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So lebt die Generation 60 plus in Niederösterreich

Älter werden in Niederösterreich: zwischen Selbstständigkeit, Engagement und Pflege. | Foto: Pexels (Symbolbild)
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Am 21. August wird international der „World Senior Citizens Day“ begangen. Auch in Niederösterreich wird die Bevölkerung älter: Mehr als eine halbe Million Menschen im Land sind bereits 65 Jahre oder älter.

NIEDERÖSTERREICH. Älter werden heißt heute längst nicht mehr automatisch, sich zurückzuziehen. Viele Seniorinnen und Senioren sind aktiv, engagieren sich in Vereinen, helfen in der Familie oder bleiben auch nach der Pensionierung beruflich tätig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Pflege, Wohnen und Betreuung.

Immer mehr Hochbetagte

Die Zahlen zeigen, wie stark sich die Altersstruktur verändert. Nach aktuellen Daten bzw. Vorausberechnungen der Statistik Austria und dem niederösterreichischen Altersalmanach leben 2026 rund 535.000 Menschen ab 65 Jahren in Niederösterreich. Das entspricht knapp 31 Prozent der Bevölkerung. Rund 114.000 Menschen sind 80 Jahre oder älter, etwa 17.400 davon bereits 90 Jahre oder älter.

Besonders deutlich wird die Entwicklung bei den sogenannten "Hochbetagten". Die Zahl der Menschen ab 80 Jahren nimmt weiter zu und stellt auch die Pflege vor neue Herausforderungen. Zum Vergleich: 2010 lebten in Niederösterreich rund 79.700 Menschen im Alter von 80 Jahren oder älter. Für 2026 wurden bereits mehr als 115.000 erwartet.

Auch die Zahl der Menschen im sehr hohen Alter steigt. Eine aktuelle Zahl für die gesamte Gruppe der über 100-Jährigen ist in den verfügbaren Statistik-Austria-Daten nicht separat ausgewiesen. Das Land NÖ hatte zuletzt rund 226 Menschen im Alter von 100 Jahren oder mehr genannt.

Nicht nur Pflege ist wichtig

Mit dem Älterwerden rücken neben Pflege und Gesundheit auch andere Fragen in den Mittelpunkt: Wie können ältere Menschen möglichst lange selbstständig wohnen? Wo gibt es Angebote gegen Einsamkeit? Und welche Rolle spielen Vereine, Nachbarschaftshilfe und Ehrenamt?

Gerade in Niederösterreich mit seinen vielen ländlichen Gemeinden spielt auch die Mobilität eine wichtige Rolle. Wer nicht mehr selbst Auto fährt, ist auf öffentliche Verkehrsmittel, Familie oder Angebote der Gemeinden angewiesen. In Städten wiederum, wo enge Nachbarschaftsbindungen und regelmäßige persönliche Kontakte oft weniger ausgeprägt sind, kann Einsamkeit stärker zum Thema werden.

Pension und Generationenkonflikte

Auch die Generationen- und Pensionsfrage wird damit immer wichtiger – und sie ist deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Immer mehr Menschen erreichen ein hohes Alter und beziehen länger Pension, während gleichzeitig im Verhältnis dazu weniger Erwerbstätige nachkommen. Damit wächst der Druck auf das Pensionssystem und die Frage, wie es langfristig finanziert und gerecht gestaltet werden kann.

Für jüngere Generationen bedeutet das: Sie werden voraussichtlich länger arbeiten und müssen sich auf ein sich veränderndes Pensionssystem einstellen. Viele junge Menschen bezweifeln bereits heute, dass sie selbst einmal unter denselben Bedingungen in Pension gehen können wie ihre Eltern oder Großeltern. Gleichzeitig wird auch die Frage immer wichtiger, wie lange Menschen tatsächlich gesund arbeiten können und welche Arbeitsmodelle einen späteren Pensionsantritt ermöglichen.

Auf der anderen Seite darf nicht übersehen werden, dass Altersarmut bereits heute ein Thema ist. Besonders Frauen sind davon betroffen: Teilzeitarbeit, längere Unterbrechungen wegen Kinderbetreuung oder Pflege und niedrigere Einkommen wirken sich unmittelbar auf die spätere Pension aus. Wer im Erwerbsleben weniger verdient oder weniger Versicherungszeiten sammelt, hat im Alter entsprechend weniger zur Verfügung.

Große Unterschiede

Die ältere Generation ist längst keine homogene Gruppe. Die Lebenssituationen reichen vom rüstigen 70-Jährigen, der noch arbeitet, sich ehrenamtlich engagiert oder reist, bis hin zu hochbetagten Menschen, die über Jahre oder sogar Jahrzehnte intensive Unterstützung benötigen.

Die Gesellschaft muss sich daher zunehmend auf eine Realität einstellen, in der mehr Menschen länger leben. Für Niederösterreich bedeutet das neue Herausforderungen, bei Pflege, Wohnen, Mobilität und sozialer Teilhabe. Gleichzeitig ist die ältere Generation eine große Ressource: mit ihrer Erfahrung, ihrem Engagement und ihrem Lebenswissen.

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