Stadtgespräche "Hoch über den Dächern von Leoben"

Podiumsdiskussion: Paul Pucher (Vorstand Siedlungsgenossenschaft Donawitz), Harald Rechberger (Leiter Studentenheim Josefinum und Jacobinum), Erhard Skupa, Architektin Andrea Röthl und Abg.z.NR. Bürgermeister Andreas Kühberger.
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  • Podiumsdiskussion: Paul Pucher (Vorstand Siedlungsgenossenschaft Donawitz), Harald Rechberger (Leiter Studentenheim Josefinum und Jacobinum), Erhard Skupa, Architektin Andrea Röthl und Abg.z.NR. Bürgermeister Andreas Kühberger.
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LEOBEN. "Leoben macht dicht – verplanen, verbauen oder bewahren" – unter diesem Titel stand das vergangene Stadtgespräch des Vereins "Hoch über den Dächern von Leoben" mit Obmann Reinhard Lerchbammer. Das Konzept – ein Gedankenaustausch zwischen der Leobener Bevölkerung und einer Expertenrunde – fand großen Anklang und so wurde vor vollem Haus ,hoch über den Dächern' im Café Bellini diskutiert. Am Podium vertreten waren der Abgeordnete zum Nationalrat Bürgermeister Andreas Kühberger, die Leobener Architektin Andrea Röthl, der Vorstand der Siedlungsgenossenschaft Donawitz Paul Pucher sowie Harald Rechberger, der Leiter der Studentenheime Josefinum und Jacobinum. Moderiert wurde die Diskussion von Erhard Skupa.

Den Spagat meistern

Andreas Kühberger warnte gleich eingangs vor dem Spagat, den es in Bezug auf Flächenwidmung zu meistern gilt: „Natürlich ist es wichtig, auf Wachstum zu schauen. Gleichzeitig müssen wir aber auch für die nächsten Generationen nachhaltig denken.“ Besonders für die landwirtschaftliche Versorgung würde durch Bodenversiegelung große Nachteile entstehen. „In Österreich wurden in den letzten Jahren jährlich zirka 75 Quadratkilometer – Nahrungsgrundlage für 100.000 Menschen – verbaut. Das Augenmerk muss daher gezielt auf eine sparsame Widmung unserer freien Grünflächen gelegt werden, um unsere Landwirtschaft zu erhalten und um unsere Umwelt zu schützen."

Parkplätze als Flächenfresser

Die Empfehlung der Experten: eine sinnvolle Nachnutzung von Leerständen und Industrieflächen wie dem Magindag-Gelände, anstatt der neuen Verbauung von Grünflächen. Auch die Parksituation in der Stadt Leoben gilt es zu hinterfragen: „Parkplätze sind wahre Flächenfresser“, betonte Architektin Andrea Röthl. "Während in Graz pro Wohneinheit ein Stellplatz für ein Auto vorgeschrieben ist, sind es in Leoben 1,5." Dementsprechend groß sei der Flächenverbrauch für Parkplätze.

Spiel mit der Zukunft

Auch Harald Rechberger ist als Studentenheim-Leiter mit diesem Problem vertraut: Pro fünf Heimplätzen sei ein Stellplatz vorgeschrieben, wobei er die Erfahrung gemacht hat, dass die Nachfrage seitens der Studenten nicht vorhanden ist: "Von den 16 vorgeschriebenen Parkplätzen, nutzen nur neun bis zehn Studenten das Angebot." Parkplätze für Dauerparker oder Einpendler etwas außerhalb der unmittelbaren Stadt wären für ihn ein richtiger und wichtiger Schritt. Fazit der Diskussion: Leoben ist eine Stadt mit viel Potenzial. Damit gilt es aber sorgsam umzugehen, wie Paul Pucher abschließend ausdrücklich vermittelte: "Es ist ein Spiel mit der Zukunft."

Ausblicke

  • Obwohl die Experten ein durchwegs positives Bild der Stadt Leoben zeichneten, sehen sie noch Handlungsbedarf, vor allem was die Attraktivierung der Stadt für junge Leute betrifft. Andrea Röthl: "Leoben ist eine aktive und lebendige Stadt, die auf einem guten Weg ist und viel Potenzial hat. Aber wir dürfen die Entwicklung nicht verschlafen. Der Wohnbau von morgen schaut anders aus als in den letzten zehn Jahren. Wir haben das Glück, dass viele junge Menschen in die Stadt kommen, die aber nach dem Studium wieder gehen. Wir müssen uns fragen, wie wir sie motivieren können, hier zu bleiben. Junge Menschen wollen andere Angebote am Wohnmarkt."
  • Auch Paul Pucher teilt diese Ansicht: "Was die Wohnsituation angeht, fallen vor allem Jungakademiker häufig aus den Förderungsmöglichkeiten. Diese Leute gehen der Stadt letztendlich verloren." Der Wunsch der Experten für die Zukunft: Die Infrastruktur und Mobilität verbessern, zum Beispiel mit Car-Sharing-Systemen, wie sie in Graz bereits im Einsatz sind, mehr E-Tankstellen oder auch einem verbesserten Radwegenetz und Fahrradstellplätzen.
  • Harald Rechberger plädiert für eine gesamte Öffi-Linie im obersteirischen Zentralraum: "Ich würde mir einen öffentlichen Verkehr wünschen, der diesen Namen auch verdient – mit zügigen Verbindungen von Kapfenberg bis Leoben, einer guten Taktanbindung und ohne mehrmaliges Umsteigen. Momentan ist es sehr unattraktiv zwischen Kapfenberg und Leoben zu pendeln."

Bei Anregungen für ein neues Stadtgespräch ist der Verein "Hoch über den Dächern" per E-Mail erreichbar: info@dachvonleoben.at.

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