Bezirk Neunkirchen
Bauern stöhnen unter den hohen Dieselpreisen

Thomas Handler bei seinem Traktor. Die Dieselpreise machen die Fahrten der Landwirte zu einem teuren Unterfangen. | Foto: privat
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  • Thomas Handler bei seinem Traktor. Die Dieselpreise machen die Fahrten der Landwirte zu einem teuren Unterfangen.
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Bäuerliche Betriebe im Bezirk stehen unter Druck: Steigende Dieselpreise treffen die Landwirtschaft hart.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Der Konflikt im Nahen Osten bringt nicht nur die Weltwirtschaft ins Wanken, sondern auch die Existenz der Bauern in Niederösterreich. Die Kosten steigen, Entlastung fehlt. Der NÖ Bauernbund fordert daher rasches Handeln für faire Wettbewerbsbedingungen.

Die Lage spitzt sich zu

Mit dem Auslaufen der Agrardieselmaßnahmen 2025 (siehe "Zur Sache" rechts) zahlen NÖs Betriebe im EU-Vergleich besonders hohe Treibstoffkosten. Gleichzeitig steigen die Preise für Energie und Betriebsmittel, während die Erlöse etwa bei Milch, Fleisch und Getreide sinken.
LKNÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager betont: "Österreichs Bauern bezahlen im internationalen Vergleich zu viel für den Diesel. Diese Situation ist eine bäuerliche Existenzfrage."

Fändest du es in Anbetracht der Lage verständlich, wenn die Landwirte Protestaktionen starten würden?

Auch NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek warnt: "Fallende Preise bei steigenden Kosten können nicht lange gut gehen. Wir müssen jetzt die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen."
Bezirksbauernkammer-Obmann Thomas Handler kann den Frust seiner Landwirtekollegen gut nachvollziehen. Er selbst verfährt jährlich rund 5.000 Liter Diesel: "Bei 50 Cent Teuerung pro Liter sind das 2.500 Euro Extrakosten." Darauf bleibt Handler zum Großteil sitzen, denn: "Der Agrardiesel sind etwa 7 Cent – das ist einmal tanken."

"Wenn die Milch im Handel 10 Cent mehr kostet und ich bekomme einen Cent retour, ist das nicht leiwand."
Thomas Handler

Bezirkbauernkammer-Obmann Thomas Handler. | Foto: Santrucek
  • Bezirkbauernkammer-Obmann Thomas Handler.
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Umgekehrt sind die Produktpreise gefallen. "Im Vorjahr bekam ich etwa 64 Cent pro Liter Milch, jetzt stehen wir bei 51 Cent", erklärt Handler. Das bedeutet in Handlers Fall über 1.500 Euro monatlich weniger. Die Möglichkeiten der Bauernschaft, die Kosten abzufedern sind begrenzt: "Ich kann zum Abnehmer – dem Handel – schon sagen, ich will mehr für meine Ware. Dann höre ich, ich soll sie einem anderen liefern."

Scherz: "Einkommen reicht vielfach nicht zum Auskommen." | Foto: SPÖ Bezirksorganisation
  • Scherz: "Einkommen reicht vielfach nicht zum Auskommen."
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Ähnlich beurteilt der SPÖ-Bauern Bezirksvorsitzende Josef Scherz die Lage: "Für kleinere Betriebe wird das Fortführen der landwirtschaftlichen Tätigkeit damit immer schwieriger. Es besteht die reale Gefahr, dass noch mehr Betriebe aufgeben müssen, da das Zusammenspiel aus steigenden Kosten, bürokratischen Anforderungen und unzureichender Unterstützung die Existenzgrundlage vieler zerstört."

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