Werkskapelle Donawitz
"Die Lockdowns haben uns um fünf Jahre zurückgeworfen"

Die Mitglieder der Werkskapelle Donawitz müssen nach der langen Zwangspause nun wieder intensiv proben.
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  • Die Mitglieder der Werkskapelle Donawitz müssen nach der langen Zwangspause nun wieder intensiv proben.
  • Foto: Lea Brandl
  • hochgeladen von Astrid Höbenreich-Mitteregger

Die Werkskapelle Donawitz steht vor gravierenden Auswirkungen durch die Lockdown-Zwangspausen: Viel muss aufgeholt werden, um wieder auf das frühere musikalische Level zu kommen.

LEOBEN. „Wir haben insgesamt ein Jahr lang nicht proben können, das hat uns in musikalischer Hinsicht um vier, fünf Jahre zurückgeworfen“, sagt Johannes Thaler, Kapellmeister der Werkskapelle Donawitz. „Wir sind Amateure und es ist nicht so einfach, sich wieder einzuspielen, deshalb müssen wir uns jetzt mit aller Kraft auf das Level zurückarbeiten, auf dem wir vor den Lockdowns standen.“ Dass es soweit kommen konnte, kritisiert Thaler aufs Schärfste. „Die Leute sind froh, wenn die Blasmusik auf allen Festen spielt, allen voran die Politiker. In so herausfordernden Zeiten wie diesen hat man auf uns aber anscheinend vergessen. Wir haben offenbar eine zu kleine Lobby und viel zu wenig Unterstützung bekommen. Es hätte zumindest ein Rahmen gefunden werden müssen, in dem mit fünf bis zehn Musikern geprobt hätte werden dürfen“, so der Kapellmeister weiter.

Lust am Musizieren verloren

Nun hoffen er und Obmann Manfred Bosilj, dass die Auswirkungen auf die rund 60 Mitglieder, davon 15 im Jugendorchester, nicht zu negativ ausfallen. Denn manche hätten in der Zwischenzeit die Lust am Musizieren verloren. „Hoffentlich können wir uns alle wieder aufraffen, denn die Motivation ist in der Zwischenzeit in den Keller gefallen. Ich freue mich wirklich schon sehr auf die ersten Proben, die nun wieder beginnen, und hoffe vor allem auch für die jungen Mitglieder, dass der Funke wieder überspringt“, sagt Kathrin Hänsler, Musikerin und Medienreferentin der Werkskapelle.

Fehlende Gemeinschaft

Vor allem die Gemeinschaft, der Zusammenhalt, habe sehr gefehlt, denn innerhalb der Kapelle fühle man sich doch wie in einer "erweiterten Familie", so Bosilj. Genauso habe auch das Muskeltraining während der Proben gefehlt. „Man glaubt es kaum, aber für’s Spielen müssen die Muskeln um den Mund gut trainiert sein, was inzwischen verloren ging“, betont der Vereinsobmann. Auch wenn die meisten Musiker zu Hause alleine geprobt hätten, es sei einfach nicht dasselbe. „Alleine vergeht einem bald die Lust und man hat auch kein Ziel vor Augen.“ Das letzte Konzert sei immerhin fast zwei Jahre her.

Engere Zusammenarbeit mit Musikschule

Wofür man die probenlose Zeit jedoch genützt habe, sei eine Strukturreform, die die Werkskapelle zukunftsfit machen soll. „An erster Stelle steht dabei eine bessere Kooperation mit der Musikschule Leoben, denn die Jugend ist unsere Zukunft. Wir sind grundsätzlich schwach aufgestellt mit Jugend im Blasmusikbezirk Leoben, deshalb wäre es unser Wunsch, dass die Musikschullehrer ihre Schüler doch an die Blasmusikkapellen vermitteln. Denn nur gemeinsam in einer Kapelle zu spielen macht Spaß und bringt Motivation“, weiß Thaler.

Hallo, wir sind noch da!

Ein weiterer Plan ist es, künftig auch mit kleinen Ensembles vor Publikum zu spielen. Am 9. Juli, also zu Schulschluss, sei ein Auftritt am Hauptplatz angedacht, bevor es von 15. bis 17. Oktober ein mehrtägiges Konzert in Ossiach und am 20. November das Herbstkonzert im Kammersaal Leoben gibt. „Wir möchten ein Zeichen nach außen setzen mit der Botschaft ‚Hallo, wir sind noch da, uns gibt es noch! Wir halten die Traditon hoch!‘“, sagen Thaler und Bosilj bestimmt, die der Voest sehr dankbar sind für den konstanten finanziellen "Polster" für die Werkskapelle Donawitz.

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