Maria Hutter, Bildungslandesrätin
"Zeichnen und Deutsch habe ich geliebt"

Landesrätin Maria Hutter: "Die Infektionslage ist auch jetzt sehr niedrig, weshalb wir aus derzeitiger Sicht von einem 'normalen' Schulstart für alle Schulen ausgehen."
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  • Landesrätin Maria Hutter: "Die Infektionslage ist auch jetzt sehr niedrig, weshalb wir aus derzeitiger Sicht von einem 'normalen' Schulstart für alle Schulen ausgehen."
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"Mathematik und Turnen waren eher nicht so mein Ding", verrät uns die für Bildung ressortzuständige Salzburger Landesrätin Maria Hutter. Wir haben mit ihr über Persönliches, aber auch über Aktuelles, wie die Corona-Ampelschaltung in der Schule gesprochen. Schulstart in das Jahr 2020/2021 im Bundesland Salzburg ist am kommenden Montag.

SALZBURG. Frau Landesrätin, können Sie sich noch an Ihren ersten Schultag erinnern? Wie war dieser?
MARIA HUTTER:
Ich habe mich sehr darauf gefreut, weil meine älteren Geschwister auch schon in der Schule waren. Im Kindergartenalter habe ich schon immer Schule gespielt und meinen Vater, der selber Lehrer war, dazu „genötigt“, mir Lesen und Schreiben beizubringen. Am ersten Schultag hab ich deshalb auch ein Buch geschenkt bekommen, das mich auch noch heute an diesen besonderen Tag erinnert.

Welche waren ihre Lieblingsfächer, welche mochten Sie nicht so sehr?
HUTTER:
Zeichnen und Deutsch habe ich geliebt. Mathematik und Turnen waren eher nicht so mein Ding.

Was war früher zu Ihrer Zeit besser, was war schlechter?
HUTTER:
Zu meiner Schulzeit haben wir keine einzige Pause im Schulhof oder im Garten verbracht, sondern mussten immer in der Klasse bleiben. Umso mehr freue ich mich für meine Kinder, dass sich das heutzutage geändert hat. Grundsätzlich gibt es heute wesentlich mehr individuelle Unterstützungsangebote und wesentlich besseren Zugang zu Information, zum Beispiel übers Internet.

Wie viele Erstklässler schulen heuer salzburgweit ein und wie viele Schüler gibt es eigentlich im Ganzen in Salzburgs Schulen?
HUTTER:
In Salzburg wird es heuer 5.382 Taferlklassler geben. Insgesamt gibt es 73.522 Schülerinnen und Schüler, das sind um 598 mehr als im Vorjahr.

Ein Infografik betreffend das neue Schuljahr 2020/2021 im Land Salzburg in Zahlen.
  • Ein Infografik betreffend das neue Schuljahr 2020/2021 im Land Salzburg in Zahlen.
  • Foto: Land Salzburg
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Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es auch in den Schulen ein Ampelsystem mit Rot, Orange, Gelb und Grün. Kurz und knapp erklärt: Was bedeuten die Farben?
HUTTER:
Die Ampelfarben geben Auskunft über die Infektionslage in einem Bezirk und haben Einfluss auf den täglichen Schulbetrieb. Wenn die Ampel auf Grün steht, findet normaler Unterricht statt. Bei Gelb gilt beispielsweise eine Maskenpflicht außerhalb des Klassenzimmers. Bei Orange dürfen keine Schulveranstaltungen mehr abgehalten werden und bei Rot wechseln wir in den Heimunterricht, wobei eine Betreuung immer sichergestellt ist. Wenn sich Ampelsprünge klar auf einen Teil eines Bezirkes eingrenzen lassen, werden die Maßnahmen auch nicht automatisch für den ganzen Bezirk verordnet. Hier werden wir in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden so regional wie möglich agieren."

Wie schaut es aus in Salzburg: starten alle Schulen mit Grün beziehungsweise falls nicht, welche Schulen haben eine Farbe mit höherem Gefährdungsgrad?
HUTTER:
Bei der ersten „Ampelschaltung“ waren Gott sei Dank alle Salzburger Bezirke Grün gefärbt. Die Infektionslage ist auch jetzt sehr niedrig, weshalb wir aus derzeitiger Sicht von einem „normalen“ Schulstart für alle Schulen ausgehen.

Landesrätin Maria Hutter: "Die Ampelfarben geben Auskunft über die Infektionslage in einem Bezirk und haben Einfluss auf den täglichen Schulbetrieb."
  • Landesrätin Maria Hutter: "Die Ampelfarben geben Auskunft über die Infektionslage in einem Bezirk und haben Einfluss auf den täglichen Schulbetrieb."
  • Foto: Wildbild/Günter Freund
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Abgesehen von Corona: Welche Herausforderungen in Salzburgs Schulen gilt es in den nächsten Jahren zu bewältigen?
HUTTER:
Unser Schulsystem hat sich immer verändert und musste mit der Zeit gehen. Das wird auch in den nächsten Jahren der Fall sein. Im Mittelpunkt muss aber weiterhin das Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen stehen. Aber auch die Vermittlung von Werten wie Achtsamkeit mit sich selbst und anderen Menschen, braucht mehr Platz in unserem Bildungssystem. Durch die Digitalisierung werden viele neue Möglichkeiten eröffnet, die auch in den Schulalltag Einzug finden werden, vor allem in den höheren Schulstufen. Generell müssen wir die Kompetenzen und Fähigkeiten im Mint-Bereich –Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – stärken, um zukunftsfit zu bleiben. Wir wollen auch bessere Orientierungshilfen für die richtige Schul- und Berufswahl schaffen, denn was man gern macht, macht man gut und was man gut macht, macht man gern.

Ein Appell zum Schulstart an die Eltern?
HUTTER:
Seien Sie geduldig mit Ihrem Kind und mit sich selbst. Schulaufgaben sind wichtig. Aber es ist auch in Ordnung, wenn Kinder nicht alle Aufgaben schaffen und wir ihnen nicht alles erklären können. Eine Umarmung oder ein liebes Wort ist in diesen Situationen oft das, was Kinder am dringendsten brauchen.

Ein Appell beziehungsweise ein gut gemeinter Rat an die SchülerInnen?
HUTTER:
Seid geduldig mit euch, euren Eltern und euren LehrerInnen. Genießt und nutzt die Schulzeit, sie ist nur ein kurzer Abschnitt eures Lebens.

Abschließende Frage: Wie schaut das ideale Schul- und Ausbildungssystem der Zukunft in Ihren Augen aus? Haben Sie dazu eventuell eine Vision?
HUTTER:
Das würde den Rahmen dieses Interviews und die Seiten dieser Zeitung massiv sprengen. Für mich steht fest, wir brauchen nicht Chancen-Gleichheit sondern Chancen-Gerechtigkeit. Die Einen müssen gefördert, die Anderen müssen gefordert werden.

>> Mehr Salzburg-News findest du >>HIER<<

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