KI in der Arbeitswelt
Vier Kompetenzen sichern dir den Job in der digitalen Zukunft
- Künstliche Intelligenz ersetzt schon jetzt Arbeitskräfte. Aber nicht die KI selbst ist dein Konkurrent im Job ...
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Künstliche Intelligenz ersetzt schon jetzt Arbeitskräfte. Aber nicht die KI selbst ist deine Konkurrenz im Job, sondern der Kollege, der sie besser einsetzen kann als du. Ein Experte aus dem Pinzgau gibt Tipps.
SALZBURG. Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt rasant. Doch spielt sie schon heute eine entscheidende Rolle bei der Wahl eines Arbeitgebers? Laut Stefan Waltl, Unternehmensberater für Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI), ist das bisher nur eingeschränkt der Fall. „Den meisten Bewerbern ist gar nicht bewusst, was sie eigentlich erwarten sollten“, sagt Waltl. Oft reduziere sich die Frage auf einen simplen Punkt: „Ist ChatGPT im Betrieb erlaubt, und bekomme ich dort einen Zugang?“
- Stephan Waltl, Unternehmensberater für Digitalisierung und KI.
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Was passiert mit meinem Job?
Wer sich bewirbt und nur nach dem ChatGPT-Zugang fragt, hat die eigentliche Verschiebung noch gar nicht erfasst, sagt der Experte aus dem Pinzgau. „In den nächsten Jahren wird den Bewerbern klar werden, dass es nicht um ein Tool geht, sondern darum, ob ihr künftiger Job in fünf Jahren überhaupt noch in der heutigen Form existiert.“
KI übernimmt ganze Prozesse
Waltl sagt, die KI werde nicht nur einzelne Aufgaben unterstützen, sondern ganze Prozesse übernehmen. „Ich sehe das vor allem bei meinen touristischen Kunden: Die Anfragebearbeitung, die früher drei Mitarbeiter über den Tag verteilt gemacht haben, läuft heute schon zu großen Teilen automatisiert“, erklärt er.
- KI verändert die Arbeitswelt in allen Branchen
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Der Arbeitsplatz der Zukunft
Der Arbeitsplatz der Zukunft werde je nach Branche unterschiedlich aussehen. Im Handwerk könnten Roboter schwere Arbeiten übernehmen, während Mitarbeiter Maschinen programmieren und kontrollieren. Im Handel verschiebe sich der Fokus von der Kassa hin zu „echter Beratung“ und digitalem Support. Im Bankwesen würden automatisierte Kreditprüfungen und KI-gestützte Produktempfehlungen Routineaufgaben ersetzen, während beim Bankberater die komplexen Fälle aufschlagen, bei denen Empathie und Fachwissen zählen.
„Die Technik unterscheidet sich in den Branchen, das Muster dahinter ist aber überall gleich: Routineaufgaben wandern zur KI, beim Menschen bleibt Kontrolle, Beratung und Entscheidung in den schwierigen Fällen.“
Stefan Waltl, Unternehmensberater für Digitalisierung und künstliche Intelligenz
Mit KI werden Aufgaben anderer Berufsgruppen gelöst
Die aktuelle Studie von OpenAI zeigt: Bei 43,5 Prozent der berufsspezifischen ChatGPT-Nutzung geht es mittlerweile um Aufgaben, die eigentlich zu einem anderen Beruf gehören. Am stärksten betroffen sind:
- Kundenservice mit 77 Prozent
- Design mit 75 Prozent und
- Personalabteilungen mit 69 Prozent
– dort übernehmen Mitarbeiter mit KI besonders oft Aufgaben, für die früher eine andere Abteilung zuständig war.
Finanzielle Berechnungen, Vertragsprüfungen und IT-Troubleshooting sind die drei Aufgaben, die branchenübergreifend am häufigsten "ausgeliehen" werden, in praktisch jedem untersuchten Berufsfeld.
- Wer sich bewirbt und nur nach dem ChatGPT-Zugang fragt, hat die eigentliche Verschiebung noch gar nicht erfasst.
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In kleineren Betrieben sei der Effekt noch stärker als in großen, heißt es in der Studie: Wer am nächsten am Problem sitzt, löst es heute selbst, statt es zu delegieren. „Genau das ist für mich der Beleg, dass sich Berufsbilder gerade in Echtzeit auflösen, lange bevor das in offiziellen Stellenbeschreibungen ankommt“, sagt der Pinzgauer.
Diese vier Kompetenzen brauchst du
Für die langfristige Beschäftigungsfähigkeit nennt Waltl daher vier entscheidende Kompetenzen, welche die Arbeitnehmer der Zukunft mitbringen sollten: kritisches Hinterfragen von KI-Ergebnissen, echte Fachexpertise, die Fähigkeit zur Steuerung von KI-Systemen sowie Kommunikations- und Beziehungsstärke. „Wer erkennt, wann die KI Unsinn liefert, wird gebraucht“, sagt der Experte. Gleichzeitig seien Fachwissen und Erfahrung wichtiger denn je. Besonders gefragt sind künftig Menschen, die als „KI-Supervisor“ oder „KI-Dirigent“ Prozesse überwachen und steuern.
Die echte Konkurrenz erkennen
Seine wichtigste Botschaft lautet: „Nicht die KI selbst bedroht Arbeitsplätze, sondern der Kollege, der sie geschickt als Multiplikator einsetzt.“ Die eigentliche Konkurrenz sei demnach nicht die KI, sondern der Mitarbeiter, der sie besser nutzt als man selbst.
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