FC Südburgenland
Franziska Thurner entscheidet Fußballkrimi in Kleinmünchen

Großer Jubel herrschte beim FC Südburgenland nach dem Schlusspfiff und fixen Klassenerhalt in der Frauenbundesliga.
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  • Großer Jubel herrschte beim FC Südburgenland nach dem Schlusspfiff und fixen Klassenerhalt in der Frauenbundesliga.
  • hochgeladen von Michael Strini

SÜDBURGENLAND/KLEINMÜNCHEN. Im letzten Spiel der Saison in der Planet Pure Frauenbundesliga kam es zum Showdown im direkten Duell um den Klassenerhalt zwischen Union Kleinmünchen und dem FC Südburgenland.
Den Kleinmünchenerinnen reichte ein Remis, die Südburgenländerinnen mussten gewinnen, um auch in der kommenden Saison in Österreichs höchster Spielklasse zu verbleiben. Diese Voraussetzungen versprachen schon vor Anpfiff einen besonderen Fußballnachmittag.

Nervosität bei Südburgenland

Die ersten Minuten gehörten dem Heimteam und war von einigen Nervositäten der Gäste geprägt. So schlug Anna Amtmann eine "Kerze" und Aurelia Zeilinger überhob Magdalena Eberhardt, doch Katja Graf klärte auf der Linie (4.). Gerade zwei Minuten später die nächste dicke Chance für Kleinmünchen, doch Susanne Meidls Schuss fiel zu schwach aus.
Nach einem weiteren Schnitzer von Amtmann, die sich danach immer mehr steigerte, traf Zeilinger nur das Außennetz (12.). Damit hatten die Gäste in der Anfangsphase schon einiges Glück, ehe Susanna Koch mit einem Lupfer Keeperin Tamara Mitterbauer beinahe überraschte, die noch mit den Fingerspitzen den Ball in den Corner bugsierte (16.).

Torlose erste Halbzeit

Im Laufe der ersten Spielhälfte legten die Gäste ihre Nervosität sukzessive ab und es entwickelte sich auf dem sehr engen Platz ein spannendes Spiel auf Augenhöhe, auch wenn Kleinmünchen zunächst weiter mehr Torchancen herausarbeitete. Sarah Lackner zielte am langen Eck vorbei (23.) und nach einem Corner entschärfte Eberhardt einen Ball von Sabrina Mair mit toller Parade (28.).
Die beste Chance der Gäste gab es ebenso nach einem Eckball. Susanna Koch brachte den Ball zur Mitte, Emily Planer köpfelte in Richtung Eck, traf aber unglücklich Franziska Thurner, die so das mögliche Tor "verhinderte", den zweiten Ball vermochte dann Melina Mares zu klären (34.). So ging es torlos in die Kabinen - was Kleinmünchen letztlich gereicht hätte.

Fußballkrimi nimmt seinen Lauf

In Hälfte 2 entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei Kleinmünchen zunächst Pech hatte - ein vermeintlicher Treffer von Susanne Meidl ins lange Eck wurde wegen Abseits aberkannt (47.). Mitte der zweiten Halbzeit ging ein Hechtkopfball von Lackner nur knapp drüber, eine Minute später konnte Annalena Sauhammel einen Lackner-Schuss noch irgendwie in den Corner ablenken.
Auf der Gegenseite fand ein Querschläger Lisa Strobl, die den Ball am Elferpunkt an der herauseilenden Mitterbauer vorbeispitzelte, dieser kullerte dann aber knapp am rechten Pfosten vorbei (74.). Das Spiel stand an der Kippe und das spürte jeder am und außerhalb des Platzes.

Führung durch Franziska Thurner

Beide Teams haderten bereits mit der Chancenauswertung, wobei vor allem Kleinmünchen einiges ausließ, was schließlich bestraft wurde. Nach einer schönen Aktion traf Franziska Thurner mit einem platzierten Schuss mit Rechts ins lange Eck und ließ die Gäste jubeln (78.) - fürs Aufatmen blieb allerdings keine Zeit, galt es nicht sofort einen Gegentreffer zu kassieren, was im Frühjahr schon zweimal passierte.
Zu diesem Zeitpunkt war Südburgenland erstmals nicht mehr Tabellenletzter in der Saison, was auch Obfrau Christine Koch genau wusste: "Wir haben von der ersten Runde an Schlusslicht bis zu dieser 78. Minute im letzten Spiel. Da haben wir Kleinmünchen überholt!" Doch das Spiel war noch nicht zu Ende ...

Ein wahrer Krimi spitzte sich zu

Die Südburgenländerinnen wehrten zunächst die Angriffe der Oberösterreicherinnen ab und kamen selbst zu Topchancen. In der 85. Minute scheiterte zunächst Planer an Mitterbauer, die den Winkel ideal zumachte, den Nachschuss blockte Mair und danach ging der Schuss von Strobl nochmal auf die Torfrau.
Auf der Gegenseite retteten Eberhardt und Fortuna die Führung für die Gäste. Bei einem Schuss von Mares konnte die Keeperin den Ball noch mit den Fingerspitzen erhaschen, der wurde immer länger und streifte den Pfosten (90.). "Ich habe nur mehr nachgeschaut!", meinte Lena. In der Nachspielzeit blieb den Südburgenländerinnen das Glück weiterhin hold, denn sowohl Leoni Enzlmüller (91.), als auch nochmal Mares (92.) brachten den Ball nicht im Tor unter.

Erlösung in Minute 100

Aufgrund einiger Verletzungsunterbrechungen und Wechseln entschied der souveräne Schiedsrichter Gheorghe Enachi auf 6+3 Minuten Nachspielzeit und aufgrund eines weiteren Wechsels legte er quasi noch eine Minute drauf. Das brachte zusätzliche Brisanz und den Fußballkrimi um den Klassenerhalt den Höhepunkt.
Während Kleinmünchen nun voll auf Angriff drückte, öffneten sich Räume für Südburgenland. Ein Heber von Thurner ging knapp vorbei (97.). Knapp zwei Minuten später war es erneut Thurner, die vor Mitterbauer auftauchte und den Ball Richtung  langes Eck zirkelte, doch diesmal prallte dieser nur an den Pfosten (99.). Wieder eine Minute später fiel der wohl "historische Treffer", der für Südburgenland endgültig die Erlösung brachte. Abermals war es die starke Thurner, die zunächst noch an der starken Mitterbauer scheiterte, den verzögerten Nachschuss aber ins Netz setzte - und das in Minute 100 (!). Wenige Sekunden später fiel der Schlusspfiff, der viele Dämme brechen ließ in Freude und Trauer.

Stimmen FC Südburgenland

Kapitänin Susanna Koch: "Es war das erwartet schwere Spiel. Kleinmünchen konnte - zu unserem Glück - aus seiner Überlegenheit in der 1. Hälfte kein Kapital schlagen und scheiterte an der Chancenauswertung. Nach unserem Führungstreffer entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit tollen Möglichkeiten auf beiden Seiten und dem besseren Ende für uns. Die Schlussphase war nichts für schwache Nerven! Umso erleichterter und glücklicher waren wir nach dem Schlusspfiff über den Sieg und somit Klassenerhalt. Es war einfach nur Wahnsinn!"

ObfrauChristine Koch: "Ich bin so stolz auf die Spielerinnen. Das war heute ein Nervenkrimi. Wir haben viel Glück zurückbekommen, das uns in anderen Spielen gefehlt hat."

TrainerRené Mahlknecht: "Die Mädls haben gezeigt, was man mit Teamgeist alles schaffen kann. Punkt um Punkt haben wir uns herangekämpft und uns dieses Endspiel verdient. In den letzten Spielen hatten wir nicht immer das nötige Glück auf unserer Seite, aber es hat uns zum richtigen Zeitpunkt "wieder gefunden"!"

Doppeltorschützin Franziska Thurner: "Die Nervosität war von Beginn an deutlich spürbar, die Linzerinnen hatten den besseren Start, wir kamen aber nach der Pause stärker zurück und haben uns mit viel Einsatz und Teamgeist die 3 Punkte geholt! Das Glück war heuer nicht immer auf unserer Seite, aber in Kleinmünchen ist es zurück gekommen! Die Aufholjagd im Frühjahr und Platz 5 in der Rückrunde zeigt dass wir in die Bundesliga gehören!"

TorhüterinMagdalena Eberhardt: "Für mich persönlich war es ein sehr emotionales Spiel, da mir bereits bei der Ansprache vom Trainer die Tränen in den Augen standen.  Unsere Mannschaft ist in dieser Saison zusammengewachsen wie noch nie. Wir sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen. Zum Match kann ich nur sagen, dass ich verdammt stolz auf meine Vorderleute bin. Sie haben gekämpft bis zum Ende! Ich habe versucht mein Tor so gut wie möglich zu verteidigen. Wir waren alle fokussiert und wussten um was es ging, aber trotzdem haben wir nicht vergessen, dass uns Fußball große Freude bereitet."

Spielerin Jennifer Köppel: "Das Spiel war auf jeden Fall nichts für schwache Nerven. In der Anfangsphase war die Nervosität sichtlich spürbar. Der unglaubliche Wille, dieses wichtige Spiel zu gewinnen, war jedoch bei jeder einzelnen Spielerin, Trainer, Betreuern und mitgereisten Fans spürbar. Der Kampfgeist war unglaublich. In diesem Spiel haben wir bewiesen, dass wir ein wirklich grandioses Team sind. Ich bin sehr stolz, auf das, was wir in dieser Rückrunde gemeinsam geschafft haben und dass ich Teil dieser Mannschaft bin. Zuletzt möchte ich mich noch bei der unglaublichen Unterstützung der mitgereisten Fans bedanken und vor allem für die Unterstützung der letzten Wochen und Monate. Diese Unterstützung war enorm wichtig für das Team und schließlich mitverantwortlich, dass wir auch kommende Saison Teil der Bundesliga sein dürfen."

Roland Sauhammel (Fan, Spielerinnenvater und Obm vom SC Loipersdorf-Kitzladen): "Für mich ist der 1. Juni 2019 ein historischer. Dieses Match in Kleinmünchen, der Klassenerhalt für den FC Südburgenland und mit dem SCLK Meister! Das ist einzigartig!"


Stimmen Union Kleinmünchen


Sarah Lackner: "Es hat irgendwie nicht sein sollen, dass der Ball ins Tor geht. Die Chancen waren auf jeden Fall da. Ich finde, wir haben das Match im Griff gehabt und das beste Offensivspiel seit langem gezeigt. Jetzt gibt es eben ein neues Ziel, das wir erreichen wollen und das ist ganz klar der Aufstieg."

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