Handwerk
Lehrlinge blühen in einem der seltensten Lehrberufe des Landes auf
- Die 16-jährige Lenya Huber (li.) begann Mitte August 2025 ihre Ausbildung zur Sattlerin mit Schwerpunkt Taschnerei (Ledergalanterieerzeuger), einem der seltensten Lehrberufe des Landes. Carolina Pöckl (17 Jahre) befindet sich bereits in ihrem dritten Lehrjahr.
- Foto: Schrofner
- hochgeladen von Daniel Schrofner
Die 17-jährige Carolina Pöckl und die 16-jährige Lenya Huber entschieden sich für einen der seltensten Lehrberufe Österreichs - die beiden Salzburgerinnen machen die Ausbildung zur Sattlerin mit Schwerpunkt Taschnerei (Ledergalanterieerzeuger) bei Christina Roth, Gründerin der CR Lederwerkstatt in der Getreidegasse in der Stadt Salzburg. Beiden war klar, sie möchten eine Lehre machen, einen handwerklichen Beruf erlernen und in einem kleinen Unternehmen ihre berufliche Karriere starten.
SALZBURG. Nur zwei Betriebe österreichweit bilden junge Menschen im alten Handwerk Sattler aus. Einer davon hat seine Räumlichkeiten in einem über 500 Jahre alten Gebäude in der Getreidegasse in der Stadt Salzburg und wird von Christina Roth geführt, die CR Lederwerkstatt. Aktuell bildet sie zwei Lehrlinge aus - die 17-jährige Carolina Pöckl ist bereits in ihrem dritten Lehrjahr und wurde im April von der Salzburger Wirtschaftskammer zum "Lehrling des Monats" im gesamten Bundesland gewählt und die 16-jährige Lenya Huber, die gerade am Anfang ihrer Lehrzeit steht. Sie hat erst Mitte August mit ihrer Lehre in der CR Lederwerkstatt begonnen. Der zweite Betrieb ist laut Roth in Kärnten ansässig. Für die Unternehmerin, die ihren Betrieb seit 2019 führt, ist es ein
"sehr schwieriger Beruf, für den man als Auszubildender sehr gut mit Veränderung und Kritik umgehen muss, da es am Anfang viel zu verbessern und lernen gibt. Auch, weil bei uns der Anspruch sehr hoch ist."
Kein Problem für ihre beiden Lehrlinge, die sie liebevoll ihre "Superstars" nennt und hofft, dass beide nach ihrer Lehrzeit bei ihr im Unternehmen bleiben.
"Man sieht am Ende des Tages, was man gemacht hat"
Vor allem das Handwerkliche war sowohl für Pöckl als auch für Huber ausschlaggebend, dass sie eine Lehre zur Sattlerin begonnen haben. Für die Ältere der beiden war ein weiterer Beweggrund, dass
"ich etwas machen kann, bei dem ich meine Fingerfertigkeit und Genauigkeit ausüben kann. Wir brauchen auch wenige Maschinen, um unsere Produkte zu fertigen, das hat mich ebenfalls angesprochen. Und man sieht am Ende des Tages, was man gemacht hat."
Für die Faistenauerin war klar, sie möchte eine Lehre machen. Nach der Sportmittelschule und einem Jahr Modeschule wurde sie im Rahmen der Berufspraktischen Tage in der Mittelschule auf den Betrieb von Roth aufmerksam und wusste nach drei Schnuppertagen:
"Hier möchte ich meine Ausbildung zur Sattlerin mit Schwerpunkt Taschnerei (Ledergalanterieerzeuger) machen."
Ihre erste Fertigung war ein Schlüsselanhänger mit Hand- bzw. Sattelnaht. Mittlerweile arbeitet sie lieber an kleineren Produkten, da man hier genauer arbeiten muss und die Materialien Ziegenleder und Fisch haben es ihr angetan, da man damit am Besten arbeiten kann, vor allem was das Schneiden angeht.
Der Beruf soll nicht aussterben
Pöckl, die im Sommer ihre Lehrabschlussprüfung machen wird und später auch noch den Unternehmer machen will, ist es wichtig, dass das alte Handwerk weiterlebt:
"Ich möchte, dass der Beruf nicht ausstirbt und in Zukunft mehr Betriebe auch ausbilden."
Bei dieser Thematik schaltet sich auch Roth ein, die nicht versteht, wieso nicht mehr Betriebe junge Menschen im Sattler-Beruf ausbilden. In Salzburg läuft es für das Unternehmen sehr gut, die Menschen schätzen das Handwerk und die CR Lederwerkstatt bekommt viel positives Feedback.
Gleich am ersten Tag gewusst: "Das ist meins"
Seit knapp über einem Monat ergänzt Lenya Huber das kleine Team. Für die 16-Jährige war, wie bei ihrer Kollegin, klar, eine Lehre soll es sein. Zuerst wusste sie nicht recht, was sie machen will und fing eine Ausbildung zur Friseurin an. Ihr eigentlicher Wunsch war eine Lehre zur Goldschmiedin, doch da fand sie keine Ausbildungsstätte. Nach zwei Monaten war im Friseurbetrieb wieder Schluss, einige Sachen passten mit dem Ausbildungsbetrieb nicht und sie ging wieder auf die Suche. Über das Unternehmen "Jugend am Werk", das unter anderem in beruflichen Lebensfragen junge Menschen unterstützt, kam sie zu Christina Roth und wusste bereits nach dem ersten Schnuppertag,
"das ist genau das, was ich machen will."
Vor allem das Handwerkliche hat sie angesprochen und dass es ein kleinerer, familiärer Betrieb ist. Das schätzt auch Pöckl sehr an ihrer Ausbildung.
"Ich muss Spaß am Tun haben"
Für Huber, die die Mittelschule Eugendorf und dann auch ein Jahr eine Modeschule besuchte, war auch der Spaßfaktor ausschlaggebend:
"Ich muss etwas gerne machen, Spaß dabei haben, dann geht es mir auch leichter von der Hand."
Zusätzlich ist sie ein sehr genauer und kreativer junger Mensch, diese Eigenschaften kann sie in ihrer Lehre nun voll ausleben kann. Im November geht es zum ersten Mal in die Berufsschule nach Niederösterreich. Für die Zukunft hofft sie, beim Arbeiten immer selbstständiger und schneller zu werden.
Mehr News aus Salzburg
<< HIER >> finden Sie weitere Berichte aus der Stadt Salzburg
<< HIER >> kommen Sie zu weiteren Artikeln von Daniel Schrofner
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.