Widerstand gegen Lift-Verbindung

Skiverbindung Kappl-St. Anton: Die mündliche UVP-Verhandlung lief über zwei Tage.
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ST. ANTON (otko). Vergangenen Dienstag und Mittwoch wurde im Arlbergsaal in St. Anton über die Skiverbindung St. Anton-Kappl verhandelt.
Durch das Projekt sollen die beiden Skigebiete "Rendl" und "Dias Alpe" mit zwei neuen Bahnanlagen und drei neuen Pistenanlagen zusammengeschlossen werden. Daneben sind auch Maßnahmen zur Sicherung von Lawinen, die Erweiterung der Beschneiungsanlage "Rendl", der Neubau eines Gerinnes und der Bau von zwei Zufahrten nötig. Insgesamt sollen 45 Mio. Euro investiert werden.
Die Inanspruchnahme des nahezu unberührten hinteren Malfontals (Gemeinde Pettneu) für den Liftzusammenschluss ist in der Bevölkerung nicht unumstritten. Auch der Tiroler Umweltanwalt sieht den Zusammenschluss kritisch – die BEZIRKSBLÄTTER haben berichtet.

Positiver Abschluss

Bei der mündlichen UVP-Verhandlung wurden rund 30 Sachverständige angehört. Optimistisch zeigte sich nach der Verhandlung Mario Stedile-Foradori, einer der beiden Vorstände der Arlberger Bergbahnen: "Es ist wie erwartet verlaufen und es hat grundsätzlich keine negativen Überraschungen gegeben." Als "militant" bezeichnete Stedile-Foradori hingegen das Auftreten der Gegner.
"Sie haben auf die Aussagen der Sachverständigen nicht reagiert. Ich glaube nicht, dass alle Mitglieder des Alpenvereins so negativ eingestellt sind. Dies hat man auch an der Beteiligung bei der Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative gesehen", verweist Stedile-Foradori.
Im Vorfeld der Verhandlung haben die Bergbahnen zusätzliche Ausgleichsmaßnahmen angeboten. An der Trisanna und Rosanna sollen Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt werden, die noch im Detail ausgearbeitet werden müssen. "Das muss die Behörde nun bewerten. Wir hoffen auf einen positiven Bescheid", so Stedile-Foradori.

Unzureichende Maßnahmen

Indes kündigt der Alpenverein an, einen eventuellen positiven Bescheid am Rechtsweg zu bekämpfen. "Der Alpenverein bekennt sich zu einer anderen touristischen Entwicklung. Immer mehr Landschaftsräume werden zerstört. Diese Wachtstumsspirale muss unterbrochen werden", betont Liliana Dagostin. Die Ausgleichsmaßnahmen seien unzureichend. "Die Bergbahnen agieren hier sehr selbstsicher und glauben, dass sie es sich richten können", kritisiert Dagostin.

Erhoffter Aufschwung

Die Bürgermeister sowie die Seilbahnen erhoffen sich vom Skigebietszusammenschluss einen positiven Effekt für den Tourismus. "Alle GemeinderätInnen des Paznaun unterstützen das Vorhaben. Für das Paznaun und das Stanzertal bringt dies eine weitere Stärkung des Tourismus", erklärt LT-Vizepräsident Anton Mattle (ÖVP).
Der Grüne Landecker LA Ahmet Demir will hingegen die Nachhaltigkeit prüfen: "Das UVP-Verfahren läuft und was der Umweltanwalt sagt, ist für uns Grünen nicht unwichtig."

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