St. Pölten schöne Traisenstadt
Linzerstraße und Altstadt, wie sie leben könnten

St. Pölten. Meine Sommerwünsche. So sehr sich St. Pölten auch bemüht, die Politiker müssen jetzt handfeste Dinge zeigen. Rot-Grün wird natürlich belächelt, gerade darum könnten sie jetzt mit konkreten, greifbaren Veränderungen die Stimmung umlenken. Rot-Grün hat die wirklich schwere Aufgabe, die lässigen St. Pöltner und die feschen St. Pöltnerinnen vom Fernseher und von den Bildschirmen der sozialen Medien wegzulocken.

Lebende Begegnungszonen

Ein Politiker darf nie erklären, warum etwas nicht geht, er muss jetzt etwas tun, was geht. Das muss mir nicht gefallen, wie zum Beispiel das Glockenspiel im Rathausturm, aber es wurde hörbar gemacht, das imponiert mir. Kremsergasse, Domplatz, Wienerstraße, Riemerplatz, Linzerstraße. Haucht dieser wunderschönen Altstadt Leben ein, küsst sie wach aus dem Dornröschenschlaf. Ohne Admiral-, Kebab- und ToGo-Orgien. Unseren Herrenplatz hingegen können wir schon international herzeigen, wunderschön, eine wahre Melange aus Ästhetik und pulsierender Gesellschaft. In den Rest muss investiert werden. Die Begegnungszone Linzerstraße find ich eine tolle Idee. Jetzt brauchen wir noch links/rechts Schanigärten, wo Menschen mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Sie werden noch langsamer fahren, weil sie sich gern herzeigen. Da brauchen sie aber einen Grund, dort durchzufahren. Wir haben so ein schönes Stadtmuseum, das weiß aber niemand! Du holst mit keiner Kultur-Hochglanzbroschüre Menschen weg von ihrem Chipssackerl zu Hause. Der größte Schanigarten muss vor dem Museum sein, offen bis mindestens 24 Uhr - und die Türen zum Museum sperrangelweit offen. Ich brauche in der todtraurigen Linzerstraße einen echten Greißler, einen Fleischhauer, eine Fischhandlung, eine Bäckerei und eine Kaffeekonditorei. Diese Betriebe müssen laufend gefördert werden, die Gastronomie und der Einzelhandel machen das Leben. Sonst gibt es bald von Viehofen bis Spratzern Rewe-Admiral-McDonald’s.

Lachende Begegnungszonen

Am Frauenplatz, guter Name (!), möchte ich Boutiquen für Frauen. Das ist keine Reduzierung auf ihren Körper, gestandene Frauen mit Superjobs und in Führungspositionen lieben schöne Kleidung. Sonst fahren sie nämlich nach Wien. Den Löwenhof auf „Löwinnenhof“ umbenennen, ist einfach dumm und kontraproduktiv. Ich verspreche, fällt mir schwer, nicht von den „guten, alten Zeiten“ zu reden. Wir brauchen „Gutes“ jetzt, aber in hochhackigen Schuhen mit frischen Zuckerkipferln, Frauen in Cabrios und Männer auf Motorrädern – oder umgekehrt.

Die meisten Ideen von euch Grünen sind gut und gesund, aber ihr müsst sie „verkaufen“ können.
Die meisten Ideen von euch Roten sind gut und gesund, aber ihr müsst sie „verkaufen“ können.

Um die grünroten Ideen zu verkaufen, brauche ich schöne, erfolgreiche, erotische Straßen, Geschäfte und Lokale. Dann kommen schöne, erfolgreiche, erotische Menschen. Ganz wichtig: Das hat nichts mit Einkommen und sozialem Status zu tun, sondern mit einer Lebenshaltung. Grün und Rot müssen lustvoll und sexy (!) werden, Frauen im kurzen Rock, mit offenem Dekolleté, mit lachendem Lippenstift - oder Männer mit hochgestelltem Kragen und offenem Hemd.

Liebende Begegnungszonen

Zuerst nimmt der grüngute, woke Mensch den anderen die Sprache weg, verbietet und schreibt vor, dass im Vergleich dazu Nordkorea ein Hippiefest der 60er ist. Im Moment zensurieren sie schon einen Beistrich, weil der könnte ja ein bedrohliches Phallussymbol sein. Unsere Innenstadt ist unser Spiegel, eine immer leerer werdende Orientierungslosigkeit. Da braucht es Politiker, die bei einem kalten Fleischlaberl im Hinterzimmer Dinge besprechen und am nächsten Tag umsetzen. Es braucht Frauen, zu denen ich „Politiker“ sagen kann, die brauchen kein „-innen“, kein : Doppelpunkterl, kein * Sternchen. Wir brauchen wieder Frauen wie Johanna Dohnal oder Berta von Suttner. Wir brauchen Frauen, die sich der Macht ihrer Geduld bewusst sind und sich nicht frustriert hinter einer Gutheit unterm Regenbogen verstecken.

Erfolgreiche Begegnungszonen

Und in all die Geschäfte und Lokale, wo glückliche, erotische, gesunde Menschen sind und euch (!) wählen werden, müsst ihr Rot-Grünen Politiker investieren. Zunächst dampfendes, schmatzendes Leben in der Innenstadt. Erst dann könnt ihr zum Beispiel eine S34 bauen, ohne ein einziges Wieso-Wo-Weil-Warum-Nämlich. Die Menschen werden euch vertrauen und euch wählen, weil ihr habt zunächst die Herzen gesund und glücklich gemacht, sie wieder gemeinsam schlagen lassen. Und stellt den Passauer Wolf auf den Frauenplatz, das wär mal eine Aktion mit Esprit, mit einem Lächeln, nicht mit einem kulturlosen Gender-Tofu. Frauen lieben und nehmen sich Wölfe, brauchen dazu keine ‚Wölfinnen‘ sein. „Völker hört die Signale, auf ins nächste Kaffeehaus!“

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