20.10.2016, 07:00 Uhr

Gemeindewappen für Konditorei Claus

Norbert und Elfi Claus haben das Gemeindewappen verliehen bekommen

Norbert Claus wurde von der Gemeindeführung mit dem Wappen überrascht und für innovative Kreationen belohnt.

SEEBODEN (ven). Norbert Claus staunte nicht schlecht, als die Gemeindeführung ihm im Rahmen der Feierlichkeiten zu 20 Jahren Hauptplatz Seeboden das Gemeindewappen verlieh. Auch alle anderen Betriebe am Hauptplatz wurden geehrt, "das hat mich fast noch mehr gefreut", schmunzelt der Konditor.

Liebe zum Beruf gefunden

Die Cafè-Konditorei Claus gibt es seit 1963. Alfred und Sibylla Claus eröffneten den Betrieb, damals noch in der Hauptstraße 71. 1981 übernahm Norbert mit seiner Frau Elfi, die eigentlich als Lehrerin tätig war, den Witwenbetrieb. "Mein Vater ist gestorben, da war ich 14 Jahre alt. Ich habe die Lehre absolviert, die Meisterprüfung gemacht und mit 24 Jahren 1981 den Betrieb übernommen", erzählt Claus, der seine berufliche Zukunft eigentlich auf dem Fußballfeld sah und in der Kampfmannschaft aktiv war. "Aber ich habe die Liebe zum Beruf gefunden, war auch bei Lehrlingsbewerben immer an der Spitze", erzählt er.

Weltenbummler

Im Laufe seines Lebens kam Claus viel in der Welt herum, war Vortragender in Deutschland, Belgien und präsentierte sein Können in Nizza, Caracas, Paris, auch in Japan. Fünf Jahre lang war er Vortragender in der Meisterakademie in St. Pölten - Fachgebiet Schokolade und Confisserieprodukte.

Qualität punktet

"Meine persönliche Lieblingsmehlspeise ist die Sachertorte", sagt er. Moderne Bäckereien wie Cupcakes oder Cakepops würden österreichische Mehlspeisen langsam ein bisschen verdrängen, "aber eine richtig gute Sachertorte ist nach wie vor das Beste", sagt er. Dabei käme es auch auf die Produktion an. "Auch im Hotel Sacher ist sie - wenn sie zu vielen hunderten Stücken vorproduziert wird - nicht immer so gut", schmunzelt er. Da würde die Qualität leiden.

Eigene Kreationen

Derzeit beschäftigt er insgesamt zwischen zehn und 14 Mitarbeiter, fünf davon mit ihm in der Backstube. Seine Frau ist seit 1996 voll im Betrieb tätig, vorrangig für Buchhaltung und auch Dekoration zuständig. "Wir ergänzen uns sehr", sagt sie. Auch neue Produkte werden gemeinsam besprochen. "Sie ist da fast kritischer als ich", so Claus. Er bleibt nicht stehen, die Konditorei sei etwas, wo er kreativ sein können. "Ich bräuchte noch ein paar Leben, um alle meine Ideen zu verwirklichen." Bekannt sei der Betrieb für die Haselnuss-Krokant-Stollen, die Schokolade-Pasteten, und die Nockgranaten. Mit Kollege Ernst Lienbacher hat Claus den Granten-Gugelhupf entwickelt. Auch von seinen Reisen hat Claus immer wieder Inspirationen und Ideen mit nach Hause genommen und in den Kreationen umgesetzt.

Weichen stellen

"Man muss mit der Qualität punkten. Wir verwenden Rohstoffen von heimischen Produzenten - soweit möglich. Wir wechseln das Angebot auch saisonal und nach den Jahreszeiten", erklärt die Chefin. Kann man da immer noch Süßes essen? "Ohne geht es nicht, man muss man ja alles verkosten", so Claus, der täglich bis zu zehn Stunden in der Backstube ist. Seine drei Kinder (24, 28 und 29 Jahre alt) haben beruflich andere Wege eingeschlagen. "Man muss langsam die Weichen stellen. Frischer Wind ist notwendig und man fängt an, die Fühler auszustrecken", blickt er in die Zukunft.

Zur Sache:

Was: Cafè-Konditorei Claus
Gegründet: 1963 von Alfred und Sibylla Claus
1981: Norbert Claus übernimmt Betrieb
1996: Übersiedelung auf den Hauptplatz
Norbert Claus
Geburtstag: 9. Jänner 1957
Wohnort: Seeboden
Familie: Verheiratet mit Elfi, 3 Kinder
Konditor seit: 1972
Hobbys: Radfahren, Schwimmen, Sauna
Vorbilder: Mein Schwiegervater Johann Moser, von ihm durfte ich im menschlichen Bereich viel erfahren
Ziele: Gesund bleiben, Betrieb eines Tages geordnet übergeben
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Jo Hermann aus Spittal | 22.10.2016 | 13:02   Melden
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