Neckenmarkt feiert
Seit 400 Jahren fest verwurzelt – die Tradition des Fahnenschwingens
Am Sonntag nach Fronleichnam steht Neckenmarkt jedes Jahr ganz im Zeichen einer jahrhundertealten Tradition. Das Fahnenschwingen, das auf eine über 400-jährige Geschichte zurückblickt, ist tief im Ort verwurzelt und wurde 2018 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
NECKENMARKT. Seinen Ursprung hat der Brauch im Jahr 1620. Damals eilten die Neckenmarkter Nikolaus Esterházy zu Hilfe, als dessen Schloss im nahegelegenen Lackenbach von siebenbürgischen Reitertruppen belagert wurde. Gemeinsam gelang es, die Angreifer zurückzuschlagen. Als Dank schenkte Esterházy der Bevölkerung Grundbesitz, gewährte steuerliche Erleichterungen und verlieh ihnen eine Fahne. Aus dieser Auszeichnung entwickelte sich in weiterer Folge die bis heute gepflegte Tradition des Fahnenschwingens.
- Seit über 400 Jahren wird das Fahnenschwingen in Neckenmarkt gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben.
- Foto: MeinBezirk/Rosenberger Victoria
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Fähnrich wurde gewählt
Organisiert wird das Fahnenschwingen von der Burschenschaft, unterstützt von den Neckenmarkter Mädchen. Bereits am Pfingstsonntag werden die zentralen Rollen vergeben. Heuer fiel die Wahl auf Fähnrich Gregor Mick, der die schwere Fahne – sie wiegt bis zu 30 Kilogramm – durch die Luft schwingt. An seiner Seite steht Kommandant Daniel Scheu.
- Fähnrich Gregor Mick beim Schwingen der traditionsreichen Fahne,
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Unterstützt werden sie von einem eingespielten Team. Die Wachtmeister René Siedl und Martin Kiedler sorgen für Ordnung im Ablauf, während die „Kellner“ Jakob Glatz und Simon die Krüge stets nachfüllen. Fahnenpatin Silke Ratz kümmerte sich um das leibliche Wohl der Burschen. Brigitte Sauer stickte die Monogramme der Fähnrichmädchen, Helene Eichberger war für die Einkleidung verantwortlich. Seit vier Jahrzehnten schmückt Roswitha Handler die Fahne.
Eine besondere Rolle kommt auch den Fähnrichmädchen zu. Heuer erstmals dabei ist Anna Kasperger aus Deutschland, die sich den Fahnenschmuck widmete und Blumen sowie Seidenstoffe für die Stickereien auswählte. Sie begleitet und unterstützt den Fähnrich während des gesamten Festes.
- Musikalische Begleitung durch Alex Kirnbauer und die Kreutzer Hochzeitspartie sorgte für die passende Feststimmung.
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Musikalische Umrahmung
Für die musikalische Umrahmung sorgten Alex Kirnbauer und die Kreutzer Hochzeitspartie. Die Sterzträger Patrick Weinhäusl und Jan Pinter übernahmen eine weitere traditionelle Aufgabe.
Für Fähnrich Gregor Mik ist seine Rolle eine besondere Ehre. Das Fahnenschwingen sei „eine ehrenvolle Aufgabe und etwas sehr Besonderes, der Fähnrich sein zu dürfen“, betont er – eine Aufgabe, die seit 400 Jahren weitergegeben wird und für viele junge Männer im Ort einen Höhepunkt darstellt.
Begleitet wurde die Feier auch von Pfarrer Nicholas Abazie und Bürgermeister Hannes Igler.
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