Blutdruck
Fachärztin erklärt, warum regelmäßiges Messen so wichtig ist

Fachärztin für Kardiologie und Innere Medizin Sylvia Mirus und Moderatorin Edeltraut Lenhard | Foto: Nina Gaßner
  • Fachärztin für Kardiologie und Innere Medizin Sylvia Mirus und Moderatorin Edeltraut Lenhard
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Wie wichtig ein gesunder Blutdruck für die langfristige Gesundheit ist und was jeder selbst dazu beitragen kann, erklärte Fachärztin Sylvia Mirus bei einem Vortrag von MeinMed im Schloss Porcia in Spittal.

SPITTAL. Unter dem Titel „Blutdruck im Lot: Wie Sie Ihre Werte dauerhaft und sicher senken“ informierte  Fachärztin für Kardiologie und Innere Medizin Sylvia Mirus über die Risiken von Bluthochdruck, die richtige Messung und Möglichkeiten, die eigenen Werte zu verbessern.

Lange unbemerkt

Bluthochdruck ist weit verbreitet und bleibt gleichzeitig häufig lange unbemerkt. Rund ein Viertel der Weltbevölkerung ist davon betroffen, in Österreich ist der Anteil ähnlich hoch. Bei Menschen über 70 Jahren liegt er sogar bei knapp 70 Prozent. Das Problem: Viele Betroffene wissen gar nicht, dass ihre Werte erhöht sind – schlicht deshalb, weil sie ihren Blutdruck nicht regelmäßig messen. Denn Bluthochdruck verursacht häufig über lange Zeit keine eindeutigen Beschwerden. Dabei können dauerhaft erhöhte Werte erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Sie erhöhen unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall und können auch die Entstehung einer Demenz begünstigen. Ebenso können Nieren und Herz geschädigt werden, bis hin zu Nierenschwäche oder Herzinsuffizienz. Auch Durchblutungsstörungen sowie Schädigungen der Netzhaut und damit verbundene Sehstörungen bis hin zur Erblindung können die Folge sein.

Den Blutdruck richtig messen

Ein erster wichtiger Schritt ist deshalb, den eigenen Blutdruck überhaupt zu kennen. Neben der Messung in der Arztpraxis gibt es die Möglichkeit einer 24-Stunden-Blutdruckmessung. Für den Alltag empfiehlt sich zudem die regelmäßige Selbstmessung mit einer Oberarmmanschette. Die Messung sollte unter möglichst ruhigen Bedingungen erfolgen: Vorher sollte man einige Minuten zur Ruhe kommen und nicht unmittelbar nach körperlicher Anstrengung oder in einer akuten Stresssituation messen. Der Arm sollte dabei entspannt auf Herzhöhe liegen. Beim Blutdruck werden zwei Werte angegeben. Der obere, systolische Wert beschreibt den Druck, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Kreislauf pumpt. Der untere, diastolische Wert bezeichnet den Druck während der Entspannungsphase des Herzens. Bei vielen Blutdruckmessgeräten wird zusätzlich die Herzfrequenz, also der Puls, angezeigt.

Vorsorge beginnt im Alltag

Eine konsequente Senkung der Werte kann das Risiko der Erkrankungen deutlich reduzieren. Neben einer medikamentösen Behandlung, die bei vielen Betroffenen notwendig ist und deren Wirkung sich teilweise erst nach einiger Zeit vollständig zeigt, spielt der eigene Lebensstil eine wichtige Rolle. Mirus empfiehlt insbesondere eine ausgewogene, möglichst pflanzenbetonte und mediterran orientierte Ernährung. Zucker und sehr fettreiche Lebensmittel sollten nur in Maßen konsumiert werden. Auch regelmäßige Bewegung gehört zur Blutdruckvorsorge. Schon etwa 30 Minuten körperliche Aktivität täglich können einen wichtigen Beitrag leisten. Dabei muss es nicht immer ein intensives Training sein: Bewegung lässt sich auch in den Alltag integrieren – etwa durch Treppensteigen statt Liftfahren. Weitere wichtige Faktoren sind eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht, eine Verringerung der Natrium- beziehungsweise Salzaufnahme und ein maßvoller Umgang mit Alkohol. Eine ausreichende Kalziumzufuhr kann ebenfalls eine Rolle spielen, wobei dabei die Nierenfunktion berücksichtigt werden sollte. Auch Stressmanagement und der Rauchstopp gehören zu Maßnahmen, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken können. Schließlich sollte nach Möglichkeit auch die Belastung durch Lärm und Luftverschmutzung reduziert werden.

Anschaulicher Vortrag

Die zentrale Botschaft des Abends war damit einfach, aber wirkungsvoll: Wer seinen Blutdruck kennt, kann rechtzeitig gegensteuern. Regelmäßiges Messen, ein gesunder Lebensstil und eine medizinische Behandlung können dazu beitragen, die Werte dauerhaft in einem gesunden Bereich zu halten.

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