Mythen & Flüche
Wie Pusterwald die Pest besiegte und das Klaunzner Loch
- Die Pest sorgte nicht nur für viel Leid, sondern auch für einige Geschichten und Legenden.
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In der Serie "Mythen & Flüche" beschäftigt sich MeinBezirk mit alten Sagen und Legenden aus der Region Murau-Murtal. Dieses Mal wurden die Geschichten rund um das Klaunzner Loch und die Pest in Pusterwald unter die Lupe genommen.
MURTAL/MURAU. Die Pest war eine gefürchtete Geißel, die Europa immer wieder heimsuchte und auch das Pölstal in den Jahren 1714 und 1715 nicht verschonte. Doch es gibt Geschichten von Orten, die der Seuche entgingen - so auch Pusterwald. Ein Vogel soll geholfen haben. Zudem gibt es in St. Georgen am Kreischberg eine mystische Höhle, die als „Höllentor“ bekannt ist. Sie birgt schaurige Legenden von Teufeln, mutigen Knechten und schicksalhaften Begegnungen.
Wie Pusterwald von der Pest verschont blieb
Eine der gefürchtetsten Landplagen jener Zeit war die Pest. In den Jahren 1714 und 1715 brach die Pest auch im Pölstal aus, angeblich eingeschleppt durch eine Maus, die sich in einem angekauften Bauernrock befunden haben soll. Man munkelte, die Seuche sei eine Strafe von oben, weil gewisse einflussreiche Persönlichkeiten zu herrschsüchtig gewesen seien. Die infizierten Orte St. Oswald und Oberzeiring wurden hermetisch abgeriegelt und streng bewacht, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Es gibt jedoch noch einen anderen Grund, warum Pusterwald einst von der Pest verschont blieb.
- Auf der Kapelle steht noch heute: "Erbaut wegen der Pest im Jahre 1737".
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Ein Vöglein, welches am Eingang des Tales auf einer Säule saß, soll gesungen haben: "Iss brav Kranawet und Bibernell, dann stirbst du nicht so schnell." Die Talbewohner befolgten diesen Rat und blieben tatsächlich verschont. Als Dank errichtete der Großgrundbesitzer einige Jahre später eine Kapelle, die noch heute mit der Inschrift an die damalige Volksseuche erinnert.
Klaunzner Loch
Das Klaunzner Loch bei St. Georgen am Kreischberg ist eines von den vielen Höllentoren, die in die Unterwelt hinabführen - ein Glück also, dass sich dieses auf einem Privatgrundstück befindet und sich somit nur wenige dorthin verirren. Man erzählt sich jedoch, dass einst zwei harmlose Wanderburschen an dem Loch vorbeigingen und plötzlich fuhren mehrere Teufel heraus und schleppten die erschrockenen Burschen in die Höhle hinein. Dort wurden sie längere Zeit festgehalten, aber schließlich doch freigelassen, ohne dass sie später wussten, was die Teufel mit ihnen gemacht hatten.
- Der Bursche wurde von Teufeln in die Hölle gezogen.
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Als ein rauflustiger Knecht dies erfuhr, wollte er seinen Mut beweisen, lief vor das Höllentor und schrie mit lauter Stimme: „Höllenbrut, elendige! Wer Schneid hat, soll herauskommen und mit mir anbinden!“ – Kaum hatte er die Worte gesprochen, da fuhren auch schon die Höllenteufel mit greulichen Getöse aus dem Loch heraus. Beim Anblick der fürchterlichen Gestalten sank dem Burschen das Herz in die Hose und er nahm schleunigst Reisaus. Zum Glück erreichte er noch rechtzeitig ein nahes Bauernhaus. Er griff schnell nach dem Weihbrunnkessel bei der Tür und besprengte sich selbst und die anstürmenden Teufel mit dem heiligen Wasser. Da mussten diese die Flucht ergreifen. Von nun an mied der Bursche das Klaunzner Loch und wurde ein braver, fleißiger Kirchgänger.
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