30.03.2017, 09:40 Uhr

Acht Medaillen bei den Spielen der Herzen

Erfolgreich: Hannes Cebul, Wolfgang Leithner, Gerhard Köck, Waltraud Sterlinger, Carina Hörtler, Martin Feistl, Manfred Kaiser (v. l.). (Foto: Taucher)

Dreimal Gold und fünfmal Silber für die Lebenshilfe-Sportler aus Judenburg.

JUDENBURG. 102 steirische Sportlerinnen und Sportler, darunter drei Langläufer und vier Stocksportler der Lebenshilfe, Bereich Judenburg, stellten bei den Special Olympics in Graz, Schladming und Ramsau einen Großteil des rot-weiß-roten Kontingents. Sie waren mit ihren Leistungen auch gemeinsam mit den rund 2.700 Athletinnen und Athleten aus 105 Nationen Garanten dafür, dass die vielen Fans rund um die vielen Wettkampfstätten Gänsehautmomente erlebten.

Die Weltwinterspiele haben als Spiele der Herzen ein unübersehbares Zeichen für Respekt, Inklusion und unermessliche Lebensfreude gesetzt. Von großer Bedeutung und übersät mit sportlichen Erfolgen war die erstmalige Teilnahme an Special Olympics-Winterspielen für die sieben sportlichen Kundinnen und Kunden der Lebenshilfe, Bereich Judenburg.

Während es auf den Langlaufloipen in Ramsau für die drei Schützlinge von Betreuerin Brigitte Panzer drei Goldmedaillen und einmal Silber gab, holte das Stocksport-Quartett von Trainerin Melanie Krainer in Graz vier Silbermedaillen.


Gold und Silber für Wolfgang Leithner

Mit Gold und Silber war Wolfgang Leithner der erfolgreichste Judenburger Lebenshilfesportler. Der 41-Jährige hat schon viele Medaillen bei regionalen und nationalen Wettkämpfen gewonnen. In Ramsau hat er auch interna-tional gehörig aufgezeigt. Sein Motto „Sport ist gesund, Freundschaften schließen und wenn möglich, Medaillen gewinnen“ konnte der Langlauf-, Schwimm-, Nordic Walking- und Tennisfreund in die Realität umsetzen.


Goldmedaille für Gerhard Köck

Für die erste Goldmedaille auf der Langlaufloipe hat bereits am ersten Wettkampftag Gerhard Köck gesorgt. Der 35-Jährige hat damit seinen zahlreichen Medaillen, die er in den letzten Jahren schon gewonnen hat, das Sahnehäubchen draufgesetzt. Besonders stolz war der „Goldjunge“, dass auch seine Familie vor Ort war und ihm ganz fest die Daumen gedrückt hat. Sein Erfolgsrezept ist fleißig trainieren, gesund leben und Qigong.


Jubel auch bei Hannes Cebul

„Schnell laufen, nicht hinfallen und zur Freude der Mama Medaillen gewinnen“, hat sich Hannes Cebul für die Weltwinterspiele vorgenommen und konnte es auch in die Tat umsetzen. Der 50-Jährige ließ sich am Ende der Strapazen die Goldmedaille im 100-Meter-Langlaufsprint umhängen.

Silber für die Stocksportler

Sehr gut Maß genommen haben die vier Stocksportler in der Grazer Messehalle. Von Training zu Training gab es in Richtung Wettkampftag des Mannschaftsspiels eine Steigerung. Beim Wettbewerb hat die Form gestimmt, die Leistungen des vierköpfigen Mixed-Teams wurden mit Olympics-Silber belohnt.

Stolz auf das erfolgreiche Abschneiden waren die beiden „Silbergirls“ Carina Hörtler (27) und Waltraud Sterlinger (60). Für beide war in erster Linie schon das Dabeisein ein großer Motivationsschub und sie haben auf dem Weg zum Medaillengewinn ihr Bestes gegeben. Während Carina auch eine begeisterte Schwimmerin ist und den Dartsport liebt, spielt Waltraud gerne Boccia.

Die „Silberboys“ Manfred Kaiser (45) und Martin Feistl (28) komplettierten die erfolgreiche Stocksportequipe. Kaiser hat schon mehrmals sehr erfolgreich an Special Olympics-Großveranstaltungen teilgenommen und sich am Tag seines 45. Geburtstags mit der Silbermedaille selbst sein schönstes Geschenk gemacht: „Training und die Teilnahme an Veranstaltungen machten mir Spaß und ist gut für die Gesundheit, im Team zu spielen ist super.“

Feistl sieht den Sport als guten Ausgleich zur Arbeit und sinnvolle Freizeitgestaltung. „Stocksport ist Teamsport und macht nicht nur viel Spaß, sondern ist auch sehr interessant.“ Wie sein Freund und Teamkollege Manfred ist Martin auch ein begeisterter Schwimmsportler.


Zwei sympathische Erfolgsgaranten

MURTAL. Hinter der Medaillenflut der Lebenshilfe Judenburg-Sportler steht schweißtreibende Trainingsarbeit und eine intensive Vorbereitungsperiode. Unter Regie von Sportkoordinatorin Andrea Pfister zeichneten dafür Brigitte Panzer (Langlauf) und Melanie Krainer (Stocksport) verantwortlich.
Während Panzer (57) als Sportlehrwart für geistig- und mehrfachbehinderte Menschen schon seit 15 Jahren als Lebenshilfetrainerin tätig ist, gehört Krainer (39) seit dem Vorjahr dem Trainerstab an. Beide sind sich einig, dass die sportlichen Aktivitäten maßgeblich zur Integration beitragen. Im Vordergrund steht nicht das Gewinnen, sondern das gemeinsame Erlebnis. Für beide waren die Special Olympics 2017 die Premiere bei Weltwinterspielen.

„Das war ein einmaliges Erlebnis. Für mich bedeutet dieser Event gelebte Inklusion. Ein wunderbares Miteinander von Menschen und Kulturen“, strahlte Krainer mit den Medaillen der Sportler um die Wette. Sie hat das „Stocksport-Quartett“ bei unzähligen Trainingseinheiten auf der Anlage des ESV Viktoria Zeltweg vorbereitet.

„Anlässlich eines Praktikums bei einem Sportbewerb hatte ich ein einschneidendes Erlebnis. Ich war damals von der Freude, Herzlichkeit, Emotionen und dem Ehrgeiz der Teilnehmer so fasziniert, dass ich ab diesem Zeitpunkt wusste, wie wichtig der Sport in unserer Arbeit ist“, erzählt Panzer. Für die dreiköpfige Langlaufequipe hat die ehemalige Damenfußball-Nationalteamkickerin keine Mühen gescheut und unzählige Trainingseinheiten in Hohentauern und Kobenz durchgeführt.

Empfang der erfolgreichen Sportler

Am Montag, 3. April, kommt es - organisiert von der Lebenshilfe Region Judenburg - um 9.30 Uhr im Restaurant Neuer Marktwirt in Judenburg zu einem Empfang der erfolgreichen Special Olympics-Sportler.

Autor: Alfred Taucher
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