Stanz und zuviel an Windkraft: "Soziale Verträglichkeit ist gefährdet"

Die Fischbacher Alpen, hier der Windpark Pretul, sind mit Windrädern übersät. Weitere Anlagen sind in Umsetzung und Planung.
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Mit 23 Windrädern können die Stanzer gut leben. 18 verteilen sich auf die Stanglalm – neun am Hochpürschtling, neun sind in Richtung Kindberg geplant, weitere fünf Windkraftanlagen werden am Fürstkogel – auf der Schanz Richtung Herrnalm – errichtet werden. "Das ist alles im sozialen Frieden passiert. Wir stehen der Windkraft positiv gegenüber. Mehr ist aber den Stanzern nicht mehr zumutbar. Wie sehen unsere Entwicklungsziele als Wohnsitzgemeinde und im sanften Tourismus gefährdet", erklärt der Stanzer Bürgermeister Fritz Pichler.

Stein des Anstoßes ist die nicht abgesprochene Ausweisung des Permannseggerkogel in der hinteren Brandstatt als neue Vorrangzone im neu aufgelegten Sachprogramm des Landes Steiermark.
Laut Windkraftexperten ist dieser Standort nur zweite Wahl. "Um profitabel Strom erwirtschaften zu können sind mindestens 6 Meter Wind pro Sekunde im Schnitt notwendig. Der Wert am Permannseggerkogel liegt unter sechs Meter", so Fritz Pichler. Das Gebiet ist deutlich niedriger als Stanglalm und Fürstkogel und somit zu sehr vom Wind abgeschattet.
"Mittlerweile fragen schon potenzielle Betreiber bei den Grundstücksbesitzern nach und keilen um Verträge. Seitens des Landes hüllt man sich in Schweigen, Landesrat Lang verweigert einen Gesprächstermin, auch zur Infoveranstaltung hat das Land kurzfristig abgesagt", zeigt sich Pichler verärgert.
Pichler: "Wir als Gemeinde sind in der peinlichen Lage, dass wir unseren Bürgern keine Auskünfte über die Entstehung dieser Ereignisse geben können. Es sind weder die Unterlagen, noch die Sachverständigen bekannt, noch haben sich welche auf der Gemeinde gemeldet, dass sie in unserem Gemeindegebiet tätig sind. Das Land kommuniziert mit uns nicht. Das ist keine professionelle Vorgehensweise."
Mittlerweile hat die Gemeinde eine Anfrage an die zuständige Fachabteilung 17 des Landes gerichtet. Das Land hat jetzt vier Wochen Zeit zur Beantwortung.

Volksbefragung kommt

Am Sonntag, dem 30. Juni, wird es von 7 bis 12 Uhr in Stanz eine Volksbefragung nach dem steiermärkischen Volksrechtegesetz zum Thema Windkraft geben. "Der Gemeinderat will wissen, wie die Bevölkerung zu dieser massiven Veränderung ihres Lebens- und Naturraumes durch Windräder steht", so Fritz Pichler. Das Ergebnis der Befragung wird die Grundlage für die weitere Vorgangsweise der Gemeinde gegenüber den derzeit laufenden und zukünftig anstehenden Verfahren bilden.

Im Detail:

Im Entwicklungsprogramm für den Sachbereich Windenergie sind u.a. neu ausgewiesen
• als Vorrangzone:
Permannseggerkogel, Soboth, Gruberkogel, Bocksruck-Habring, Kletschachkogel.

• von Eignungszone zur Vorrangzone aufgestuft:
Roßkogel bei Krieglach, Fprstkogel, Freiländer Alm.

Mehr Infos zum Sachprogramm hier

Die Fischbacher Alpen, hier der Windpark Pretul, sind mit Windrädern übersät. Weitere Anlagen sind in Umsetzung und Planung.
Bgm. Fritz Pichler: Das Land fährt drüber.

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