Glasfasernetze von Tirol und Südtirol vereint
Breitbandzusammenschluss am Reschenpass ist historischer Schritt – mit VIDEO

Südtirols LH Arno Kompatscher, Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf und LH Günther Platter beim Festakt in Nauders.
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NAUDERS (otko). Mit einem offiziellen Festakt wurden in Nauders am Reschenpass die Glasfasernetze von Tirol und Südtirol zusammengeschlossen. Dadurch wird die Ausfallsicherheit erhöht.

Lichtgeschwindigkeit am Reschenpass

Die geplante S15 Reschenschnellstraße (Verbindung Ulm-Mailand) wurde zwar nach Protesten nie verwirklicht. Seit Kurzem führt aber trotzdem eine Autobahn über den Reschenpass, nämlich eine Datenautobahn. Am 20. September fand in Nauders ein Festakt anlässlich des Zusammenschlusses der Glasfasernetze von Tirol und Südtirol statt. Unter dem Motto „Mit Lichtgeschwindigkeit durch die Europaregion“ wurde die neue Nord-Süd-Datenachse Tirol-Südtirol als Verbindung zwischen den großen internationalen Netzknoten Mailand und Frankfurt offiziell eröffnet. Den symbolischen Akt setzten Tirols LH Günther Platter und Südtirols LH Arno Kompatscher im Beisein der Tiroler Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Europaregion wächst weiter zusammen

Für LH Platter war es ein "emotionaler Freudentag" für Tirol, Südtirol und Europa. "In der Europaregion haben wir eine kameradschaftliche und freundschaftliche Zusammenarbeit. Ein wesentlicher Punkt ist daher auch die Zusammenführung der Strom- und Glasfasernetze. Wir wollen die Nase vor haben und stehen im Wettbewerb. Eine rasche und grenzüberschreitende Verbindung bedeutet einen Standortvorteil und Zukunftsperspektiven für junge Leute. Mit gleichen Voraussetzungen wie in den Ballungszentren wird auch die Landflucht verhindert", betonte der Tiroler Landeshauptmann. In diesem Zusammenhang dankte Platter dem "Visionär" Hermann Hammerl für die Sensibilisierung und die Initiative zum Thema Glasfaser sowie den Bürgermeistern für ihren Weitblick.
"Mit diesem Galsfaser-Zusammenschluss am Reschenpass erhöhen wir die Versorgungssicherheit für die Gemeinden im Oberen und Obersten Gericht sowie im Vinschgau. Im Gegensatz zum Ausfall der Stromversorgung nach den letzten Wetterkapriolen sind wir nun mehrfach versorgt. Zudem ist dies ein historischer Schritt mit einer symbolischen Bedeutung: Nach der Teilung Tirols 100 Jahren durch den Vertrag von St. Grmain wächst nun wieder zusammen, was zusammen gehört", hob LH Kompatscher hervor. Neben der Straße und Schiene werde die Grenze jetzt auch mit Breitbandnetz als neuen Meilenstein überwunden. Damit werde die Grenze "kaum mehr sichtbar".
Lobende Worte für "die Pioniere in den Tälern" gab es auch von Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrätin Zoller-Frischauf: "Digitalisierung und schnelles Internet brauchen große und kleine Firmen und auch die Menschen sind Nutznießer."

Herausforderung gemeistert

Initiator und treibende Kraft hinter dem Galsfaser-Zusammenschluss am Reschenpass ist der Zammer IT-Experte Hermann Hammerl (tirolnet und suedtirolnet). "Das Projekt hat vier Jahre gedauert. Es haben nördlich und südlich des Reschens sehr viele politische Entscheidungsträger, Bürgermeister, Firmen und Partner zu diesem Erfolg beigetragen. Der Dank gilt auch dem Regionalmanagement regioL für die Unterstützung", so Hammerl. Der Zusammenschluss am Pass sei von Vinschger Seite schon längst bereitgestellt gewesen. Der Schacht ragte sogar 20 Zentimeter über die Grenze nach Tirol hinein. "Wir mussten in nur von Nauderer Seite anbohren und nicht mehr lange in Rom nachfragen".
Die größte Herausforderung und das bautechnisch schwierigste Stück war die Verbindung von Pfunds über Finstermünz nach Nauders. Mit einem letzten Kraftakt und Unterstützung des Gemeindeverbands Oberes Gericht mit Obmann Bgm. Hans-Peter Bock und Förderungen des Landes wurde dann das letzte Teilstück zwischen Nauders und der Staatsgrenze geschlossen. Für den Nauderer Bgm. Helmut Spöttl machten die Wetterkapriolen der letzten Woche bei der Verlegung der 2,5 Kilometer langen Strecke beinahe noch einen Strich durch die Rechnung.
"Im Gegensatz zum Brenner handelt es sich hier um ein offenes Netz auf beiden Seiten, wo alle die gleichen Zugangsbedingungen haben. Durch diesem Zusammenschluss profitieren beiden Teile. Das Obere Gericht liefert die Ausfallssicherheit für den Vinschgau und umgekehrt", verwies Hammerl abschließend.

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