07.11.2016, 11:42 Uhr

Liebe in der Zeit von Internet & Co

René Lerchbacher aus Knittelfeld möchte Beziehungen nicht übers Internet beginnen.

Das Internet ist unser täglicher Begleiter, die digitale Revolution betrifft auch Liebe und Partnerschaft.

Ohne Internet geht gar nichts – egal ob im Beruf, in der Schule oder in der Freizeit, Smart Phone und Co haben unser Leben und unsere Kommunikation von Grund auf umgekrempelt. Natürlich ist die Digitalisierung auch längst bis in unsere Partnerschaften bis hin in unsere Schlafzimmer vorgedrungen. Laut einer aktuellen Marketagent-Umfrage, die die Partneragentur Parship beauftragt hat, ist ein Viertel der in den letzten 15 Jahren geschlossenen Partnerschaften dem Internet zu verdanken. Somit führt das Internet die Liste jener Orte an, wo man den aktuellen Partner gefunden hat, gefolgt von Freunden, Abendveranstaltungen und dem Arbeitsplatz.
Als große Vorteile des Internets nennen die befragten Personen zwischen 18 und 69 Jahren dabei die flexible Suche sowie die große Auswahl an Partnern.

Google als Detektiv

Dank Google lassen sich heutzutage mit einem einfachen Mausklick auch meist die wichtigsten Eckdaten zum potenziellen Partner, vom Beziehungsstatus bis hin zur Schuhgröße, herausfinden. „Es wird zunehmend selbstverständlich, Personen im Netz zu recherchieren, so wie man sich früher im Freundes- oder Bekanntenkreis umgehört hat", analysiert die Parship-Psychologin Caroline Erb.

Gestritten wird persönlich

So sehr SMS und Whats App auch boomen, wenn es um wichtige Themen wie Urlaubs- pläne oder Kinderbetreuung geht, dann legen die Österreicher weiterhin Wert auf ein persönliches Gespräch. 68 Prozent wollen derartige Themen lieber bei einem gemeinsamen Essen statt per E-Mail oder SMS klären. Auch Streitigkeiten werden zu 86 Prozent analog, sprich im direkten Kontakt, ausgetragen.
PS: Und die Hoffnung stirbt zuletzt: Liebeserklärungen werden in 84 Prozent der Fälle noch von Angesicht zu Angesicht gemacht.

Mehr Mut im realen Leben

Letzteres bestätigt auch Stefanie Krebs aus St. Michael. "So wunderbar das Internet auch ist, aber Liebeserklärungen möchte ich doch lieber persönlich machen", sagt die 17-jährige Steuerassistentin. Aktuell hat sie jemanden im realen Leben kennengelernt, vertieft wurde das Kennenlernen aber auf Facebook. "Es ist fast einfacher, sich über soziale Medien näher zu kommen. Im wirklichen Leben benötigt man dazu mehr Mut. Meine Gefühle möchte ich aber trotzdem persönlich gestehen", verrät die junge Frau.
Dem Ganzen skeptisch gegenüber steht René Lerchbacher aus Knittelfeld. Für ihn sind soziale Medien gut, um Kontakte zu pflegen, jedoch nicht, um eine ernsthafte Beziehung zu beginnen. "Ich bin eher romantisch. Für mich sind für ein Kennenlernen die ersten Eindrücke wichtig. Kein E-Mail oder SMS kann die Aura oder Gefühle des anderen vermitteln, seien noch so viele Smileys gepostet", meint der 30-jährige Fitnesstrainer. Er findet, das Internet entziehe der Generation Verantwortung für echte Beziehungen.
Christina Knapp, Studentin in Leoben, hat ihre jetzige Beziehung dem Internet zu verdanken. "Wir waren schon einmal zusammen und haben uns jetzt wieder über Facebook gefunden", lacht die 24-Jährige. Für sie sind soziale Medien sinnvoll, bequem und stressfrei, sehr persönliche Dinge sollten aber wirklich persönlich bleiben.
http://www.meinbezirk.at/steiermark/themen/digitale_liebe.html
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