Industrie fordert Maßnahmen
"Wirtschaft verharrt in der Stagflationsfalle"

Laut einer Umfrage der Industriellenvereinigung OÖ baut jedes zweite Unternehmen weiter Personal ab. | Foto: panthermedia / mailsonpignata
  • Laut einer Umfrage der Industriellenvereinigung OÖ baut jedes zweite Unternehmen weiter Personal ab.
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Die wirtschaftlichen Nachrichten drehen für Österreich nicht ins Positive. „Die heimische Wirtschaft verharrt in der Stagflationsfalle. Fehlendes Wirtschaftswachstum gepaart mit hoher Inflation sind Gift für das Land“, sagt der Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ), Joachim Haindl-Grutsch.

OÖ. Die aktuelle Stimmungslage in der OÖ. Industrie zeigt sich unverändert, wie aus den Ergebnissen der Konjunkturumfrage der IV OÖ über das dritte Quartal 2025 (110 teilnehmende Firmen mit insgesamt rund 110.943 Beschäftigten) hervorgeht. Während die aktuellen Indikatoren tief im negativen Bereich verharren, zeigen auch die Werte für die nächsten drei bis sechs Monate keinen aufkeimenden Optimismus an. Die aktuelle Geschäftslage bleibt mit -23 Punkten nahezu unverändert zum Vorquartal (-24 Punkte). Der Auftragsbestand derzeit (-22 Punkte nach -16 Punkten) und die Auslandsaufträge derzeit (-20 Punkte nach -17 Punkten) verschlechtern sich wieder.

Der zarte Optimismus der letzten Umfrage im Ausblick auf die nächsten sechs Monate hat sich nicht materialisiert und wurde um ein Quartal parallel verschoben, heißt es von der IV OÖ. Ein Stimmungsumschwung werde sich allerdings nur durch entsprechende
standortpolitische Maßnahmen einleiten lassen, meinen die Industrievertreter: „Optimismus allein reicht nicht, um eine festgefahrene Volkswirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Zuversicht ist das Ergebnis von Reformarbeit, nicht der Ersatz.“

"Wer Aufschwung will, muss Steuer in die Hand nehmen"

Das Licht am Ende des Tunnels werde Österreich erst dann zu sehen bekommen, wenn es Maßnahmen setze, die das Vertrauen der Industrie in den Standort stärken, Anreize für Investitionen schaffe, Steuern senke, Strukturen modernisiere und Bürokratie entschlacke. „Italien hat 20 Jahre gebraucht, um kostenseitig wieder wettbewerbsfähig zu werden. Jetzt wird es Österreich bei der Arbeitslosigkeit überholen, etwas, was in den 2010er Jahren als undenkbar galt. Die Erwartungshaltung gegenüber der Bundesregierung bei der Industriestrategie sowie den Maßnahmen zum Bürokratieabbau sind hoch, jetzt muss geliefert werden. Wer den Aufschwung will, muss das Steuer selbst in die Hand nehmen“,
so Haindl-Grutsch.

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