Diabetes bei Kindern und Jugendlichen
Große Herausforderung für die ganze Familie

Diabetes ist keine einfache Diagnose aber auch das Leben mit der Krankheit kann zur gewohnten Routine werden.
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Klinikum Steyr veranstaltet mit Selbsthilfegruppe der Aktiven Diabetiker Austria eine Interdisziplinäre Sprechstunde am 9. Oktober.
STEYR. In Österreich sind aktuell etwa 300 Kinder und Jugendliche unter15 Jahren an Diabetes erkrankt. Die Mehrzahl, etwa 95 Prozent, leidet an Diabetes Typ 1, aber auch die Zahl der erworbenen Form, Typ 2, steigt an. Die Diagnose stellt Familien auf den ersten Blick oft vor scheinbar unlösbare Probleme. Darum veranstaltet das Klinikum Steyr gemeinsam mit der Selbsthilfegruppe der Aktiven Diabetiker Austria am 9. Oktober von 16.00 bis 18.30 zum ersten Mal eine interdisziplinäre Sprechstunde für betroffene Eltern.
Starker Durst, häufiges Wasserlassen, wenig Appetit und Müdigkeit, das sind nur ein paar der möglichen Anzeichen einer Diabeteserkrankung. Wird die Stoffwechselkrankheit bei Kindern oder Jugendlichen diagnostiziert, steht die gesamte Familie meist unter Schock: Bei einer Diabetesdiagnose ist es wichtig, rasch professionelle Hilfe anzunehmen, denn vor allem die Erkenntnis, dass es einer lebenslangen Therapie bedarf, um gesund zu bleiben, braucht viel Begleitung. Auch weil die Maßnahmen im Hinblick auf Spätfolgen wie Problemen mit Herz, Augen, Nieren oder den Füßen mit aller Konsequenz durchgeführt werden müssen“, weiß Oberarzt Gian Farid, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Steyr.

Lebenslange Therapie krempelt den Alltag um

Im Steyr werden aktuell 40 Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern betreut. Eine überschaubare Anzahl an jungen PatientInnen, die einen besonders engen und familiären Kontakt mit den ÄrztInnen, Diabetes-Pflegekräften, Diätologen und Psychologen ermöglicht. Auch die Selbsthilfegruppe der Aktiven Diabetiker Austria, die sich gemeinsam mit dem interdisziplinären Team des Klinikums im Rahmen der Sprechstunde am 9. Oktober allen auftretenden Fragen der Eltern stellen wird, kann ein wichtiger Anker für Betroffene sein.
Lachen, Toben, Turnen und den Insulinspiegel dabei ständig im Auge zu behalten ist nicht einfach und auch die Ernährungsumstellung braucht viel Aufmerksamkeit. Ist ein Familienmitglied an Diabetes erkrankt, lebt somit die gesamte Familie und auch das soziale Umfeld mit der Stoffwechselerkrankung. „Egal ob im Kindergarten, in der Schule oder bei Freunden, die Diabetes geht immer mit und häufig gerade am Anfang auch die Angst und Unsicherheiten“, so Dr. Farid.

Diabetes und Normalität – ja das geht

Die sogenannte Hypoglykämie oder Unterzuckerung ist die häufigste Komplikation, die bei Typ 1 Diabetikern auftauchen kann. Der Zuckermangel entsteht durch eine zu hohe Dosis Insulin, was vor allem dann vorkommen kann, wenn dem Körper nicht ausreichend Kohlehydrate zugeführt wurden. Der niedrige Blutzuckerspiegel führt dann zu Symptomen wie Schwitzen, Zittern, Heißhungerattacken oder Krämpfen und kann im Ernstfall lebensgefährlich sein. Eltern fürchten vor allem eine nächtliche, unentdeckte Hypoglykämie und die Folgen daraus. Darum ist eine umfassende Begleitung und Schulung der ganzen Familie genauso wichtig, wie die medizinische Betreuung der Betroffenen: „Kinder brauchen die hoffnungsvolle Zuversicht ihrer Eltern, um auch mit Diabetes geborgen groß werden zu können. Je informierter und sicherer die ganze Familie ist, umso kleiner wird die Angst. Diabetes ist keine einfache Diagnose aber auch das Leben mit der Krankheit kann zur gewohnten Routine werden – eine andere Normalität als bei gesunden Kindern aber eben Normalität“.

Diabetes ist keine einfache Diagnose aber auch das Leben mit der Krankheit kann zur gewohnten Routine werden.
Oberarzt Dr. Gian Farid, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum Steyr.
Autor:

Sandra Kaiser aus Steyr & Steyr Land

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