Hotelprojekt stört Weihnachtsfrieden im Ischler Gemeinderat

BAD ISCHL. Am 14. Dezember tagte der Bad Ischler Gemeinderat zum letzten Mal im heurigen Jahr. Ein geplantes Hotelprojekt war an diesem Abend das einzige, was die Gemüter vor dem wohlverdienten Weihnachtsfrieden etwas hochgehen ließ: Ein "Hotelprojekt der gehobenen Preisklasse", wie es Gemeinderat Markus Reitsamer (Grüne) nannte, soll nicht unweit des Sterzens Abendsitzes entstehen. Und das mit direkter Einsschleifspur von der B145 Stadtumfahrung. Konkret ging es im Gemeinderat diesmal nur um die Abstimmung über die Einleitung des Stellungnahmeverfahrens, totzdem sprachen sich Reitsamer und Andreas Laimer (FP) schon jetzt für ein klares Nein zum angedachten Standort aus. "Es handelt sich dabei um ein etwa 150 Meter langes Gebäude mit einer Gesamthöhe von 30 Metern, wobei zwei Stöcke unterirdisch sein würden", so Laimer, der das besagte Areal auch als Naherholungsgebiet bezeichnet. "Zudem war vor dem Bau des Spar-Supermarktes in Reiterndorf auch die Rede davon, eine eigene Anbindung an die B145 zu machen. Warum war das damals nicht möglich und jetzt plötzlich schon?" Laimer habe zudem ausgerechnet, dass allein der Aushub 200.000 Kubikmeter und damit rund 20.000 Lkw-Fuhren bedeuten würde, "ein Wahnsinn für die Stadt." Hannes Heide (SP) wies darauf hin, dass "ein Hotelprojekt dieser Größenordnung viele Arbeitsplätze, einen entsprechenden Zuzug und ein touristisches Plus" bedeuten würde. Er hatte aus Reitsamers Stellungnahme herausgehört, dass jeder, der für das Hotelprojekt stimme, verantwortungslos sei, was Heide aufs Schärfste zurückwies. Auch Johannes Kogler (VP) sprach sich für den Antrag aus: "Es handelt sich bei der besagten Fläche sicher nicht um ein Naherholungsgebiet, dafür ist es dort viel zu steil. Aus diesem Grund ist es auch aus landwirtschaftlicher Sicht nicht interessant." Er stelle es seinen Fraktionsmitgliedern natürlich frei, ob sie dafür oder dagegen stimmen. Während SPÖ, ÖVP und ein FPÖ-Mandatar dafür stimmten, ging der "riesen Kobel", wie ihn Reitsamer nannte, für die anderen Gemeinderäte nicht in Ordnung. "Besser dort, als im Zentrum hinter dem Kongresshaus", schien der Tenor zu sein.

Sorgenkinder, Gemeindefinanzierung Neu und Resolutionen

Markus Reitsamer sprach sich darüf aus, das "Sorgenkind" – das Museum der Stadt Bad Ischl – mit einem anderen Konzept "endlich auf völlig neue Beine zu stellen". Hier seien die Kosten explodiert, meint er.
Während es für 2018 noch einmal gelungen ist, einen ausgeglichenen Haushalt zu erstellen, "wird uns die Gemeindefinanzierung Neu in den nächsten Jahren hart treffen", so Hannes Heide. Dies sei jedoch kein Grund, nicht auch weiterhin für Projekte einzustehen. Das Zukunftsprojekt schlechthin sei natürlich das Schulprojekt am Kreuzschwesternareal. Geschlossen sprach sich der Gemeinderat auch für eine Resolution bezüglich des Schwerverkehres in der Region – ausgehend vom Verein "Lebensraum Salzkammergut" – und eine Resolution die Kostenabwälzung des Pflegeregresses aus.

Details zum Hoteprojekt

Wenn es nach den Plänen von Franz Beinsteiner und Siegfried Lumetzberger geht, soll ein Fünf-Sterne-Hotel zwischen Sterzens-Abendsitz und Kroißengraben entstehen. Wie die Ischler Woche berichtet, würde die Größe nach derzeitigem Stand rund 18.000 Quadratmeter betragen. Falls alles glatt geht, wäre eine Eröffnung in frühestens vier Jahren möglich.

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