Neue Rauchverbotsdiskussion verunsichert Wirte im Bezirk

Klaus Gasteiner und Josef Eckerstorfer aus Lacken , sowie die Kellnerin Carmen Kurzenkirchner schätzen das rauchfreie Ambiete in der  Martinsstube in St. Martin.
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  • Klaus Gasteiner und Josef Eckerstorfer aus Lacken , sowie die Kellnerin Carmen Kurzenkirchner schätzen das rauchfreie Ambiete in der Martinsstube in St. Martin.
  • hochgeladen von Helmut Eder

BEZIRK (hed). Der neue Regierungsplan, das ab Mai beschlossene generelle Rauchverbot zu kippen, sorgt bei Wirten im Bezirk für Diskussionen.
„Es gibt grundsätzlich zwei Strömungen: Einerseits Wirte, die das Rauchen als ,Stammtischkultur' in ihren Lokalen verteidigen. Andererseits viele Speiselokalbesitzer, für die ein Rauchverbot passen würde“, erläutert Wirte-Sprecherin Julia Falkner. Einige Gastronomen machen ihr Lokal bewusst rauchfrei. So ist es ab 19. Jänner im Gasthof Post in Peilstein.

Bleiben Stammgäste aus?

"Wir wissen, dass wir uns damit nicht nur Freunde machen“, sagt Johannes Doneus. "Viele Stammgäste haben erklärt, nicht mehr zu kommen, wenn wir das umsetzen. Wir haben aber auch Gäste verloren, weil sie im Nichtraucher-Bereich keinen Platz mehr bekamen und es für sie unzumutbar ist, in einer Rauchglocke vorzügliches Essen zu genießen“, sagt er und ergänzt: "Uns ist die Qualität unseres Lokals wichtig."

Neue Gäste dank Verbot

Keinen Stammgast verloren hat die Martinsstube in St. Martin laut Betreiber Alfred Ulreich, obwohl sie seit 1. Februar 2017 rauchfrei ist. "Die Martinsstube hat dadurch sogar Gäste gewonnen“, berichtet Ulreich. „Wir fahren öfter während der Woche hierher zum Mittagessen, weil hier nicht geraucht wird“, bestätigen Klaus Gasteiner und Josef Eckerstorfer aus Lacken beim Lokalaugenschein. „Die Mitarbeiter schätzen den rauchfreien Arbeitsplatz sehr“, ergänzt Kellnerin Carmen Kurzenkirchner.
„Ich schätze die gute Luft am Stammtisch und das Essen schmeckt viel besser“, meint Inge Ehrenmüller aus St. Johann. Nur gute Erfahrungen hat Rudi Schneider, der seit 2012 in Haslach die „Spezerei“ rauchfrei führt. „Unsere Gäste schätzen das. Kalter Rauch stört den Gaumen“, berichtet Schneider. Auch bei Weihnachts- und Firmenfeiern sei das kein Problem. Anders ist die Situation für Robert Cupak, Betreiber der „Schotterhütte“ in Haslach.

Katastrophe Rauchverbot

„Für mein Lokal wäre ein generelles Rauchverbot eine Katastrophe. Ich würde große Umsatzeinbußen erleiden“, erklärt er und ergänzt: „Der Großteil meiner Stammgäste kommt, weil sie hier rauchen dürfen. Ich hoffe, dass die neue Regierung bei ihrem Entschluss bleibt und Wirte weiterhin selbst entscheiden lässt, wie sie ihr Lokal führen.“ Wirtesprecherin Julia Falkner hofft auf einen raschen Beschluss der Regierung im Sinne aller Beteiligten, der dann auch bleibt. „Das ständige Hin und Her belastet die Wirte.“

Zur Sache:

• Statt im Mai 2018 alle Lokale rauchfrei zu machen, hat die ÖVP-FPÖ Regierung angekündigt, das "Berliner Modell" einzuführen. Demnach dürfen Wirte (wie schon seit 2010) zulassen, dass Gäste in abgetrennten Bereichen rauchen, wenn diese nicht vorwiegend als Speiseraum dienen.
• In sehr kleinen Lokalen – unter 50 Quadratmetern – dürfen die Besitzer weiterhin wählen, ob sie Raucher- oder Nichtraucherlokal sein wollen.
• Zum Nichtraucherschutz in der Gastronomie soll es zudem eine stärkere verpflichtende Kennzeichnung der Raucherbereiche geben.
• Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen sich nicht im Raucherbereich aufhalten – Wirte werden zu Ausweiskontrollen angehalten werden.
• Jugendschutzgesetze – die Ländersache sind – sollen bundeseinheitliche Rauchverbote für Personen unter 18 vorsehen. Der Kauf von Tabakwaren wird jüngeren Personen verboten.
• In Fahrzeugen, wo das Passivrauchen besonders schädlich ist, wird Rauchen verboten, wenn im Fahrzeug Kinder oder Jugendliche sitzen.
•Die Wiener Ärztekammer hat ein Volksbegehren fürs generelle Rauchverbot in der Gastronomie beschlossen. Die Bundesregierung will auf Wunsch von Vizekanzler HC Strache getrennte Raucherbereiche behalten. „Wir werden das Volksbegehren für ein generelles Rauchverbot unterstützen, das ist ja logisch“, sagt Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser dazu.

Hier können Sie für ein generelles Rauchverbot stimmen:
https://dontsmoke.at/

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