Du möchtest dieses Profil zu deinen Favoriten hinzufügen?
Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde dich an, um neue Inhalte von Profilen und Bezirken zu deinen persönlichen Favoriten hinzufügen zu können.
Die Bürgerinitiative schlägt wegen des Niedrigwassers der Möll Alarm und fordert eine raschere Renaturierung sowie den Stopp weiterer KELAG-Projekte. Der Fischereirevierverband sieht im Schwallausgleichskraftwerk hingegen eine ökologische Verbesserung.
Zwei Seiten berufen sich auf den Schutz der Möll – ziehen aber unterschiedliche Schlussfolgerungen.
MÖLLTAL. Während die Bürgerinitiative „Retten wir die Möll!!!“ befürchtet, dass der Bau eines Schwallausgleichskraftwerks die Wasserknappheit verschärft, sieht der Fischereirevierverband Spittal darin eine große Chance für die ökologische Sanierung des Flusses.
Renaturierung gefordert
Die Obfrau der Bürgerinitiative, Angelika Staats, verweist in einem offenen Brief an den Landeshauptmann auf die derzeitige Niedrigwassersituation im Mölltal. Die Auswirkungen seien für die Bevölkerung unmittelbar spürbar. „Die Gemeinden rufen zum Wassersparen auf, die Felder und auch Rasenflächen sind nicht grün sondern braun, die Gärten müssen intensiv bewässert werden, in den Bächen fließt zum Teil kein Wasser und die Möll hat den niedrigsten Wasserpegel seit Jahrzehnten“, sagt sie. Gleichzeitig sinke der Grundwasserspiegel, was zu Ernteausfällen in der Landwirtschaft führe und langfristig auch die Trinkwasserversorgung gefährde.
"Die Möll hat den niedrigsten Wasserpegel seit Jahrzehnten."
Die Ursache sieht die Bürgerinitiative vor allem in der jahrzehntelangen energiewirtschaftlichen Nutzung der Möll und ihrer Zuflüsse. „Von Heiligenblut bis Flattach werden fast alle Bäche genutzt. Die meisten dieser Bäche führen kein Restwasser und sind damit praktisch trockengelegt“, kritisiert Staats. Die Initiative fordert deshalb eine umfassende Renaturierung der Möll. Nach dem bundesweiten Wiederherstellungsplan für freifließende Flüsse ist eine Sanierung des Flusses zwar vorgesehen, allerdings erst im Zeitraum zwischen 2031 und 2040. Das stößt bei der Bürgerinitiative auf Unverständnis. "Bis 2030 sollen laut EU-Vorgaben 25.000 Flusskilometer renaturiert werden. Warum die Möll erst danach an der Reihe sein soll, ist für uns nicht nachvollziehbar", sagt Staats. Die Landespolitik müsse erklären, weshalb Kärnten den Zeitplan nach hinten verschoben habe.
Deutliche Verbesserung
Für den Vorsitzenden des Fischereirevierverbandes, Gert Gradnitzer, steht nicht die Wassermenge im Mittelpunkt, sondern der künstliche Schwallbetrieb, der den Fluss seit Jahrzehnten belastet. Er beurteilt das geplante geplante Schwallausgleichskraftwerk aus fischökologischer Sicht deutlich positiver als die Bürgerinitiative. Zwischen Flattach und Kolbnitz werde momentan Wasser zur Stromproduktion schubweise durch die Kraftwerke geleitet. Dadurch steige der Wasserstand innerhalb kurzer Zeit stark an und falle anschließend ebenso rasch wieder ab. „Ein natürlicher Fluss hat einen gleichmäßigen Abfluss. In der Möll geht das Wasser aber ständig auf und ab“, schildert er. Gerade für Jungfische habe das dramatische Folgen: „Wenn die Jungfische schlüpfen, ziehen sie sich in flache Uferbereiche zurück. Fällt der Wasserstand nach einer Schwallwelle plötzlich wieder ab, trocknen diese Bereiche aus und die Fische verenden.“ Eine natürliche Fortpflanzung sei dadurch kaum mehr möglich. Der ökologische Zustand der Möll werde in diesem Abschnitt deshalb derzeit fischökologisch nur mit „nicht genügend“ bewertet. Genau hier setze das geplante Schwallausgleichskraftwerk an. Künftig soll das Schwallwasser nicht mehr direkt in die Möll eingeleitet, sondern über einen Tunnel bis zum Kraftwerksbereich bei Kolbnitz geführt und dort turbiniert werden. In der Möll selbst bliebe ein dynamischer Restabfluss. „Der Schwall verschwindet aus rund 17 Kilometern Flussstrecke“, sagt der Verbandsvorsitzende. „Damit verbessert sich der ökologische Zustand der Möll von ‚nicht genügend‘ auf ‚gut‘. Das ist aus Sicht der Fischerei eine eklatante Verbesserung.“ Diese Einschätzung stütze sich nicht allein auf die Meinung des Verbandes. Gemeinden, Tourismusverband und Fischerei hätten gemeinsam ein unabhängiges Gutachten in Auftrag gegeben. „Wir wollten ausdrücklich ein unabhängiges Gutachten und keines des Kraftwerksbetreibers. Dieses kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass sich der Zustand von ‚nicht genügend‘ auf ‚gut‘ verbessert.“ Den Vorwurf der Bürgerinitiative, das Projekt lasse die Möll austrocknen, weist der Verbandsvorsitzende daher entschieden zurück. Gerade in den wasserreichen Monaten werde künftig mehr Wasser im Fluss verbleiben als heute in manchen bereits bestehenden Restwasserstrecken.
„Zu behaupten, der Fluss trockne aus, entspricht nicht den Fakten.“
Als einzigen wesentlichen Nachteil des Projekts nennt der Verbandsvorsitzende Auswirkungen auf den Rafting-Sport. Die heute für den Wassersport genutzten künstlichen Schwallwellen würden künftig wegfallen. „Rafting wird in der derzeitigen Form wohl nicht mehr möglich sein. Aber deshalb kann man einen ökologisch schädlichen Zustand nicht aufrechterhalten.“ Gleichzeitig betont der Fischereivertreter, dass sein Verband keineswegs jede Form der Wasserkraft unterstütze. Seit Jahrzehnten kritisiere man die Ableitung zahlreicher Seitenbäche im Mölltal. „Wenn man heute durchs Tal fährt, sieht man viele Bäche, die gar nicht mehr bis zur Möll herunterfließen. Das ist aus unserer Sicht eine Katastrophe.“ Auch gegen weitere Wasserableitungen – etwa am Astenbach – spreche sich der Verband klar aus: „Dieses Wasser muss in der Möll bleiben.“ Eine Renaturierung der Möll unterstütze die Fischerei daher „zu 100 Prozent“. Dennoch müsse ein Ausgleich zwischen Naturschutz und Energiegewinnung gefunden werden: „Man muss immer einen Spagat zwischen Energie und Natur schaffen.“
Scheitert nun auch der Wasserkraft-Ausbau in Kärnten?
Einmal dort trainieren, wo Österreichs Nationalteams zu Hause sind: Magenta macht es gemeinsam mit dem ÖFB möglich und verlost ein ganz besonderes Fußballwochenende für ein Vereinsteam. Am 14. und 15. November 2026 wartet auf das Gewinnerteam ein zweitägiges Kids Camp am ÖFB-Campus in Wien. Mitmachen können Vereinsteams mit Spieler:innen im Alter von 12 bis 15 Jahren, die zum offiziellen Spielbetrieb des ÖFB gemeldet sind. Das Gewinnerteam darf mit bis zu 18 Kindern sowie zwei Trainer:innen...
Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.