen haben wir unser "New One"-Programm. Da können Mitarbeiter sozusagen andere Mitarbeiter anwerben. Darin gibt es Anreize wie zum Beispiel Geldprämien oder Sonderurlaub. Die Erfolgsquoten sind gut. Außerdem gibt es am 28. April wieder ein Job-Speed-Dating für neue Produktionsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter. Dieses ermöglicht einen niederschwelligen Zugang zu Bewerbungsgesprächen. Man kommt einfach vorbei, damit man sich das Unternehmen und den Job anschauen kann. Von uns aus ist es auch möglich, dass wir dann wirklich an demselben Tag noch einen Arbeitsvertrag aushändigen.
Zudem machen wir – wenn gewünscht – auch Online-Erstgespräche, ein persönliches Kennenlernen ist uns allerdings nach wie vor sehr wichtig. Wir wollen nämlich trotz der Unternehmensgröße unseren familiären Charakter, dieses "Wir-Gefühl", beibehalten. Dafür müssen die zwischenmenschlichen Beziehungen stimmen.

Warum ist dieses "Wir-Gefühl" so wichtig?
"Wir sind ein Unternehmen, in dem die unterschiedlichsten Persönlichkeiten tätig sind. Und das bereichert unseren Standort ungemein. Obwohl wir in einem Konzern eingebunden sind, setzen wir nach wie vor auf ein familiäres Betriebsklima. Dadurch identifizieren sich die Leute mit der Marke und sind stolz auf das Unternehmen. Darauf legen wir auch weiterhin einen großen Wert."

Kommen wir zu den Konsumenten. Was sind die Trends, die bereits Einfluss auf die Produkte nehmen?
"Der übergeordnete Trend geht hin zur Akkutechnologie. Diese wird immer leistungsfähiger. Daher können wir auch immer mehr "Profi-Geräte" mit Akkus bestücken. Generell können wir dadurch auch unser Produktportfolio für die Konsumenten erweitern. Unsere Geräte sind natürlich auch digitaler geworden. So kann man beispielsweise mithilfe eines "Smart Connectors", den man auf den meisten Geräten installieren kann, einfach via App Nutzungsdaten auslesen. Natürlich gibt es auch schon "Smart Home"-Anwendungen, wo Mähroboter genauso wie Bewässerungsvorrichtungen angesteuert werden können."

Wie sieht es mit der Vernetzung innerhalb der Stihl Gruppe aus?
"Wir sind gut vernetzt in der Stihl Gruppe, der Tiroler Standort wird wertgeschätzt. Derzeit läuft beispielsweise ein weltweites Großprojekt, welches sich mit der Einführung von "SAP S/4HANA" beschäftigt. Wir sind einer von weltweit sieben Stihl Produktionsstätten – dazu kommen die weltweiten Vertriebsorganisationen – die nun alle über diese Software verbunden werden. Das ist ein Prozess, der bereits einige Jahre läuft und auch noch dauern wird. Auch hier suchen wir regelmäßig Mitarbeiter, die uns mit ihrem Know-How unterstützen können."

Worin liegt der Vorteil der neuen Software?
"Bei unserer Vorgängerversion gab es viele Verknüpfungen, welche zu Lasten der Transparenz und der Flexibilität gingen. Wir nützen diese Systemumstellung auch, um Prozesse weltweit zu harmonisieren. Im Endeffekt will man dadurch mehr Agilität erlangen, um die künftigen Herausforderungen als globale Gruppe meistern zu können." (klau)

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