19.05.2017, 14:45 Uhr

Josef Lang aus St. Roman ist unser "Florian 2017"

Josef Lang sitzt selbst seit seinem 10. Lebensjahr im Rollstuhl und hat sich stets für andere eingesetzt. Jetzt ist er mit dem "Florian" der BezirksRundschau ausgezeichnet worden.

ST. ROMAN (ska). "Weil ich weiß, wie es ist, Hilfe zu brauchen", nennt Josef Lang (68) den Grund für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit. Eine Muskelschwäche fesselt den St. Rominger seit er zehn Jahre alt war an den Rollstuhl. Das hat den ihn nicht davon abgehalten, sich unermüdlich für Menschen mit Beeinträchtigung einzusetzen. Seit 1964 – mehr als 50 Jahre – ist Lang Mitglied beim Oberösterreichischen Zivilinvalidenverband (kurz ÖZIV). Sieben Jahre stand er der Bezirksgruppe Ried-Schärding als Obmann vor. Und auch im Landesvorstand hat sich Lang zwölf Jahre engagiert. Anfang Februar wurde er mit der Humanitätsmedaille des Landes ausgezeichnet. Jetzt folgte die Auszeichnung mit dem "Florian", dem Ehrenamtspreis, den die BezirksRundschau alle zwei Jahre vergibt.

Lang ist überwältigt von dieser Anerkennung. Zu arbeiten war für den St. Rominger aufgrund seiner enormen Bewegungseinschränkung nur bedingt möglich. Nach kurzer Zeit in einem Heim, erhielt er die Pension. Deshalb hat er seine Zeit dem Verband gewidmet. Nach all den Jahren sagt er: "Der ÖZIV liegt mir einfach am Herzen. In diesem bin ich groß geworden". Denn eingetreten in den Verband ist Lang bereits mit 14 Jahren. "Es schadet nicht in einem organisierten Verein zu sein, hab ich mir damals gedacht", sagt Lang und erinnert sich an die vielen Entbehrungen in dieser Zeit. "Ich war froh, vom ÖZIV Hilfe erhalten zu haben."

Nur Mitglied zu sein, dabei blieb es für den St. Rominger nicht: "Irgendwie bin ich dann immer weiter aufgestiegen", erzählt er mit einem Schmunzeln. Im OÖZIV war Lang maßgeblich daran beteiligt, die Bezirksgruppe Ried neu zu strukturieren. Unter anderem ist der Bezirk Schärding mit aufgenommen worden. Rund 331 Mitglieder zählt die Bezirksgruppe Ried-Schärding heute. "Unsere Hauptaufgabe ist es, Menschen mit Beeinträchtigung zu betreuen", erklärt Lang. "Sei es bei Behördengängen, bei Ansuchen für Pflegegeld oder andere Unterstützung." Zudem vermittelt der OÖZIV an Anwälte, wenn es rechtliche Fragen gibt.

Zudem zählte Lang zu den eifrigsten Haussammlern des ÖZIV, wie Landesobmann Gerhard Mayr würdigt. "Und die Mitgliederwerbung war ihm ein großes Anliegen. Darin war er auch sehr erfolgreich", fügt Mayr hinzu. Seite an Seite mit dem Obmann arbeitete Lang zwölf Jahre lang im Landesvorstand. Während dieser Zeit kam der St. Rominger in ganz Oberösterreich herum. Auch Ausflüge für die OÖZIV-Mitglieder organisiert er regelmäßig – auch heute noch. Und wie geht das mit dem Rollstuhl? "Meine Frau Theresia hat mich immer begleitet und mich bei der Arbeit unterstützt", ist er dankbar. In den 70er Jahren hat Lang außerdem den Führerschein gemacht. "Aber jetzt fahre ich nicht mehr, weil ich mich nicht mehr traue", gibt er zu. Für den Verein ist er trotzdem noch aktiv. "Vieles geht von daheim aus mit dem Computer. Aber mal schauen wie lange sie mich noch brauchen können", sagt der St. Rominger mit einem Grinsen. Die jahrelange ehrenamtliche Arbeit bereut er nicht: "Ich weiß einfach, wie es ist, Hilfe zu brauchen und war froh diese vom OÖZIV erhalten zu haben."
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