„echt hier. echt sicher.“
Wenn das Schnäppchen zum Risiko wird - NÖ startet Aufklärungsoffensive

Unternehmerin Martina Wächter von Stofftiger und Alexander Smuk, Gremialobmann des Versand-, Internet- und allg. Handel der Wirtschaftskammer Niederösterreich. | Foto: filmpro – David Rudolf
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  • Unternehmerin Martina Wächter von Stofftiger und Alexander Smuk, Gremialobmann des Versand-, Internet- und allg. Handel der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
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Immer mehr Waren von internationalen Billigplattformen gelangen über Umwege innerhalb der EU nach Österreich – und erreichen Konsumentinnen und Konsumenten häufig, ohne dass eine direkte Kontrolle in Österreich stattfindet. Der NÖ Versand-, Internet- und allgemeine Handel will mit der neuen Kampagne „echt hier. echt sicher.“ genau auf diese Problematik aufmerksam machen und stärkeres Bewusstsein für Produktsicherheit, Haftung und Verantwortung beim Online-Shopping schaffen.

NÖ. Immer wieder sorgen Produkte aus internationalen Onlinequellen für Schlagzeilen: So wurde etwa ein über eine große Fernost-Plattform verkauftes Kinderkleid im Jahr 2026 zurückgerufen. Grund war eine erhöhte Belastung mit Chrom VI. Laut Rückruf überschritt der Schadstoff im Textil die zulässigen Grenzwerte und stellte damit ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar. Unabhängige Tests und Rückrufe zeigen: Solche Fälle sind kein Einzelfall.

Umwege über Europa erschweren Kontrolle

Ein zentrales Problem liegt im Warenfluss selbst: Viele Produkte aus Asien gelangen nicht direkt nach Österreich, sondern werden zunächst über europäische Umschlagplätze wie Belgien oder Ungarn in den EU-Binnenmarkt eingebracht. Erfolgt dort bereits die zollrechtliche Abwicklung, gelten die Sendungen nicht mehr als klassische Drittlandsimporte. Dadurch können sie in weiterer Folge oft ohne zusätzliche Kontrolle nach Österreich weitertransportiert werden – und erreichen die Konsumentinnen und Konsumenten teilweise ungeprüft.

Alexander Smuk hebt im Rahmen der Kampagne hervor, dass Konsumentinnen und Konsumenten genau hinschauen sollten, wo sie bestellen. Ziel sei es nicht, zu belehren, sondern Transparenz zu schaffen: Hinter heimischen Onlinehändlern stünden klare Verantwortlichkeiten, Kontrollen und Ansprechpartner.

Wer regional bzw. bei österreichischen Anbietern kaufe, entscheide sich damit auch für nachvollziehbare Strukturen und höhere Rechtssicherheit, so Smuk.

Studien zeigen teils gravierende Mängel

Untersuchungen verschiedener Organisationen weisen regelmäßig auf Risiken hin. Bei Produkten, die über internationale Billigplattformen bestellt wurden, wurden in Stichproben unter anderem verbotene oder überhöhte Schadstoffwerte, problematische Chemikalien in Textilien sowie Sicherheitsmängel bei Elektronik festgestellt.

Mehrere dieser Produkte lagen dabei über geltenden EU-Grenzwerten oder wurden im Anschluss zurückgerufen.

Heimische Händler: Verantwortung

Im Gegensatz dazu unterliegen heimische Händler klaren gesetzlichen Vorgaben. Sie müssen Produktsicherheitsstandards einhalten, werden kontrolliert, haften für ihre Waren und sind für Kundinnen und Kunden im Problemfall erreichbar.

Genau diesen Unterschied stellt die Kampagne in den Mittelpunkt: Produktsicherheit bedeutet nicht nur ein günstiger Preis, sondern auch Kontrolle, Rückverfolgbarkeit und klare Verantwortung.

Transparente Lieferketten

Wie verantwortungsvolle Beschaffung in der Praxis aussehen kann, zeigt auch das niederösterreichische Unternehmen SONNENTOR. Gründer Johannes Gutmann setzt dabei auf langfristige Partnerschaften, klare Verhaltensregeln und regelmäßige Kontrollen entlang der Lieferkette. Ziel ist es, soziale und ökologische Standards konsequent einzuhalten und die Herkunft der Produkte nachvollziehbar zu machen.

„echt hier. echt sicher.“ soll letztlich dazu anregen, Kaufentscheidungen bewusster zu treffen. Der zentrale Gedanke: Hinter jedem Online-Shop steht ein System aus Verantwortung, Kontrolle und Haftung – oder eben nicht.


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Vorsicht beim Online-Shopping: NÖ Handel startet Sicherheitskampagne. | Foto: pexels

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