01.06.2017, 14:05 Uhr

Arbeiterkammer: Nachhilfeunterricht kostet 700 Euro pro Schulkind

In Kärnten betrugen die Gesamtausgaben für Nachhilfe betrugen rund 6,3 Millionen Euro (Foto: pixabay)

Arbeiterkammer-Studie zeigt: Die finanzielle Belastung der Kärntner Haushalte höher, als im Österreichvergleich.

In Kärnten fühlen sich Eltern durch externe Nachhilfe finanziell stärker belastet als in allen anderen Bundesländern. Rund 66 Prozent der Eltern, deren Kinder Nachhilfe bekommen sind davon betroffen. Familien mit finanziell begrenzten Ressourcen stoßen stoßen dabei oft an ihre Grenzen.

14.000 Schulkinder bräuchten Nachhilfe

Die pro-Kopf-Kosten für externe Nachhilfe blieben jedoch gleich. Kärntner Eltern geben im Schnitt 700 Euro aus. Mit 710 Euro liegen die bundesweiten Ausgaben knapp darüber. Kärntenweit belaufen sich die Gesamtausgaben für Nachhilfe auf 6,3 Millionen Euro. Österreichweit sind es rund 100 Millionen Euro.
Im laufenden Schuljahr und den letzten Sommerferien betraf der Gesamtbedarf an externer Nachhilfe rund 14.000 Schulkinder. Tatsächlich in Anspruch genommen haben sie nur rund 11.000 Schüler. Bei rund 9.000 handelte es sich um bezahlte Nachhilfe. Rund 2.500 Schulkinder (4 Prozent) konnten aus Kostengründen keine bezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen.


Grafik: Arbeiterkammer Kärnten

Chancengerechtigkeit herstellen

„Die Schule produziert nach wie vor einen Nachhilfemarkt, in den jene Eltern investieren können, die dafür die notwendigen finanziellen Mittel haben. Ziel der Schulreform muss sein, Nachhilfe einzudämmen und damit Chancengerechtigkeit herzustellen. Die Chance zur Bildung darf nicht von finanziellen Ressourcen der Eltern abhängig gemacht werden“, so Arbeiterkammer-Präsident Günther Goach.

Mathematik auf Platz Eins

Bei den Nachhilfefächern liegt Mathematik unangefochten an erster Stelle. Fremdsprachen und Deutsch liegen dicht dahinter. „Die Ergebnisse der regelmäßigen Nachmittagsbetreuung üben einen positiven Effekt auf die Schüler aus, doch es braucht mehr Maßnahmen zur Eindämmung des immer noch viel zu hohen Nachhilfebedarfs. Wenn das Lernziel mit privater Nachhilfe zu erreichen ist, warum sollte dies dann nicht auch im Rahmen eines vertiefenden Nachmittagsunterrichts mit individueller Förderung möglich sein“, so Arbeiterkammer-Referentin Cordula Wadl.

Durchschnittskosten für Nachhilfe

- Gesamt - 710 Euro
- Volksschule - 750 Euro
- Neue Mittelschule - 660 Euro
- Allgemein bildende höhere Schule - Unterstufe - 670 Euro
- Allgemein bildende höhere Schule - Oberstufe - 750 Euro
- Berufsbildende höhere Schule - 720 Euro
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