Leopoldstadt
Bezirksvertretung setzt sich für Erhalt eines Schulgebäudes ein
- Die Schule in der Schwarzingergasse 4 wird abgerissen, der geplante Schulneubau fiel aber Sparmaßnahmen zum Opfer. (Archiv)
- Foto: Karl Pufler
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Die Mehrheit der Bezirksvertretung spricht sich für den Erhalt eines Schulgebäudes in der Schwarzingergasse 4 in der Leopoldstadt aus. Es soll zeitnah abgerissen werden, der anschließende Neubau wird aktuell aber eingespart. Zudem gab es gleich 14 Anträge für neue Fahrradabstellplätze und vier Parks sollen nach vier Frauen benannt werden.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Die Leopoldstädter Bezirkspolitik kam zur zweiten Bezirksvertretungssitzung des Jahres zusammen. Insgesamt gab es ganze 49 Anträge zu behandeln, das "Beste" hatte man sich aber für den Schluss aufgehoben: Links-Bezirksrätin Anne Glatt beantragte den "Erhalt des Schulhauses in der Schwarzingergasse 4".
Denn das Schulgebäude soll abgebrochen werden. Wie im März aber bekannt wurde, wird allerdings der ebenfalls angedachte Schulneubau erst mal aufgeschoben. Das wurde im Zuge des Bekanntwerdens der umfassenden Sparmaßnahmen in Sachen Schubau von Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) mitgeteilt, MeinBezirk berichtete (siehe unten).
Sanierung "nicht wirtschaftlich"
Der nun vorliegende Antrag fordert daher, den Abriss zu stoppen, "zumindest bis eine Nachnutzung der Fläche beschlossen ist und die offenen Fragen für die Öffentlichkeit geklärt sind", wie im Antragstext zu lesen ist. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz (Grüne) bat deshalb die SPÖ- und die Neos-Fraktionen, ihre Kontakte ins Rathaus zu nutzen.
Neos hatte sich bereits auf das Thema vorbereitet und beim Emmerling-Büro nachgefragt. Demnach würde der Abriss etwa wegen Asbestbefall notwendig sein, zudem sei eine Sanierung "nicht wirtschaftlich", wie Bezirksrätin Elisabeth Petracs (Neos) betont. Ohnehin sind die Ausschreibungen für die Abrissarbeiten schon abgeschlossen, ein Rücktritt von den Verträgen würde weitere Kosten verursachen.
Offene Fragen
Zum Zeitplan heißt es, dass etwaige Zwischennutzungen die künftige Baulücke bis ins Jahr 2028 nutzen werden können. Der Neubau samt vier Klassen für Sonderpädagogik sei immerhin nur verschoben und nicht abgesagt. Sowohl Links als auch die Grünen stellten eine Anfrage zum Projekt.
- Im Büro der Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) wird der Erhalt des Schulgebäudes als nicht wirtschaftlich angesehen. (Archiv)
- Foto: Valentina Marinelić/MeinBezirk
- hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein
Darin wird etwa nach der zukünftigen Nutzung der Fläche und vor allem nach den Gutachten gefragt, die sich für den Abriss aussprachen. Außerdem drehen sich noch Fragezeichen rund um den Schutz der Platane – der Baum ist ein Naturdenkmal – im Innenhof des Schulgebäudes während und nach den Abrissarbeiten. Der Antrag für den Erhalt wurde jedenfalls mit Stimmen von SPÖ, Grüne, FPÖ und Links angenommen, Neos und ÖVP sprachen sich dagegen aus.
Radabstellanlagen und Tempo 30
Abseits der Thematik rund um die Schwarzingergasse 4 stand der Verkehr im Mittelpunkt der Sitzung. Ganze 14 Anträge befassten sich mit neuen Fahrradabstellanlagen, etwa am Volkertmarkt, in der Nestroygasse oder in der Tandlermarktgasse. Alle Anträge wurden in die Verkehrskommission verwiesen, wo die Umsetzung im Detail überprüft wird.
Ebenfalls häuften sich bei der Sitzung Anträge für Tempo 30. Während die Neos sich die Geschwindigkeitsreduktion in der Machstraße wünschen, konzentrieren sich die Grünen auf Brücken, darunter die Schwedenbrücke und die Salztorbrücke. Einstimmigkeit herrschte zudem beim Antrag der Grünen für Tempo 30 in der Wittelsbachstraße.
Vier Parks werden nach vier Frauen benannt
Die in der Leopoldstadt einzigartige "Benennungskommission" brachte zudem vier Anträge auf Umbenennungen im Bezirk. Vier Parks sollen nach vier Frauen benannt werden. Die erst im April eröffnete Grünanlage hinter dem Stadion-Center und neben der Sport-Arena Wien soll zukünftig "Ruth-Langer-Park" heißen.
- Die neue Parkanlage beim Stadion-Center soll in Ruth-Langer-Park umbenannt werden.
- Foto: Kaja Jerabek/MeinBezirk
- hochgeladen von Luca Arztmann
Langer war ab den 1930er im jüdischen Sportverein Hakoah Wien aktiv, der sich noch heute unweit der Parkanlage befindet. Bereits im Alter von 14 Jahren wurde sie österreichische Meisterin im Schwimmen. Ihre Karriere geriet allerdings in Stocken, da sie die Olympischen Spiel im nationalsozialistischen Deutschland boykottierte und nach dem Anschluss 1938 nach London flüchten musste. Dort verstarb sie im Alter von 78 Jahren.
Alle vier Anträge der überparteilichen Kommission wurden einstimmig angenommen, nun folgt die Prüfung durch die Stadt Wien.
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