KI in Salzburg
Wie die unsichtbare KI im Alltag unser Leben unbemerkt lenkt
- Marco Moosbrugger möchte mit der Veranstaltung "ahead x" die KI verständlich und erlebbar machen.
- Foto: NussbaumerPhotography.com
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Die KI verständlich machen und den Menschen näher bringen, das haben sich der Salzburger KI-Experte Marco Moosbrugger und Lukas Wagner auf die Fahne geschrieben. Mit dem Bühnenformat „ahead x“ wollen sie im November eine Diskussion über den Umgang mit KI anregen.
SALZBURG. Der Initator der Veranstaltung "ahead x" – Lukas Wagner – wurde in Salzburg mit dem Förderpreis für Kunst und Kultur ausgezeichnet. Für ihn war klar, dass er keinen weiteren Fachvortrag über KI machen wollte. Deswegen vereint das Format Theater, Show und gesellschaftlichem Gespräch rund um das Thema KI. Unter anderem wird am 6. November in der Mooncity live gezeigt, wie ein Deepfake gebaut wird.
MeinBezirk Salzburg: Wie kam es dazu, dass ihr eine Veranstaltung wie „ahead x” ins Leben gerufen habt und was ist das Tolle daran?
Lukas Wagner: "Ganz ehrlich: aus einem Unbehagen heraus. Ich arbeite seit Jahren mit KI und berate heute von Asien aus Unternehmen auf der ganzen Welt. Erstmal um die ersten Schritte im Unternehmen zu gehen, als auch um Unternehmen bei KI-Anbietern sichtbar zu machen. Trotzdem sehe ich diese Technologie sehr kritisch.
Ich habe in den letzten sechs Jahren zweimal meinen Beruf komplett neu erfinden müssen, weil sich die Welt unter meinen Füßen verändert hat. Ich weiß also, wie sich das anfühlt, und ich weiß, dass sehr viele Menschen das gerade erleben, ohne darüber zu reden. Die Technik rast davon, und ein großer Teil der Gesellschaft bleibt mit seinen Fragen allein zurück.
Auf der Bühne stehen bewusst Menschen mit unterschiedlichen Haltungen: ich als Zweifler und Kritiker, eine neutrale Stimme und jemand, der für KI brennt. Wir streiten, lachen und widersprechen uns, so wie es gerade die ganze Gesellschaft tut. Das Publikum schreibt den Abend mit, denn die Gäste schicken uns ihre Fragen schon beim Ticketkauf, und daraus entsteht das Programm.
KI ist für uns auch künstlerisches Material: Aus ahead x sind bereits ein KI-Konzert mit Streichquartett und ein Poetry Slam „Mensch trifft Maschine” entstanden. Das Schönste passiert aber oft nach der Show. Dann kommen Menschen zu uns, die sich vorher nie getraut hätten, eine „dumme” Frage zu stellen, und gehen mit dem Gefühl nach Hause, das Steuer wieder selbst in der Hand zu haben. Darum geht es mir. KI soll nicht der Mittelpunkt sein, sondern der Mensch, der mit ihr leben muss."
MeinBezirk Salzburg: Welche alltägliche KI-Anwendung nutzen viele Menschen bereits, ohne es überhaupt zu bemerken?
Lukas Wagner: "Das Handy. Jedes Foto, das wir machen, wird im Hintergrund von KI nachbearbeitet, aufgehellt, geschärft und geglättet. Das Bild, das wir von unseren Enkeln verschicken, ist also schon ein kleines bisschen „erfunden”. KI steckt auch in den Wortvorschlägen beim Tippen, in der Stauprognose im Navi, im Spamfilter des E-Mail-Postfachs und in der Übersetzungsfunktion.
Die mächtigste unsichtbare KI ist aber eine andere: die, die entscheidet, was wir sehen. Jede Facebook-Seite, jeder YouTube-Vorschlag und jede Nachrichtenauswahl in sozialen Medien wird von Algorithmen sortiert, die vor allem ein Ziel haben, nämlich dass wir möglichst lange dranbleiben.
Das ist keine Verschwörung, aber es prägt, worüber wir uns ärgern, wovor wir Angst haben und was wir für wahr halten. Für mich ist das der eigentliche Grund, warum sich jeder mit KI beschäftigen sollte. Man nutzt sie längst, und sie nutzt einen auch."
MeinBezirk Salzburg: Welches Vorurteil über KI würdet ihr gerne ausräumen?
Lukas Wagner: " Aussagen wie „Dafür bin ich zu alt” oder „Das ist nur was für Technikfreaks”. Für KI muss man weder programmieren können noch technisch begabt sein. Man redet mit ihr in ganz normaler Sprache, wie mit einem Menschen. Gerade deshalb ist Lebenserfahrung ein enormer Vorteil.
Wer gute Fragen stellen kann, wer misstrauisch bleibt und wer weiß, wie Menschen ticken, nutzt KI oft klüger als so mancher Zwanzigjährige.
- Marco Moosbrugger möchte mit der Veranstaltung "ahead x" die KI verständlich und erlebbar machen.
- Foto: NussbaumerPhotography.com
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Ich bin selbst kein KI-Jubler und wünsche mir in dieser ganzen Entwicklung mehr Menschlichkeit. Gerade deshalb finde ich es wichtig, dass möglichst viele mitreden können, statt das Feld einigen wenigen Konzernen und Technikbegeisterten zu überlassen. Kunst war immer der Ort, an dem eine Gesellschaft verhandelt, was sie gerade umtreibt. Heute ist das KI, und wer jetzt nicht mitredet, über den wird entschieden."
Rabatt für alle MeinBezirk Salzburg Fans
Regulär kosten die Tickets für "Ahead x" 49 Euro. Die MeinBezirk Salzburg Leser und Leserinnen können jedoch mit 30 Euro am Event teilnehmen. Einfach online auf www.aheadx.at gehen, Veranstaltung buchen und den Werbecode "MeinBezirk30" eingeben. Oder ruf bei der Buchungshotline an und reserviere dein Ticket, dass du vor Ort zahlst: BUCHUNGSHOTLINE +43 670 3016058
Im Video erhältst du einen Eindruck von der Veranstaltung:
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